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Schnelle Läufe beim Golden-League-Meeting in Oslo

30.07.2005

Im neuen Osloer Bislett Stadion fand Teil drei der IAAF TDK Golden League statt. Die 5000 m der Männer brachten dabei einige Überraschungen. Die Tempomacher passierten die 1000 m in 2:34,63 Minuten, doch wollten die anderen Athleten nicht so recht mitgehen. Der einzige, der dem Tempo folgte, war der 23-jährige Sammy Kipketer (Kenia). Doch das Feld kam nach einigen Runden wieder zusammen, da das Tempo immer langsamer wurde.

Es wurde sogar so langsam, dass sich der norwegische 5.000-m-Rekordhalter Marius Bakken an die Spitze setzen konnte. Und das sollte nicht der einzige weiße Läufer bleiben. Plötzlich kam auch noch der US-Meister Tim Broe mit an die Spitze und stellte die Kenianer für zwei Runden in den Schatten. Dann aber kamen Moses Mosop und Sammy Kipketer. Sie ließen als erstes den Norweger hinter sich und danach den Amerikaner.

Aber mit einem hatten weder Mosop noch Kipketer gerechnet, der 36-jährige Kenianer John Kibowen holte die beiden auf den letzten einhundert Metern ein und siegte in einer Zeit von 13:07,74 Minuten mit neuer Saisonbestleistung. Zweiter wurde Moses Mosop (13:07,81) und in 13:09,16 wurde Sammy Kipketer Dritter.

Sabrina Mockenhaupt startete bei den 3000 m in Oslo, auch wenn sie nicht ganz vorne mitlaufen konnte. Naomi Mugo (Kenia) setzte sich schon nach 400 m an die Spitze und ließ die Tempomacherin hinter sich. Aber Jo Pavey aus Großbritannien ließ Mugo nicht alleine ziehen und überholte die Kenianerin. Es hatte sich schnell eine vierköpfige Spitzengruppe gebildet. Zu dieser gehörten auch noch Isabella Ochichi aus Kenia und eine ehemalige Kenianerin, die nun für Bahrain startet: Maryam Jamal Yusuf.

Jo Pavey ging als erste auf die letzten 400 m, doch schon nach einhundert Metern ging Maryam Jamal Yusuf zum Spurt über und gewann mit einer Zeit von 8:28,89 Minuten und neuer Weltjahresbestleistung. Isabella Ochichi wurde in Saisonbestleistung als Zweite mit 8:31,42 gestoppt. Dritte wurde die Britin Jo Pavey (8:33,79), die sich klasse geschlagen hatte. Sabrina Mockenhaupt belegte Platz zehn mit einer Zeit von 8:46,38.

Adrianova bleibt ihrer Favoritenrolle gerecht

Die 800 m der Frauen waren mit der zweimaligen Russischen Meisterin Tatyana Adrianova, der US-Hallenmeisterin Hazel Clark und der Russin Svetlana Cheraskova, die Maria Mutola nach einer zweijährigen Siegessträhne geschlagen hatte, stark besetzt. Die Tempomacherin, Natalia Lavshuk, ging mit sehr hohem Tempo an und hatte nur Svetlana Cheraskova hinter sich.

In einer Zeit von 55.43 gingen sie die 400m an. Cheraskova hat dann auch, nachdem die Tempomacherin ausgestiegen war, versucht das hohe Tempo beizubehalten. Doch auf den letzten 100 m kam die Russische Meisterin Tatyana Adrianova, überholte ihre Landsfrau und siegte in 1:56,92 Minuten. Olga Kotlyarova, die sich an die Fersen von Adrianova geheftet hatte, kam auf den zweiten Platz mit neuer persönlicher Bestzeit von 1:57,55 während Svetlana Cheraskova nur noch als Dritte ins Ziel kam mit 1:57,86. Hazel Clark aus den USA kam als Vierte ins Ziel, ebenfalls mit neuer persönlicher Bestzeit von 1:57,99.
 
Aber nicht nur die Frauen zeigten ein schnelles Rennen in Oslo. Bei den Männern waren nicht nur der der Olympiasieger Yuriy Borzakovskiy aus Russland, sondern auch der Silbermedaillengewinner Mbulaena Mulaudzi aus Südafrika und der zweifache US-Meister Khadevis Robinson mit dabei.

Nach 400 m führte Khadevis Robinson in 50.06 Sekunden. Er verteidigte zunächst noch Platz eins, doch dann kam der Olympiasieger Yuriy Borzakovskiy. Er überholte Khadevis Robinson, der vollkommen einbrach. Außen kam auch noch der Südafrikaner Mbulaena Mulaudzi, der sich das ganze Rennen zurück gehalten hatte. Er überholte noch auf dem letzten Meter den Olympiasieger Borzakovskiy, der nur Zweiter wurde in 1:44,18. Mulaudzi gewann in 1:44,15 und hat damit zum dritten Mal den Borzakovskiy geschlagen. Dritter wurde der erst 18-jährige Kenianer Alfred Kirwa Yego (1:44,45).

Schnelle Meile bei den Männern 

Den Schlusspunkt setzten die Meilenläufer am Freitag in der norwegischen Hauptstadt. Das Feld war wie auch schon bei den beiden 800-m-Läufen stark besetzt. Mit dem Bronze- und Silbermedaillengewinner von den Olympischen Spielen, Rui Silva aus Portugal und Bernard Lagat (USA), dem kenianischen Hallenweltmeister Paul Korir und dem Quatar-Rekordhalter Dahame Najem Bashir hatte dieses Feld Weltklasse-Niveau.

Alan Webb führte das Feld an und ging die 800m in 1:51,17 durch. Zusammen mit Daniel Kipchichir Komen und Bernard Lagat bildete sich eine Dreiergruppe heraus. Doch der Tempomacher machte keine gute Arbeit und verlangsamte das Rennen in der vorletzten Runde, weswegen das Feld wieder dichter zusammen kam. Dahame Najem Bashir nutze die Chance, ging außen am sprintenden Komen vorbei und sicherte sich so den ersten Platz in 3:47,97 Minuten mit neuem Asienrekord sowie neuer Weltjahresbestleistung.

Zweiter wurde der erst seit kurzem für die USA startende Bernard Lagat (3:48,38) und Dritter der Kenianer Daniel Kipchichir Komen in neuer persönlicher Bestleistung von 3:48,49. Der zweite US-Athlet, Alan Webb, kam als Vierter ebenfalls mit neuer persönlicher Bestleistung von 3:48,92 ins Ziel.


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