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Philip Manyim: „Mit einem Sieg gegen meine Landsleute hatte ich nicht gerechnet“

26.09.2005

Philip Manyim
© Victah Sailer

Kurz nach seinem Sieg beim real,- BERLIN-MARATHON in 2:07:41, haben wir mit dem Gewinner, Philip Manyim (Kenia), gesprochen.

Wir waren sehr überrascht über Ihren Sieg, denn es war ja gerade einmal Ihr dritter Marathon. Lernen Sie schnell?

Philip Manyim: „Ja, der Erfolg kam überraschend, denn mit einem Sieg gegen meine kenianischen Landsleute, die schon 2:06 gelaufen sind, habe ich nicht gerechnet. Mit Gottes Hilfe habe ich das Rennen gewinnen können.“

Sie haben zu einem Zeitpunkt attackiert, wo einige Leute zu attackieren begannen – kurz vor 30 km. Es war ein warmer Tag, Sie mussten also ein große Portion Mut und den Glauben an Ihre Fähigkeiten haben, um zu attackieren?

Philip Manyim: „Ich habe in Kenia mein Training von früh am morgen auf 9 Uhr umgestellt. Deswegen hatte ich nichts zu befürchten, aber es ist in nicht so großer Höhe schwerer bei warmem Wetter zu atmen, also das war das eigentliche Problem.“

Heiße Wetterbedingungen müssen nicht unbedingt leichter für Kenianer sein?

Philip Manyim: „Es ist sehr schwer auch für Kenianer bei hohen Temperaturen zu laufen, da wir immer sehr früh am morgen trainieren und in den Bergen, wo es so und so kühler ist. Wenn andere Probleme mit den heißen Temperaturen haben, dann haben wir sie auch.“

Sie haben Ihre internationale Karriere als Hindernisläufer begonnen und Sie haben auch das Tempo für Weltrekorde gemacht (Manyim hat für den Marrokaner Brahim Boulami bei seinem Weltrekord in Zürich 2001 Tempo gemacht). Wie kam der Wechsel zum Marathon?

Philip Manyim: „Ich habe einen italienischen Trainer, Renato Canova, und dieser sagte mir, dass das Laufen über Hindernisse die gleichen Belastungen hat wie das Rennen auf der Straße. Dadurch habe ich eigentlich schon die optimale Trainingshärte vom Hindernislauf für den Marathon. Das war meine Ambition, und ich habe es mit Erfolg probiert.“

Renato Canova trainert viele gute kenianische Athleten. Was halten Sie von ihm?

Philip Manyim: „Ich danke ihm und hoffe, dass Gott ihm dabei helfen wird, den Kenianern zu assistieren, die bei ihm bleiben wollen. Er ist ein sehr guter Trainer und er hat durch seine Arbeit in Italien viel Erfahrung.” (Canova trainert neben vielen anderen auch den ehemaligen Kenainer Stephen Cherono, der nun für Katar unter Saif Saaeed Shaheen läuft Hindernis-Weltmeister 2003 und 2005).

Wir wissen alle, dass Berlin eine sehr schnelle Strecke hat, und Sie haben die drittschnellste Zeit in diesem Jahr egalisiert. Wieviel schneller können Sie laufen?

Philip Manyim: „Wenn ich mich gut fühle und gut vorbereitet bin, dann hoffe ich, wenn nicht sogar 2:05 zu erreichen, dann doch unter 2:06:30.“

Was sind Ihre jetzigen Pläne? In Kenia haben Sie eine Frau und zwei Kinder – und Sie nehmen ja eine Menge Preisgeld mit. Was sind Ihre generellen Pläne?

Philip Manyim: „Mein Plan ist es, nach Hause zu gehen und im Dezember mit meiner Familie unseren Hochzeitstag zu feiern. Danach werde ich wieder das Training wieder aufnehmen, da, wenn man anfängt Geld auszugeben, seine Karriere vergisst. Also werde ich das Geld zur Seite legen und meine Karriere fortsetzen und hoffen, noch besser zu werden.“

Sind Sie jetzt ein richtiger Marathonläufer?

Philip Manyim: „Ja, denn meine Fähigkeiten, mit einer kurzen Vorbereitung mehrmals erstklassige Zeiten von 2:08 Stunden beziehungsweise jetzt auch 2:07:41 Stunden laufen zu können, heißt, dass ich vielleicht beim nächsten Mal unter 2:07:30 laufen kann. Vielleicht auch 2:06, mit mehr Erfahrung.”


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