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Im Salzkammergut – beim Salinen-Feuerkogellauf am Ebensee

Ganz Verrückte begnügen sich aber nicht damit, den Berg zu erwandern ... Sie müssen den Berg hinauf laufen

09.06.2005

Im Salzkammergut – beim Salinen-Feuerkogellauf am Ebensee Im Salzkammergut – beim Salinen-Feuerkogellauf am Ebensee Im Salzkammergut – beim Salinen-Feuerkogellauf am Ebensee

Naturliebhaber und Bergfans schätzen den Ausblick, den man von Gipfel und Bergkuppen über das weite Land genießt. Dazu gehört für viele Bergwanderfreaks auch das „Erklimmen“ des Berges mit Wanderschuh und -stock. Bequemer ist zwar die Seilbahn, aber schließlich ist ja auch der Weg das Ziel und der unvergleichliche Talblick entschädigt für die Mühen.
Ganz Verrückte begnügen sich aber nicht damit, den Berg zu erwandern ... Sie müssen den Berg hinauf laufen, und das auch noch im Wettstreit!
So sammelte sich am 5. Juni ein beachtliches Starterfeld in Ebensee im Salzkammergut, um beim sogenannten „10. Salinen-Feuerkogellauf“ die Besten zu ermitteln. Im Rahmen der in der Berglaufszene inzwischen etablierten Veranstaltung – 1996 fanden hier die Europameisterschaften statt - wurden auch die Österreichischen Berglaufmeisterschaften sowie ein Deutsch-Österreichischer Ländervergleichskampf ausgetragen.

9 km für Frauen

Für die Frauen galt es, auf einer 9 km langen Strecke, die überwiegend über Wanderpfade und Trecking Trails, aber auch rutschige Wiesenpassagen führte, beachtliche 1250 Höhenmeter zu bewältigen. Auch die Männer starteten gemeinsam mit den Frauen im 425 m über Meereshöhe gelegenen Ebensee und liefen durch das Ziel auf dem 1530 m hohen Feuerkogel. Allerdings musste das starke Geschlecht ein wenig mehr Stehvermögen beweisen und auf der Bergkuppe eine Zusatzschleife laufen, sodass ihre Distanz 11 km betrug.

Lieber die Seilbahn ...

Die späteren Siegerzeiten bzw. km-Durchschnittszeiten (5:07 min/km Männer bzw. 7:04 die Frauenspitze) lassen erkennen, wie schwer der Anstieg auf den Feuerkogel ist- manch einer mag unterwegs die Betreuer insgeheim beneidet haben, denn diese nutzen lieber die Seilbahn...
Für Zuschauer und Betreuer war das Wetter alles andere als angenehm. Wolken verhangen und mit einer kräftigen Brise herrschten in 1500 m Höhe Temperaturen um 5°C. Für Berglaufnovizen (wie die Autorin des Artikels) war es aus psychologischer Sicht jedoch ideal: am Start war der in den Wolken versunkene Gipfel nicht sehen, sodass man sich die selbstgewählte Herausforderung „klein reden“ konnte. Im Tal herrschten noch recht angenehme Temperaturen von ca. 20 °C, allerdings hatte es bereits in der Nacht kräftig geregnet, sodass die Strecke aufgeweicht und rutschig sein durfte.

Regengüsse

Pünktlich zum Start öffnete Petrus nochmals seine Pforten, um die Läuferschar mit einem kräftigen Regenguss auf die Strecke zu schicken. Zunächst ging es auf asphaltierten Wegen mit moderatem Anstieg 2 km durch den Ort, vorbei an der Seilbahn-Talstation. Hier war also die letzte Möglichkeit, sich doch noch für die bequeme Variante der Gipfelersteigung zu entscheiden. Von nun an führte der Weg zunehmend steil bergauf, die Pfade wurden schmaler und wechselten mit Querungen von Bergwiesen und Geröllpfaden. Das Läuferfeld zog sich rasch auseinander und glich einer Perlenkette...
Bei km 8 war er dann endlich zu erkennen: der Gipfel des Feuerkogels! Nun mussten noch zwei letzte langgezogene Anstiege erklommen sowie eine Bergwiese mit gerade noch erkennbarem Rest eines Schneefeldes gequert werden. Ein kalter Wind begrüßte die erschöpften Läufer auf dem Gipfelplateau, aber auch beachtlich viele Zuschauer hatten den Weg nach oben gefunden.
Die Organisatoren der Veranstaltung hatten für den Transport der Kleidung gesorgt und stellten Duschräume und Massagemöglichkeiten zur Verfügung, was gern in Anspruch genommen wurde. Nach heißer Dusche und gelockerten Beinen konnte dann auch die Verpflegung- Bananen, verschiedene Müslis mit Milch, Äpfel und Getränke genossen werden. So blieb gerade noch ein wenig Zeit, um den herrlichen Ausblick- die Wolken waren inzwischen aufgerissen und gaben den Blick auf den Traunsee frei- zu bewundern, bevor auch schon die Siegerehrung stattfand.

Jonathan Wyatt

Bei den Herren verbesserte der die Berglauf-Szene beherrschende Jonathan Wyatt aus Neuseeland den Streckenrekord (2002: 59:11 durch Roman Skalsky, CZE) und lief bereits nach 56:17 min ins Ziel. Wyatt ist nicht nur 4-facher Berglaufweltmeister, sondern auch ein exzellenter „Flachstreckenläufer“. Bei den Olympischen Spielen in Atlanta 1996 wurde er 16er über 5000m, seine Marathonbestzeit steht bei 2:13 h. In Athen 2004 kam ihm die schwere olympische Marathonstrecke vielleicht entgegen - er lief 2:17.43. Auch der Zweitplazierte des Feuerkogellaufs, Florian Heinzle aus Dornbirn ist kein Unbekannter. Er wurde bereits 2003 Vizeweltmeister im Berglauf. Auch diesmal unterlag er Wyatt um 2 Minuten, blieb aber noch unter dem alten Streckenrekord. Dritter der Herrenwertung wurde Helmut Schiessl (58:32 min) aus Wien.

Sandra Baumann

Auch bei den Damen war ein hochrangiges Feld am Start, wobei aufgrund der Österreichischen Staatsmeisterschaften vor allem die einheimischen Bergläuferinnen auf sich aufmerksam machten. Es siegte die Vize-Europameisterin von 2003 und Bronzemedaillengewinnerin der Berglauf EM 2004 Sandra Baumann aus Österreich in 1:03.18 h. Ihre Landsfrau Petra Summer -ebenfalls Bronzemedaillengewinnerin der Berglauf-EM musste der Italienerin Antonelle Gnfartde (1:05.04) den Vortritt lassen und wurde Gesamtdritte und österreichische Vizemeisterin (1:05.39).
Für die Deutschen Starter und Starterinnen ging es zwar nicht um einen nationalen Meistertitel. Dennoch war die Teilnahme am Internationalen Salinenlauf als EM-Qualifikation ausgeschrieben, sodass sich auch die Deutschen Berglauf-Spezialisten der Herausforderung stellten.

Die Deutschen

Bester Deutscher bei den Herren wurde Andre Green (ASC Pinneberg, 1:00.27h) auf Platz 8 vor Dominik Ulrich (USC Freiburg, 1:00.31h) als Neunter.
Bei den deutschen Damen liefen Kerstin Harbich (Oberstaufen - 1:06.12), Alexandra Bott (Hanau-Rodenbach -  1:06.27), Steffi Buss (ASC Rosellen Neuss - 1:06.44) und Anja Carlsohn (SC Potsdam - 1:08.22) auf die Plätze 4 bis 7 im Gesamtklassement.

Anja Carlsohn


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