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WM (8. Tag): Tirunesh Dibaba läuft zu historischem Doppelsieg

14.08.2005

© Victah Sailer

Die Äthiopierin Tirunesh Dibaba hat bei den Weltmeisterschaften in Helsinki Leichtathletik-Geschichte geschrieben. Als erste Frau hat sie bei globalen Titelkämpfen – also Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen – beide Bahn-Langstrecken gewonnen: Nach dem 10.000-m-Sieg vom Eröffnungstag fügte sie nun eine Woche später auch die Goldmedaille über 5.000 Meter hinzu. Auch keinem Mann ist bisher in der Geschichte der WM dieser Doppeltriumph gelungen.

Bei Olympischen Spielen gelang insgesamt fünf Athleten dieses Doppel. Vor 25 Jahren war es zuletzt der Äthiopier Miruts Yifter, der die 5.000 m und 10.000 m gewann. Sogar zweimal lief Lasse Viren (Finnland) zu diesen beiden Goldmedaillen bei Olympia (1972 und 1976). Vladimir Kuts (UdSSR/1956), Emil Zatopek (Tschechoslowakei/1952 bei Olympia in Helsinki) und Hannes Kolehmainen (Finnland/1912) waren seine Vorgänger.

Nun also kam Tirunesh Dibaba, die einmal mehr mit einem eindrucksvollen Spurt in 14:38,59 Minuten siegte, was zugleich Meisterschaftsrekord bedeutete. Und wie schon bei den 10.000 Metern teilten sich die Äthiopierinnen wiederum alle drei Medaillen. Silber ging an Meseret Defar (14:39,54) und Bronze wie bereits über 10.000 m an Tiruneshs Schwester Ejegayehu (14:42,47). Die vierte Äthiopierin im Rennen, Meselech Melkamu, belegte auch den vierten Rang (14:43,47). Ihr folgte Huina Xing (China/14:43,64).

Es war die Chinesin Yingjie Sun, die nach relativ verhaltenem Anfangstempo an der 1000-m-Marke (3:02,53) die Pace forcierte. Der nächste Kilometer wurde dann in 2:51 Minuten gelaufen. Danach ging es jedoch wieder zurück zum Drei-Minuten-Schnitt. 4000 Meter waren nach 11:54,40 erreicht. Zwei Runden vor Schluss rannten immer noch elf Läuferinnen an der Spitze. Nun setzte sich Huina Xing an die Spitze. Doch die Äthiopierinnen blieben ihr auf den Fersen und forcierten in der letzten Runde wie schon über 10.000 Meter enorm die Pace.

Tirunesh Dibaba lief die letzte Runde in rund 58 Sekunden, die letzten 200 Meter in 28 Sekunden. Dennoch gab sich Meseret Defar erst auf den letzten Metern geschlagen. „Ich hatte ein langsames Rennen erwartet. Aber Yingjie Sun machte mit ihrer Tempoarbeit den Meisterschaftsrekord möglich“, sagte Tirunesh Dibaba, die erklärte: „Meine Kusine Derartu Tulu ist eine große Inspiration für mich gewesen.“ Tulu hatte für Äthiopien 1992 und 2000 olympisches 10.000-m-Gold gewonnen.


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