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Driss El Himer „Ich möchte gewinnen und den Europarekord brechen“

24.09.2005

Driss El Himer
© Victah Sailor

Driss El Himer, der beste europäische Läufer beim real,- BERLIN-MARATHON 2005. Wir haben mit dem 31-jährigen Franzosen gesprochen:
 

Was sind Ihre Ziele beim real,- BERLIN-MARATHON? 

Driss El Himer: Mein klares Ziel ist es, zu gewinnen! Aber ich möchte auch den europäischen Rekord (2:06:36 von Antonio Pinto/Portugal und Benoit Zwierzchiewski/Frankreich) brechen, besonders da es auch der französische Rekord ist. (Driss’ Bestzeit liegt bei 2:06:48/Paris 2004) 

 

Die Wetterprognose liegt für Sonntag bei 20° Grad. Sind diese Temperaturen ein Problem für Sie? 

Driss El Himer: „Für mich sind Temperaturen um 10 Grad am besten, vielleicht auch 15 Grad. Aber 20 Grad sind nicht all zu schlecht, mir macht es nichts aus.“  

 

Haben Sie sich die Strecke schon angeschaut, und wissen Sie, dass es heißt sie sei sehr schnell? 

Driss El Himer: “Ich habe noch nicht viel von der Strecke gesehen, aber ich weiß, dass die Strecke schnell und flach ist.“

 

Wen würden Sie als schärfsten Konkurrenten sehen?

Driss El Himer: „Ich würde sagen, dass Michael Rotich aus Kenia (er ist der schnellste Läufer im Feld mit 2:06:33 Paris/2003) mein schärfster Konkurrent sein wird, auch wenn ich die anderen Kenianer nicht aus den Augen lassen darf. Aber Rotich ist derjenige, auf den ich besonders achten werde.”

 

Haben Sie sich schon eine bestimmte Taktik überlegt?

Driss El Himer: „Der Race-Director Mark Milde hat einen Pacemaker, der die Führungsgruppe bei 63 Minuten zum Halbmarathon führen soll. Ich werde in dieser Führungsgruppe mitlaufen. Wo auch immer Rotich sein wird, ich werde ihn im Auge behalten und auch da sein.“

 

Haben Sie vor, an einem bestimmten Punkt auszureißen?

Driss El Himer: „Falls der Tempomacher uns zu 30 km bringt, denke ich, dass ich versuchen werde, danach zu attackieren, aber es hängt vom Rennverlauf ab.“  

 

Sie sind in Marrokko geboren und haben nachdem Sie für die Französische Fremdenlegion gedient haben, französischer Staatsbürger geworden. Wie kam das?

Driss El Himer: Ich bin 1993 im marrokkanischen Junioren-Team bei den Cross-Weltmeisterschaften im spanischen Amorebieta gelaufen. Ich war damals 18 Jahre alt. Durch Zufall habe ich bei der Siegerehrung den Legionärsgeneral, Christian Piquemal, kennen gelernt. Er war sehr an Sport interessiert und hatte einen Cousin, der französischer Cross Meister war. Er hatte damals versucht, ein Legionärs-Team zusammen zu stellen und sagte, es wäre schön, wenn ich auch beitrete. Also habe ich das gemacht und viele andere Marokkaner folgten, auch Mohammed Ouadi, aber ich war der erste.“

 

Sagen Sie damit, sie haben sofort die französische Staatsbürgerschaft erhalten oder haben Sie ihn nach der Zeit bei der Legion bekommen?

Driss El Himer: „Ich wurde französischer Staatsbürger nach drei Jahren bei der Fremdenlegion. So wird es immer gehandhabt. Ich war in Aubagne und Marseille stationiert, aber jetzt wohne ich mit meiner Frau in Strassburg.“ (Driss hat 2001 die Fremdenlegion verlassen, nachdem er fünf Jahre gedient hat).

 

Wir haben von Ihnen in diesem Jahr noch nicht viel gesehen. Warum?

Driss El Himer: „Ich war drei Monate lang verletzt, ich hatte rechts einen Muskelfaseranriss und konnte nicht laufen. Ansonsten wäre ich beim Rotterdam-Marathon im April gelaufen. Ich bin bei den Olympischen Spielen in Athen nicht so gut gelaufen (68. in 2:29:07), aber es war echt hart und sehr heiß.”

 

Jetzt sind Sie aber wieder fit, wo haben Sie sich auf Berlin vorbereitet?

Driss El Himer: „Zuhause in Frankreich und zusätzlich war ich beim Höhentraining in Font Romeu. Ich bin bis zu 220 km pro Woche gelaufen, bin fit und bereit zum Rennen.“

 

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