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Fällt der Weltrekord im Rückwärts-Skaten?

Interview mit Rafael Mittenzwei, dem aktuellen Weltrekordhalter, der am Sonnabend beim real,- BERLIN-MARATHON startet

18.09.2005

Wenn am 24. September der Startschuss für den 32. real,- BERLIN-MARATHON für Inline-Skater fällt, werden zwei Starter eine besondere Herausforderung suchen: Sowohl Jörn Seifert als auch Rafael Mittenzwei wollen den Guiness-Buch-Weltrekord im Rückwärts-Skaten brechen (2:16:16 Stunden). Gerte John sprach mit dem Weltrekordler Rafael Mittenzwei über dieses Vorhaben.

 

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, rückwärts zu skaten?

Mittenzwei: Die Idee ist bei einer von uns organisierten Skate-Reise ins Zillertal entstanden. Wir wollten die Teilnehmer damals auch in Action filmen. Da die Digitalfilmerei zu diesem Zeitpunkt noch nicht auf dem Stand von heute gewesen ist, war es kaum möglich, aus der Fahrt gute Bilder zu machen. Meist sah man die Leute auf den Bildern dann doch nur von hinten. Ich bin dann dazu übergegangen, lange Strecken rückwärts vor den Skatern herzufahren. Das war die einzige Möglichkeit für gute Aufnahmen. Daraus ist dann die Idee entstanden, auch mal einen Marathon rückwärts zu skaten.

 

Waren Sie mit diesem Vorhaben der Erste, oder gab es vor Ihnen schon Rückwärts-Skater? 

Mittenzwei: Es gab damals schon ein paar Skater, die sich rückwärts fortbewegten. Als ich mein Vorhaben publik machte, gab es auch schon einen Weltrekord über die Marathon-Distanz.

 

Und Ihr erster Rückwärts-Marathon? 

Mittenzwei: Ich bin erstmals im Frühjahr 2003 in Hannover rückwärts an den Start gegangen. Dort habe ich den Weltrekord um 17 Minuten unterboten. Beim 30. real,- BERLIN MARATHON konnte ich mich dann im gleichen Jahr noch einmal um 14 Minuten verbessern.

 

Was haben Sie sich in diesem Jahr vorgenommen?

Mittenzwei: Vorne soll möglichst eine eins stehen – das heißt, eine Zeit unter zwei Stunden ist mein großes Ziel. In jedem Fall soll mein derzeitiger Weltrekord von 2:16:16 Stunden fallen.

 

Die Strecke hat einige Kurven, und Sie sind nicht allein auf der Straße. Wie weiß man da, wo es lang geht? 

Mittenzwei: Ich fahre in einem Team. Dazu gehört auch „mein Auge“ Matthias Wolff, der wichtigste Mann im Team. Ich nenne ihn so, weil er für mich sieht. Wenn ich rückwärts laufe, fährt er vorwärts hinter mir her und schaut immer direkt an meinen Kopf vorbei. Darüber hinaus fahren je drei Fahrer rechts und links von mir.

 

Mit Jörn Seifert hat sich ein zweiter Fahrer angemeldet, der ebenfalls den Weltrekord im Visier hat. Wie gehen Sie mit dieser Konkurrenz um? 

Mittenzwei: Ich sehe das Ganze sportlich. Im Wettkampf gehen wir als Konkurrenten an den Start, aber egal wie es ausgeht, hinterher freue ich mich auf ein alkoholfreies Weizen-Bier mit Jörn. Der Bessere soll gewinnen. Mir ist vor allem wichtig, dass bei der ganzen Aktion der Spaß nicht zu kurz kommt.

 

 

 

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