41. BMW BERLIN-MARATHON am 28. September 2014

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Helmut Schiessl überraschend als Zweiter - Berglauf Europameisterschaften

Buchendorfer überrascht mit Silber bei den Berglauf-Europameisterschaften am Großglockner – Gastgeber gewinnen mit Andrea Mayr und Florian Heinzle die Einzelmedaillen

10.07.2005

 Zwei Österreicher vergoldeten eine perfekte Berglauf-Europameisterschaft am Großglockner: In souveräner Manier gewann zunächst Andrea Mayr über 10,060 km und einer Höhendifferenz von 1335 m vor der Titelverteidigerin Anna Pichrtova und der Schweizerin Angeline Joly nach Silber im Vorjahr die Goldmedaille, dann rundete der frühere Junioren-Weltmeister und Vorjahreszweite Florian Heinzle mit seinem Sturmlauf über 12,950 km und einer Höhendifferenz von 1502 m Großglockner-Aussichtsplattform am Kaiser-Franz-Josefs-Höhe und seinem Sieg gegen den Titelverteidiger Marco de Gasperi unter dem Jubel seiner Landsleute ab. Und zwischen Heinzle und de Gasperi stürmte mit Helmut Schiessl vom TSV Buchenberg im Allgäu ein Deutscher zu Silber!

Schiessl überrascht Fachwelt

„Ich wollte so weit wie möglich unter die top ten laufen, aber dass es schlussendlich der zweite Rang geworden ist, damit habe ich wirklich nicht gerechnet!“ Als Vierter des Weltchampionats im italienischen Olympiaort Sauze d’Oulx hatte Schiessl bereits im Vorjahr die Fachwelt überrascht, nun darf er sich mit Fug und Recht als Weltklasseläufer bezeichnen. „Eine sensationelle Leistung“, zeigte sich der DLV-Berglauf-Chef Wolfgang Münzel begeistert, „seiner physischen Stärke musste sich selbst ein Klassemann wie Marco de Gasperi beugen. Diese Medaille ist Gold wert für den Berglauf in Deutschland!“ Nur um einen Hauch verpassten zudem die deutschen Männer mit Helmut Schiessl, dem über sich hinauswachsenden Dominik Ulrich und Timo Zeiler hinter Abonnementsmeister Italien, Großbritannien und Frankreich den dritten Rang, zwei Punkte trennten letztlich die Schiessl und Co. von Bronze. „Es ist ein tolles Gefühl, mit einer jungen Mannschaft international mitmischen zu können und dabei so starke Nationen wie die Schweiz, Österreich und Tschechien hinter sich lassen zu können!“ rückte Münzel vor der Nebel verhangenen Kulisse des weltbekannten Großglocknermassivs die Leistung des deutschen Männerteams zurecht.

Streckenzeit des Neuseeländers unterboten

Im direkten Schlagabtausch der weltbesten Berg(auf-)läufer fehlte alleine der Neuseeländer Jonathan Wyatt, doch der hatte dem Europachampionat vorgeschobenen offenen Lauf bei ungleich besseren Bedingungen und 820 Startern am Samstag mit einem souveränen Sieg und vier Minuten Vorsprung schon die Richtzeit von 1:12:55 Stunden vorgelegt. Doch die Streckenzeit des Neuseeländers sollte am Sonntag überraschend von gleich drei Athleten unterboten werden. Das Duell an der Spitze trieb zur schnellen Gangart auf dem äußerst selektiven Kurs hinauf zur Kaiser Franz-Josefs-Höhe in 2 370 m Höhe. Während der Dornbirner Florian Heinzle sich einen kleinen Vorsprung herauslaufen konnte, wechselte die Reihenfolge auf der nächsten Rängen. „Nach der zweiten Labestation war ich schon einmal Zweiter, doch im glitschigen kurzen Bergabstück ist mir Marco de Gasperi wieder etwas davon gelaufen“, gestand Helmut Schiessl. „Das brutal steile Schlußstück liegt mir allerdings, so dass ich wieder vorbei laufen konnte. Die Silbermedaille wollte ich mir dann schon nicht mehr nehmen lassen!“   

Dominik Ulrich läuit in die Weltklasse

Für das starke Abschneiden im Männerteam sorgte neben Schiessl vor allem der 23jährige Dominik Ulrich, der als Bäcker und Konditor mit einem Arbeitsbeginn um 2.30 Uhr am Morgen nur unter erschwerten Bedingungen trainieren kann und sich im zweiten Jahr seiner Berglaufkarriere als überraschender Zwölfter in die erweiterte Weltklasse laufen konnte. Dieses Niveau haben derzeit die deutschen Frauen nicht. Mit Alexandra Bott (15.), der Debütantin Anja Carlsohn (26.) und Kerstin harbich (31.) reichte es für das DLV-Team nur zum achten Platz. „Da habe ich schon eine bessere Platzierung erwartet“, so ein enttäuschter Berglaufchef Münzel. Ungleich besser hätte es freilich mit einer deutschen Meisterin Steffi Buss in Normalform ausgesehen, doch diese kam als 43. nicht einmal mehr in die Teamwertung.      

Wilfried Raatz

Berglauf-Europameisterschaften Heiligenblut/ AUT (10.7.):
Männer (12,950 km/ HD 1502 m):
1. Florian Heinzle (Aut) 1:11:36, 2. Helmut Schiessl (De/ TSV Buchenberg) 1:12:16, 3. Marco de Gasperi (Ita) 1:12:35, 4. Raymond Fontaine (Fra) 1:13:08, 5. Robert Krupicka (Cze) 1:13:10, 6. Martin Bajcicak (Svk) 1:13:38, 7. Marco Gairardo (Ita) 1:13:41, 8. Martin Cox (Gbr) 1:14:06, 9. Vernon (Gbr) 1:14:07, 10. Abate (Ita) 1:14:22, 11. Gex-Fabry (Sui) 1:14:26, 12. Dominik Ulrich (De/ USC Freiburg) 1:14:26, 13. Rancon (Fra) 1:14:57, 14. A. Jones (Gbr) 1:15:07, 15. Nogueira (Por) 1:15:21, 16. Jöhl (Sui) 1:15:26, 17. Davies (Gbr) 1:15:33, 18. Lamovec (Slo) 1:15:38, 19. Dupont (Fra) 1:15:48, 20. Tvedt (Nor) 1:16:02, 21. Batory (Svk) 1:16:23, 22. Kröll (Aut) 1:16:30, 23. Dastan (Tur) 1:16:36, 24. Timo Zeiler (De/ TSV Trochtelfingen) 1:16:44, 25. Chicco (Ita) 1:16:46, 26. Capitan (Esp) 1:16:51, 27. Krähenbühl (Sui) 1:16:56, 28. Arsian (Tur) 1:17:02, 29. Blaha (Cze) 1:17:28, 30. Castaner (Esp) 1:17:44, … 60. André Green (De/ LG Wedel-Pinneberg) 1:23:39 (81 Läufer im Ziel) –

Mannschaften: 1. Italien (de Gasperi, Gaiardo, Abate) 20, 2. Großbritannien (Cox, Vernon , Jones) 31, 3. Frankreich (Fontaine, Rancon, Dupont) 36, 4. Deutschland (Schiessl, Ulrich, Zeiler) 38, 5. Schweiz (Gex-Fabry, Jöhl, Krähenbühl) 54, 6. Österreich (Heinzle, Kröll, Rieder) 55, 7. Tschechien 65, 8. Slowakei 77, 9. Türkei 90, 10. Slowenien 97 (17 Mannschaften gewertet).      

Frauen (10,060 km/ HD 1 335 m): 1. Andrea Mayr (Aut) 1:07:42, 2. Anna Pichrtova (Cze) 1:09:38, 3. Angeline Joly (Sui) 1:10:44, 4. Svetlana Demidenko (Rus) 1:11:03, 5. Vittoria Salvini (Ita) 1:11:34, 6. Nathalie Etzensberger (Sui) 1:13:25, 7. Mary Wilkinson (Gbr) 1:13:35, 8. Victoria Wilkinson (Gbr) 1:13:44, 9. Confortola (Ita) 1:13:48, 10. Guillot (Fra) 1:13:57, 11. Farget (Fra) 1:14:09, 12. Baumann (Aut) 1:14:11, 13. Melicherova (Svk) 1:14:40, 14. Sink (Slo) 1:14:46, 15. Alexandra Bott (De/ SSC Hanau-Rodenbach) 1:14:48, 16. Zatorska (Pol) 1:15:18, 17. Haakenstad-Evertsen (Nor) 1:15:31, 18. Sadkova (Cze) 1:15:45, 19. Wilson (Gbr) 1:16:00, 20. Gaviglio (Ita) 1:16:04, 21. Matyasova (Cze) 1:16:06, 22. Fernandez (Esp) 1:16:24, 23. Sukhova (Rus) 1:16:34, 24. Hizar (Slo) 1:16:54, 25. Havlova (Cze) 1:16:56, 26. Anja Carlsohn (De/ LG Nike Berlin) 1:17:05, 27. Chaika (Ukr) 1:17:59, 28. Morstofolini (Ita) 1:18:00, 29. Clauss (Fra) 1:18:41, 30. Lafaye (Fra) 1:18:57, 31. Kerstin Harbich (De/ TSV Oberstaufen) 1:19:03 … 43. Stefanie Buss (De/ ASC Rosellen-Neuss) 1:22:20 (70 Läuferinnen im Ziel) –

Mannschaften: 1. Großbritannien (M. Wilkinson, V. Wilkinson, Wilson) 34, 2. Italien (Salvini, Confortola, Gaviglio) 34, 3. Tschechien (Pichrtova, Sadkova, Matyasova) 41, 4. Schweiz (Joly, Etzensberger, Riem) 44, 5. Frankreich (Guillot, Farget, Clauss) 50, 6. Österreich (Mayr, Baumann, Rausch) 51, 7. Russland (Demidenko, Sukhova, Korotkova) 71, 8. Deutschland (Bott, Carlsohn, Harbich) 72, 9. Slowenien 74, 10. Polen 98 (17 Mannschaften gewertet).  

Offener Lauf (9.7./ 12,950 km/ HD 1502 m): Männer: 1. Wyatt (Nzl) 1:12:55, 2. Brown (Gbr) 1:16:58, 3. Heigl (Aut) 1:17:22, 4. Stark (Aut) 1:17:42, 5. Sichermann (De/ LG Kreis Ansbach) 1:18:55, 6. Du-Bois (Aus) 1:20:12, 7. Schmuck (Aut) 1:21:09, 8. Zupanec (Slo) 1:21:36, 9. Reitberger (Aut) 1:21:56, 10. Lelut (Fra) 1:23:22;

Frauen: 1. Kubicka (Aut) 1:36:53, 2. Laznik (Aut) 1:38:46, 3. Mosterca (Cze) 1:40:39. 

-wira


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