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Griesheim - Nach Anwohnerprotesten das Aus für eine Traditionsveranstaltung

Mario Kröckert lief als Zweiter 1:04:35 Stunden beim 35. Griesheimer Straßenlauf – Unverständnis bei vielen der 1200 Teilnehmer

04.10.2005

Mit einem 25 km-Straßenlauf an Buß- und Bettag fing einstmals der lauforientierte Turn- und Sportverein Griesheim, der landauf landab die Langstreckenszene zum Jahresausklang in die 20 000 Einwohnerstadt vor den Toren Darmstadts zog.

Egal, ob Lutz Philipp, Edmundo Warnke, Reinhard Leibold oder Rainer Wachenbrunner, ob Charlotte Teske, Christa Vahlensieck oder Carla Beurskens, Griesheim war nicht nur für die nationale Spitze ebenso ein Muss wie für die seinerzeit stetig ansteigende Schar von Breitensportlern. Die Streichung des Feiertags im November konnten den Griesheimern ebenso wenig anhaben wie das nach internationalen Gepflogenheiten verändertes Streckenmaß auf die Halbmarathondistanz und die Verlegung auf den Nationalfeiertag Anfang Oktober.

Flexibel

Man zeigte sich flexibel, 1.000 Starter Jahr für Jahr das Mindestmaß, Zuwächse nach oben kein Problem. Länderkämpfe mit der Schweiz und den Niederlanden, deutsche Meisterschaften, Landesmeisterschaften, die Griesheimer Strecke in unterschiedlicher Variation mit Stadtpassagen und Abschnitten durch die Gemüseanbaufelder war der Boden für eine Vielzahl von Bestleistungen und Hausrekorden. Nach 35 Jahren mustergültiger Organisation haben nun die Macher des TuS Griesheim kapituliert. Kapituliert vor den Behörden und anstehenden gerichtlichen Auseinandersetzungen.

Individualinteressen kontra Bewegungsdrang von 1.200 Läufern  

„Wir haben nach zähen Verhandlungen für 2005 gerade noch einmal eine Ausnahmegenehmigung für diese Strecke erhalten“, kommentierte Heinz Heitzenröder den Abgang der Traditionsveranstaltung. „Die Stadt Griesheim bot uns bereits eine Ausweichstrecke im Süden der Stadt an, die über Felder ins Niemandsland führt und keine ausreichende Infrastruktur beinhaltet. Das jedenfalls kommt für uns nicht in Betracht!“ Auslöser waren Beschwerden von Anwohnern, die sich in der Stadtgemarkung „Am Kirschberg“ in ihrer individuellen Freizügigkeit beeinträchtigt fühlten und nicht nach Belieben ihre PKWs für einen Zeitraum von zwei bis drei Stunden bewegen konnten. Unter Androhung von gerichtlichen Auseinandersetzungen „knickte die Stadtverwaltung“ (so TuS-Veranstalter Heitzenröder) ein und untersagt künftig die populäre Veranstaltung und damit den Bewegungsdrang von 1.200 Läufern. 

Neues Laufangebot beim „Zwiebelmarkt“

„Wir werden uns im kommenden Jahr mit einem neuen Laufangebot an unsere treue Laufkundschaft wenden“ blickt man bei den Leichtathleten des Mehrspartenvereins TuS Griesheim bereits in die nächste Zukunft. Das Prädikat „offizieller Vorbereitungslauf für den Frankfurt-Marathon“ wird man dann allerdings vergessen können. Denn künftig ist die sogenannte „Zwiebelmeile“ geplant, ein über sieben Kilometer führendes Straßenrennen im Rahmen des Griesheimer „Zwiebelmarktes“, der alljährlich am dritten Wochenende im September zur Durchführung kommt.

„Die neue Strecke wird eine Wendepunktstrecke bis zum Stadtausgang in östlicher Richtung sein, die mit sechs Teilnehmern gelaufen in der Addition die Marathondistanz ergibt“, erklärt Heitzenröder, der 26 Jahre lang die Geschicke des Griesheimer Straßenlaufes gelenkt hat und trotz Wehmut ob der Traditionsveranstaltung aufgeschlossen für neue Projekte nach vorne blickt. Bislang ist allerdings die Stimmung in Läuferkreisen eher nostalgisch. „Warum denn nicht in die Gemarkung ausweichen, wie es früher einmal war“ fordern manche der Stammläufer beim Kehraus in der Hegelsberghalle bei der Siegerehrung. „Warum noch ein Kirmesrennen? Davon gibt es doch schon genügend!“ Das jedenfalls ist für die TuS-Organisatoren kein Thema. „Das ist in der heutigen Zeit nicht mehr angesagt!“

Mario Kröckert meldet sich als Hoffnungsträger zurück

1.260 Anmeldungen konnten die Griesheimer zum Kehraus verbuchen, darunter 895 für den Halbmarathon. Mit der Nummer eins ging dabei Mario Kröckert im Trikot von Bayer 04 Leverkusen ins Rennen, im Schlepp die beiden Kenianer Collins Kibet und Raymond Kimutai Bett. Der 27jährige, der in der allmählich ausklingenden Saison bislang noch nicht in Erscheinung getreten war, stellte sich jedoch in Griesheim in einer bemerkenswerten Verfassung vor. „“Ich habe mich in diesem Jahr zunächst auf meinen Studienabschluss im Bereich Sportmanagement konzentriert. Seit zehn Wochen trainiere ich nun wieder intensiv – und es läuft derzeit sehr gut!“

Konsequent einen Kilometerschnitt knapp über 3:00 Minuten

Kröckert lief derart konsequent einen Kilometerschnitt knapp über 3:00 Minuten, dass die mit wesentlich stärkeren Bestzeiten angereisten Kenianer ihre liebe Mühe mit dem „Ausreißer“ hatten. Erst in der Schlussrunde zog Collins Kibet gleich und arbeitete sich in der Folge einen kleinen Vorsprung heraus, der allerdings nie mehr als zwanzig, dreißig Meter groß wurde. „Ich habe noch einmal im Spurt versucht heran zu kommen, doch der Kenianer hat immer wieder zurückgeschaut und wollte sich die Prämie nicht mehr wegnehmen lassen“, erklärte Mario Kröckert das Finale aus seiner Sicht. „Die Zeit kann man stehen lassen!“ freute sich der Leverkusener angesichts der 1:04:35 Stunden, die für ihn im Ziel wenige Schritte nach dem Zieleinlauf des Kenianers notiert wurden. Damit rangiert Mario Kröckert sogar in der DLV-Bestenliste hinter dem Braunschweiger Oliver Dietz (1:04:23) auf Platz zwei.

In erster Linie Straßenläufe

Verletzungsfrei über den Winter kommen, das ist für Mario Kröckert während der kommenden Wochen und Monate angesagt. „Cross ist nicht mein Ding. Deshalb werde ich in erster Linie Straßenläufe bestreiten und im Frühjahr angreifen. Die EM-Norm von 28:30 ist für mich realistisch zu packen!“ Auch wenn er, wie beim real,- BERLIN-MARATHON als Tempomacher für Melanie Kraus, bereits an der Marathondistanz schnuppert, wird dies für den 27jährigen „in den nächsten beiden Jahren“ kein Ziel sein. „Ich denke, über 10 000 m und der Halbmarathonstrecke habe ich noch Potential. Das möchte ich ausreizen. Für einen Wechsel zum Marathon ist dann immer noch Zeit“, umreißt der blonde Leverkusener seine Ziele.

Als Achtzehnte des insgesamt noch leistungsschwachen Gesamteinlaufes lief mit Susan Jepkorir bereits die erste Frau nach 1:17:41 Stunden ins Ziel ein, nachdem sie sich nach 17 km von Veronika Ulrich (LG Neu-isenburg/ Heusenstamm) hatte lösen können, die mit 1:18:54 ungefährdet Zweite wurde.  

Wilfried Raatz     

 


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