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Helmut Schiessl gewinnt WMRA Long Distance-World-Challenge

Überragender Erfolg für den 33jährigen Allgäuer in den französischen Pyrenäen

02.08.2005

Helmut Schiessl kann sich freuen - hier beim Gewinn der Silbermedaille bei den Europameisterschaften am Großglockner.
© wira

Überragender Erfolg für den 33jährigen Allgäuer in den französischen Pyrenäen – Schiessl: „In der Weltspitze endlich angekommen“


Weltklasseathlet

Der Deutsche Leichtathletik-Verband hat mit Helmut Schiessl wieder im Laufbereich einen Weltklasseathleten! Nicht überraschend, aber eminent wichtig für den DLV kommt der jüngste Erfolg aus dem Lager der Bergläufer: Der 33jährige aus Buchenberg im Allgäu gewann im französischen Pyrenäenort Cauterets die zweite WMRA-Langstrecken-Challenge über 42,2 km und einer Höhendifferenz von 2 010 m und sorgte damit zwei Wochen nach dem Gewinn der Silbermedaille bei den Berglauf-Europameisterschaften am Großglockner für einen weiteren Höhepunkt in seiner beeindruckenden Karriere vom Volksläufer zum Weltklasseathleten. „Damit bin ich in der Weltspitze endlich angekommen“, freute sich der 33jährige im Ziel im kleinen Wintersportort Cauterets in den Pyrenäen.

Dominanz

Der Buchenberger dominierte bei der zweiten Auflage des Long Distance-Championats des Berglauf-Weltverbandes WMRA im Rahmen des traditionsreichen „Le Marathon du Vignemale“ die Konkurrenz nach Belieben, musste aber in der Schlussphase von Krämpfen geplagt dennoch um seinen Sieg bangen. „So hart habe ich noch niemals um einen Sieg gekämpft! Im Ziel musste ich mich erst einmal hinsetzen“ gestand Helmut Schiessl. Aus dem zeitweise sechsminütigen Vorsprung wurden letztlich gerade einmal 37 Sekunden, die der Allgäuer im Ziel vor dem vor allem bergab stark auftrumpfenden Slowenen Toni Vencelj hatte. „Es ist schon kurios: Du siehst praktisch das ganze Rennen über niemand und musst dennoch um den Sieg bangen, weil dir einer förmlich im Nacken sitzt!“

Sturz

Knackpunkt des souverän gestalteten Rennens in Cauterets, einem 1200 Einwohner kleinen Wintersportort im Nationalpark an der Grenze zwischen Frankreich und Spanien mit viermaliger „Tour de France-Bekanntheit“, war für den passionierten Bergläufer ein Sturz sieben Kilometer vor dem Ziel. „Vielleicht war ich mir meiner Sache zu sicher, habe den Fuß bei einer der vielen tückischen Geröllpassagen nicht recht gehoben und schon war’s passiert“. Mehrfach musste Schiessl im steilen Bergabstück zum Ziel hinunter nach Cauterets wegen Krämpfen anhalten, so dass sein Vorsprung Minute um Minute schmolz, so dass der zweitplatzierte Slowene den Deutschen schließlich im Blickfeld hatte. „Eigentlich ist es aber egal, ob ich im Ziel sechs Minuten oder nur dreißig Sekunden Vorsprung habe, Hauptsache gewonnen! Ich habe mir bei jedem Zwangsstopp gesagt, die anderen sind genauso platt wie du. Vielleicht konnte ich deshalb auf dem letzten Kilometer noch einmal forcieren!“

Früherer Volksläufer

Der frühere Volksläufer mit Vorliebe für die „langen Kanten“ wie den Rennsteiglauf und den Schwäbisch Alb-Marathon hat für zwei Monate seinen Beruf als Zimmermann aufgegeben, um unter Profibedingungen seine Chancen in der Weltspitze der Bergläufer auszuloten – und eilt damit nun von Erfolg zu Erfolg. Die ausgelobte Siegesprämie von 1500 Euro kommt dem Buchenberger deshalb gelegen, vor allem deshalb, weil der Veranstalter dem Deutschen, der übrigens bei der Premiere im vergangenen Jahr beim Schweizer Traditionsrennen Sierre-Zinal hinter dem Mexikaner Ricardo Mejia bereits Zweiter geworden war, keine Fahrtkosten bezahlen wollten. „Wäre der DLV nicht eingesprungen, hätte ich mir die aufwändige Reise in die Pyrenäen nicht leisten können!“ 
Den Frauenwettbewerb sicherte sich die hierzulande unbekannte Australierin Emma Murray in 4:37:29 Stunden mit nahezu zwanzig Minuten Vorsprung vor der Österreicherin Marion Kapuscinski und der früheren Berglauf-Weltmeisterin Isabelle Guillot.

Medaillen an 6 Nationen

Alleine die Tatsache, dass die Medaillen bei den Männern und Frauen an sechs verschiedene Nationen gingen, belegt allerdings längst nicht den Stellenwert der WMRA-Long-Distance-World-Challenge. Der Weltverband hat nach einem glänzenden Auftakt im vergangenen Jahr beim Wallis-Klassiker Sierre-Zinal mit der Vergabe in den fernen Pyrenäenort Cauterets keinen weiteren Schritt zur Reputation der Randdisziplin Berglauf getan, zumal sich der Veranstalter keine Mühe gegeben hatte, namhafte Athleten für dieses Championat zu gewinnen. „Mir jedenfalls kann es letztlich gleich sein, welche Konkurrenz hinter mir eingelaufen ist. Tatsache ist, wer nicht am Start ist, der kann auch nicht gewinnen. Für mich hat dieser Sieg den gleichen Stellenwert wie die Silbermedaille bei den Europameisterschaften, die ich gegen die komplette Weltspitze mit Ausnahme von Jonathan Wyatt errungen habe!“ 

Wilfried Raatz

WMRA-Long Distance-World-Challenge Cauterets/FRA (24.7.):
Le Marathon du Vignemale (42,2 km/ HD 2010 m):
Männer:
1. Helmut Schiessl (De/ TSV Buchenberg) 3:59:47, 2. Toni Vencelj (Slo) 4:00:24, 3. Daniel Bolt (Sui) 4:05:20, 4. Frederic Frezoul (Fra) 4:06:12, 5. Christophe Cazau (Fra) 4:11:21, 6. Wolfgang Zingl (Aut) 4:13:34, 7. Samuel Bonaudo (Esp) 4:14:42, 8. Paul Sichermann (De/ LG Kreis Ansbach) 4:16:12.
Frauen: 1. Emma Murray (Aus) 4:37:29, 2. Marion Kapuscinski (Aut) 4:55:52, 3. Isabelle Guillot (Fra) 5:08:41.  


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