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Felix Limo und Deena Kastor gewinnen Chicago-Marathon

Felix Limo (KEN) siegte auch beim 31. real,- BERLIN-MARATHON 2004 in 2:06:44

09.10.2005

Deena Kastor gewinnt in Chicago 2005
© Victor Sailer

Felix Limo und Deena Kastor gewinnen Chicago-Marathon

Felix Limo und Deena Kastor haben den Chicago-Marathon gewonnen. Der Kenianer, der den 31. real,- BERLIN-MARATHON 2004 in 2:06:44 gewonnen hatte, lief bei guten Wetterbedingungen 2:07:02 Stunden und gewann vor seinen Landsleuten Benjamin Maiyo (2:07:09) und Daniel Njenga (2:07:14). Felix Limo stellte damit eine neue Jahresweltbestzeit auf. Er verbesserte die Marke des London-Marathon-Siegers Martin Lel (Kenia) um 24 Sekunden.

Vierter wurde Evans Rutto (Kenia), der es damit verpasste, als erster Läufer einen Hattrick beim Chicago-Marathon zu erreichen. Rutto hatte in den vergangenen zwei Jahren gewonnen, war dabei 2003 mit 2:05:50 Stunden das schnellste Marathon-Debüt aller Zeiten gelaufen und benötigte nun 2:07:30 Stunden. Die ersten zehn Plätze gingen an Kenianer.

Deena Kastor - erster US-Sieg

Bei den Frauen gab es zum ersten Mal seit vielen Jahren einen US-amerikanischen Sieg bei einem der großen Marathons. Chicago zählt neben London, Boston, Berlin und New York zu der neuen Gruppierung der, Big Five. Deena Kastor gewann den Chicago-Marathon in der Weltklassezeit von 2:21:25 Stunden. Nachdem sie frühzeitig geführt hatte, war es am Ende allerdings knapp geworden. Nur fünf Sekunden hinter ihr wurde die Rumänin Constantina Tomescu-Dita Zweite. Rang drei belegte Masako Chiba (Japan) mit 2:26:00, Vierte wurde mit Colleen de Reuck (2:28:40) eine weitere Amerikanerin. Beide Gewinner erhielten ein Rekord-Preisgeld von 125.000 Dollar für den Sieg - es ist das höchste Sieggeld, das bisher bei einem Marathon gezahlt wurde.

Am Beginn zu langsam

Das Rennen der Männer begann konträr zum letzten Jahr - wesentlich langsamer als geplant. Es war vor zwölf Monaten, als die Tempomacher die 5-km-Marke in viel zu schnellen 14:25 Minuten passiert hatten. Das war eine Zwischenzeit, die hochgerechnet schon recht nahe an die Zwei-Stunden-Barriere herankommen würde. Am Ende gewann damals Evans Rutto mit 2:06:16. Dieses Mal wurden die 5 km in 15:37 Minuten passiert, was normalerweise auf eine Zeit von knapp 2:12 Stunden hinauslaufen würde. Doch die Pacemaker forcierten nun das Tempo. Der Kenianer Gilbert Okari führte die etwa 15-köpfige Spitzengruppe in 30:26 Minuten zur 10-km-Marke.

Auch Sammy Korir dabei

Hinter Gilbert Okari liefen die Favoriten des hochklassig besetzten Rennens. Felix Limo, dessen persönliche Bestzeit aus dem vergangenen Jahr bei 2:06:14 Stunden (Sieger in Rotterdam) steht, und Daniel Njenga (Kenia/2:06:16) sowie der Boston-Marathon-Sieger von 2004, Timothy Cherigat, waren ebenso darunter wie die Kenianer William Kipsang, James Kwambai, Benjamin Maiyo,  Laban Kipkemboi und natürlich der zweitschnellste Läufer aller Zeiten, Sammy Korir (2:04:56 - Zweiter beim 30. real,- BERLIN-MARATHON 2003).

Endzeit von 2:06:35?

Vor der 20-km-Marke (60:08 Minuten) forcierte Evans Rutto für kurze Zeit das Tempo. Als sein Trainingspartner Gilbert Okari die Spitze wieder übernahm, hatten die ersten den Anschluss verloren. Das Tempo blieb in dieser Phase des Rennens hoch. Und die 25-km-Marke war nach 1:15:00 Stunden erreicht, was auf eine Endzeit von 2:06:35 Stunden hinausgelaufen wäre.

Bis zur 35-km-Marke (1:45:17) hatte sich das Feld auf fünf Läufer reduziert: Limo, Maiyo, Rutto, Njenga und Patrick Ivuti (Kenia) rannten zusammen. Es waren dann Ben Maiyo, der ebenso wie unter anderen Evans Rutto zur Trainingsgruppe von Dieter Hogen gehört, und Felix Limo, die das Tempo forcierten. Auf dem letzten Kilometer löste sich schließlich Felix Limo, der von Jos Hermens gemanagt wird, und gewann.

„Ich wusste, dass es ein harter Kampf werden würde“, erklärte Felix Limo. „Und ich habe mich bemüht, locker auszusehen, um meine Konkurrenten damit zu beeindrucken. Bei 40 km habe ich in die Gesichter meiner Rivalen geschaut. Danach habe ich das Tempo verschärft. Maiyo hielt dagegen, deswegen habe ich mit meinem zweiten Antritt bis Kilometer 41 gewartet.“

Tempowechsel-Training

Ben Maiyo, der seine Bestzeit von zuvor 2:09:45 Stunden, deutlich auf 2:07:09 steigerte, erklärte, dass ihm die Tempowechsel in der ersten Phase des Rennens nicht zusagten. „Das war wie ein Tempowechsel-Training“, sagte Ben Maiyo, der seinen Trainingspartner Evans Rutto hinter sich ließ. „Im Training war er immer hinter mir“, sagte Evans Rutto, worauf Ben Maiyo meinte: „Ein Wettkampf ist eben etwas anderes als Training.“

Deena Kastor wollte unter 2:20:00 laufen

Bei den Frauen stand vor allen eine im Blickpunkt: Die Olympia-Dritte Deena Kastor. Die US-Amerikanerin wollte ihren eigenen nationalen Rekord (2:21:16) unterbieten und als erste Amerikanerin unter 2:20 Stunden laufen. „Ich habe entsprechend trainiert, um eine solche Zeit erreichen zu können“, hatte Deena Kastor gesagt.

Entsprechend setzte sich Deena Kastor an die Spitze des Feldes und bestimmte die Pace. Nach 32:40 Minuten erreichte sie Kilometer 10, nach 49:10 war sie bei 15 km, und die erste Hälfte lief Deena Kastor in viel versprechenden 69:16 Minuten. Nur zwei Sekunden zurück lag Constantina Tomescu-Dita, zehn Sekunden Rückstand hatte die Japanerin Masako Chiba. Alle drei waren also auf Kurs für eine Zeit von unter 2:20 Stunden. 

Hochklassiges Duell

Noch einmal verschärfte Deena Kastor das Tempo und vergrößerte ihren Vorsprung zunächst. Doch Tomescu-Dita kam wieder heran, und das hochklassige Duell setzte sich fort. Nach 1:38:31 Stunden erreichte Deena Kastor die 30-km-Marke drei Sekunden vor Dita. Bis auf 40 Sekunden wuchs der Vorsprung bei 35 km (1:55:09). Doch auf den letzten Kilometer verlor Deena Kastor an Fahrt und verpasste schließlich sowohl eine Zeit unter 2:20 Stunden als auch ihren US-Rekord. Schließlich hatte sie sogar Glück, fünf Sekunden Vorsprung ins Ziel zu retten vor der noch einmal stark aufkommenden Rumänin. „Ich wollte eine persönliche Bestzeit laufen, das habe ich geschafft“, sagte Constantina Tomescu-Dita, die bereits im August in Helsinki Marathon-Bronze gewonnen hatte und acht Tage vor Chicago Halbmarathon-Weltmeisterin geworden war.

Ergebnis ist okay

„Es ist ein tolles Gefühl, hier gewonnen zu haben. Constantina lief ein großes Rennen, und es war ein harter Kampf. Die letzten 10 km waren schwer“, sagte Deena Kastor und fügte hinzu: „Ich wäre gerne schneller gelaufen, aber das Ergebnis ist okay für mich.“

 

MÄNNER

 

1Felix LimoKEN
2:07:02
2Benjamin MaiyoKEN2:07:09
3Daniel NjengaKEN2:07:14
4Evans RuttoKEN2:07:28
5Patrick IvutiKEN2:07:46
6Laban KipkemboiKEN2:09:22
7William KipsangKEN2:09:49
8Timothy CherigatKEN2:10:34
9Sammy KorirKEN2:10:53
10John GwakoKEN2:12:30

 

FRAUEN

 

1Deena Kastor USA
2:21:25
2Constantina Tomescu-Dita ROM2:21:30
3Masako Chiba JPN2:26:00
4Colleen De Reuck USA 2:28:40
5Eri Hayakawa JPN2:28:50
6Blake Russell USA 2:29:10
7Kathy Butler GBR 2:30:01
8Tatyana Petrova USA 2:31:03
9Kate Smyth AUS2:33:42
10Grazyna Syrek POL2:36:32

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