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Der 30. Evangelische Kirchentag in Hannover gab sich sportlich

Bewegung, Spiel und Sport in Vortrag, Diskussion und Praxis - Kirchentags-Spendenlauf „Rund um den Maschsee“ mit großer Resonanz

29.05.2005

Beim 30. Deutschen Evangelischen Kirchentag (DEKT) am verlängerten letzten Maiwochenende in Hannover drehte sich zwar nicht alles, aber doch einiges um Sport im engeren und um Bewegung, Tanz und Spiel im weiteren Sinne: Rund zwei Dutzend der über 3.000 Veranstaltungen auf dem Messegelände und in der Innenstadt von Hannover enthielten unterschiedlichste sportliche Elemente in Vortrag und Diskussion, aber auch in konkreter Praxis zum Mitmachen.
Zum 30. DEKT, der am Mittwoch, dem 25. Mai von Bundespräsident Köhler eröffnet worden war, kamen 400.000 Gäste in die niedersächsische Landeshauptstadt. Der fünftägige Event endete am Sonntagmorgen mit einem Abschlussgottesdienst auf dem Schützenplatz.

Spielstätte - Stadion

Das reichhaltige Kirchentagsprogramm war unterteilt in sog. geistliche und thematische Angebote: „Wie wollen wir leben?“ lautete dabei eine gestellte Frage, wozu im sog. „Zentrum Glück“ nach Antworten gesucht wurden und wofür gleich mehrere glücklich machende Spielstätten auf dem Messegelände eingerichtet waren: Neben „Cyberspace“ und „Wellnesstempel“ gab es auch eine „fast ausverkaufte“ Spielstätte „Stadion“, bei der es schwerpunktmäßig um das Fußballspiel ging … auf dem Platz, am Spielfeldrand und auf der Tribüne. Nach dem mit viel Beifall bedachten Grundsatzreferat „Weltsport und Weltethos“ Prof. Dr. Dr. h. c. Hans Küng, Priester und emeritierten Hochschullehrer für Ökumenische Theologe in Tübingen, diskutierten unter der Leitung von DFB-Pressesprecher Harald Stenger u. a. DFB-Assistenztrainer Joachim Löw und DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger zusammen mit dem Hannoveraner Gewaltforscher Prof. Dr. Gunter A. Pilz, Nationalspieler Per Mertesacker (Hannover 96) und dem frisch pensionierten Berliner Schiedsrichter Lutz-Michael Fröhlich.

In einer zweiten Gesprächsrunde unter der Leitung von Bundesverfassungsrichter Prof. Dr. Udo Steiner (Regensburg) bezogen dann u. a. IOC-Vizepräsident Dr. Thomas Bach, Sylvia Schenk, die ehemalige Präsidentin des Bundes Deutscher Radfahrer und Hans-Joachim Zwingmann, Vizepräsident des Verbandes Deutscher Sportjournalisten, zusammen mit kirchlichen Amtsträgern Position zum Thema  „Sportethos“.

Kirchentagslauf „Rund um den Maschsee“

Auf große Resonanz stieß auch der Kirchentagslauf rund um den Maschsee mit einer Distanz von 6,666 km: Unter den 543 Teilnehmern zwischen zehn und 80 Jahren, die insgesamt 1.670 € an Spendengeldern für behinderte Menschen in den Bewegungs- und Sporttherapie-Einrichtungen der von Bodelschwinghschen Anstalten Bethel (Bielefeld) sammelten, waren auch der SPD-Bundestagsabgeordnete und Ironman-Triathlet Pfarrer Reinhold Hemker, zugleich Mitglied im Sportausschuss, der Direktor des LSB Niedersachen, Reinhard Rawe und der langjährige Race Director des BERLIN-MARATHON, Horst Milde mit seiner Ehefrau Sabine dabei. Horst Milde hatte vor zwei Jahren bei 1. Oekumenischen Kirchentag mit Erfolg die „Oeku-Meile“ als Benefizlauf zum Kirchentag initiiert.
Gestartet wurde dieser Charity-Fun-Run, für den Hannovers Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg die Schirmherrschaft übernommen hatte, vom Bielefelder Sportwissenschaftler Prof. Dr. Dietrich Kurz, zugleich persönlich berufenes Mitglied der Präsidialversammlung des Kirchentages und früher selbst aktiver Mittelstreckler bei Hannover 78.

Willi Lemke – der Marathonläufer

Die morgendlichen Bibelarbeiten, die traditionell auch an Nicht-Theologen vergeben werden, hielten diesmal neben etlichen Politikern auch der Liedermacher Heinz Rudolf Kunze, der Theater-Regisseur Prof. Jürgen Flimm sowie aus dem Sport: DFB-Pressesprecher Harald Stenger, Willi Lemke, früher Manager von Werder Bremen und heute Senator für Bildung und Wissenschaft in Bremen und der Unfall-Chirurg Prof. Dr. Axel Haverich aus Hannover, früher Handballspieler beim Bundesligisten TBV Lemgo. Willi Lemke, schon mehrfach beim BERLIN-MARATHON erfolgreich dabei war, läuft in diesem Jahr in seinem „Sprengel“ beim Bremen-Marathon mit.
Richtig sportpraktisch ging es beispielsweise beim Treffpunkt Tanz und Bewegung, beim Street-Soccer-Turnier, beim Klettern und anderswo in Workshops und auf einer Präsentationsmeile bei der Torschussgeschwindigkeitsmessung am Stand des Arbeitskreises Kirche und Sport zu … bis hin zum „Walk mit Gott“, einem vitalen Kirchentagsgottesdienst mit Picknick, und der Deutschen Pfarrersmeisterschaft im Fußball, den „German Popen Open“.

Dr. Detlef Kuhlmann


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