42. BMW BERLIN-MARATHON am 27. September 2015

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Rekordfestival in Mainhattan

Ideale Temperaturen mit 12° C am Start und 18° C im Ziel der Eliteläufer verhalfen zum Saisonfinale der deutschen Marathonszene dem Messe Frankfurt-Marathon zu einem „Allzeithoch“.

31.10.2005

Frankfurt-Marathon: Der Mann mit dem Hammer am Start und kurz vor dem Ziel
© hme

Rekordfestival in Mainhattan Rekordfestival in Mainhattan

Wilfred Kigen sprintet in 2:08:29 vor drei im Sekundentakt folgenden Kenianer zum Rekord beim Messe Marathon Frankfurt – Alevtina Biktirmirova lässt Favoritin Marleen Renders bei einem Quantensprung auf 2:25:12 keine Chance – 17 195 Anmeldungen in Frankfurt

Ideale Temperaturen mit 12° C am Start und 18° C im Ziel der Eliteläufer verhalfen zum Saisonfinale der deutschen Marathonszene dem Messe Frankfurt-Marathon zu einem „Allzeithoch“. Angeführt von dem neuen Streckenrekord von Wilfred Kigen mit 2:08:29 Stunden blieben auch dessen kenianische Landsleute Jason Mbote, Wilson Kigen und Charles Kibiwot unter dem bisherigen Streckenrekord ihres Landsmannes Boaz Kimaiyo, steigerte die russische Überraschungssiegerin Alevtina Biktirmirova mit 2:25:12 Stunden die Kursbestzeit von Luminita Zaituc (2:26:01), fuhr die Handbike-Siegerin Andrea Eskau im Duell mit der Holländerin Monique van der Vorst mit 1:13:15 Stunden eine bislang in der Welt noch nicht erzielte Endzeit und schlussendlich setzte der Frankfurt-Marathon mit total 17.195 Anmeldungen und 10.946 Marathon-Einschreibungen ein neues Maß in Mainhattan.

In Prozentzahlen ausgedrückt konnten die Frankfurter Macher sogar gegen den Trend der deutschen Marathonläufe mit 5,8 % einen Zuwachs verzeichnen, in der totalen Anmeldestatistik bedeutet dies sogar ein Plus von 12,8 Prozent. Mit den vier kenianischen Himmelsstürmern unter dem bisherigen Streckenrekord von 2:09:10 katapultieren den Messe Frankfurt Marathon in der nationalen Rangliste der schnellsten Endzeiten hinter Berlin nahezu auf eine Stufe mit Hamburg, während man mit 8 850 Finishern in der nationalen Rangliste hinter Berlin (30.358), Hamburg (17.557) und Köln (10.862) auf die vierte Position vorrücken konnte. Tendenz steigend.

Vandreike: „Ein perfekter Tag“

„Das war ein perfekter Tag für den Marathon in Frankfurt“ zog letztlich ein komplett zufriedener Sportdezernent Achim Vandreike ein Fazit, dem sicherlich nichts hinzufügen war. Bis auf die Fußnote, dass Frankfurts Sportchef als Startläufer unter 930 Marathonstaffeln erstmals im wahrsten Sinne des Wortes hautnah Marathonatmosphäre schnuppern und die 11,2 km-Teilstrecke mit Respekt und einer „tollen Erfahrung“ absolvieren konnte. Das Rekordfestival in der Bankenmetropole ist allerdings auch ein Steilpass für 2006, wo die Frankfurter 25 Jahre Stadtmarathon feiern dürfen und voraussichtlich wieder den historischen Römer in den Streckenverlauf integrieren wollen.

Mit unerschütterlichem Selbstbewusstsein zum Sieg

„Als Kibiwot wegzog, war ich mir sicher, dass dies zu schnell sei. Deshalb beschloss ich mein eigenes Tempo zu laufen“, schilderte der 30jährige Wilfred Kigen eine vorentscheidende Rennphase nach 38 km. Zu diesem Zeitpunkt waren neben dem Hamburg-Zweiten der beim Berlin-Marathon als Tempomacher souverän auftretende Jason Mbote, Wilfreds Cousin Wilson Kigen und eben Charles Kibiwot. Wenig später waren die vier erneut auf einer Linie im Drei-Minuten-Kilometertempo unterwegs.

Kurz vor dem Einbiegen in das Messegelände startete Mbote einen Angriff auf die Siegerprämie, den alleine Wilfred Kigen kontern konnte. „Ich wusste, dass es in der Festhalle noch einmal einhundert Meter waren“ – und der Vater dreier Kinder aus Iten nahe Eldoret war der glückliche Sieger dank seines unerschütterlichen Selbstbewusstseins im aufreizenden Sprintduell auf dem roten Teppich in Frankfurts „Gudd Stubb“. Eine Sekunde später folgte Mbote, ein Wimpernschlag, der im Vergleich zur Siegerprämie von 40.000 Euro einen Prämienunterschied von 12.500 Euro allerdings ausmachte. Mit vier und sechs Sekunden Abstand folgten Cousin Wilson Kigen mit einer Steigerung um fünf Minuten und Kibiwot, den zweifachen Marathonsieger von Reims, mit einem Platzierungsgeld von 15.000 bzw. 8.000 Euro.

Weiße „Farbtupfer“ in der afrikanischen Phalanx

Die einzigen „Farbtupfer“ im Konzert der bis zur Halbdistanz führenden 22köpfigen afrikanischen Phalanx waren der als Pacemaker eingesetzte Carsten Eich, dem mit einer Zwischenzeit von 1:04:37 eine Punktlandung nach Absprache gelang, und der russische Olympiadreizehnte Leonid Shvetsov, der sich in der Folge mit mutiger Führungsarbeit allerdings selbst um die Früchte seiner Arbeit brachte und als Fünfter in 2:10:05 weitgehend leer ausging. Dem hochgehandelten zweifache Frankfurt-Sieger Boaz Kimaiyo plagte seine im Frühjahr erlittene Oberschenkelverletzung doch stärker als ihm lieb war, so dass er nach 33 km aus dem Rennen gehen musste. Auch der Mitfavorit Philipp Tarus sah das imposante Ziel in der Festhalle nur noch als Zuschauer, dagegen finishte völlig unbemerkt der frühere Hindernis-Olympiasieger Matthew Birir als Achter in 2:12:41, noch deutlich vor dem finnischen Europameister Janne Holmen, der mit 2:14:58 Elfter wurde.

Freizeitläufer Tobias van Ghemen wird bester Deutscher

Für den 33jährigen Darmstädter Tobias van Ghemen lief das Rennen im Windschatten von Marleen Renders wie geschmiert, der zur Überraschung vieler wie schon im Frühjahr beim Gutenberg-Marathon in Mainz als bester Deutscher im internationalen Feld einkam. Auf Rang 18 schaffte von Ghemen nicht nur im vierten Rennen über die Marathondistanz mit nunmehr 2:26:47 zum vierten Male eine Steigerung, sondern zugleich auch die Hessenmeisterschaft, die mit einer Boston-Reise zusätzlich belohnt wurde. Ein Riesenergebnis für den Controler einer Darmstädter Firma für Messtechnik mit einem 40-Wochenstunden-Job. Das Nachsehen hatten dabei Philipp Büttner, der DM-Halbmarathondritte von Ohrdruf, und der aus Äthiopien stammende, in Deutschland mit zahlreichen DLV-Jugend- und Juniorentiteln geehrte Terefe Desaleng, der sein Marathondebüt mit einem glänzenden ersten Abschnitt begann, aber wie auch André Sommer im zweiten Abschnitt mächtig „büßen“ musste.

Der Aufstieg einer 23jährigen Russin in die Weltklasse

Bei den Frauen war alles auf einen Sieg von Marleen Renders eingestimmt, doch die inzwischen 36jährige belgische Rekordhalterin mit 2:23:05 Stunden scheiterte nach zweijähriger, verletzungsbedingten Marathonabstinenz nach furiosem Start (1:11:54) an der unwiderstehlichen Aufholjagd der Russin Alevtina Biktimirova. Die erst 23jährige aus der 1200 km von Moskau entfernten Millionenstadt Tscheboksary, der Hauptstadt der Republik Tschuwaschien, war als Zweite des Turin-Marathons mit einer Bestzeit von 2:31:39 angereist und nutzte die idealen Laufbedingungen am Main mit einem leistungsmäßigen Quantensprung auf 2:25:12 und zum Aufstieg in die Weltklasse mit einem 25.000 Euro-Preisgeld. „Ich war hinter Marleen Renders bei Halbzeit weit zurück und wollte eigentlich nur unter 2:30 Stunden laufen. Als ich aber nach 30 km näher kam, fühlte ich mich sehr stark und konnte sie einfangen“, gestand die junge Russin, die sich vier Wochen lang im kaukasischen Höhenzentrum Kislowodsk auf ihren sechsten Marathon vorbereitet hatte.

Mit einem Rückstand von achtzig Sekunden hatte Alevtina Biktimorova zusammen mit der später aus dem Rennen gehenden Kenianerin Mary Ptikany und den beiden 19jährigen Äthiopierinnen Mindaye Gishu und Tola Roba die erste Verfolgergruppe gebildet. Welch Talent in der jungen Alevtina Biktimirova heranreift, das mögen die Splits für die beide Halbdistanzen verdeutlichen. Schon die erste Hälfte lief die Russin mit 1:13:17 im Bestzeitbereich, für die zweite Hälfte benötige sie schier unglaubliche 1:11:55. „Diese Endzeit habe ich partout nicht erwartet!“ staunte Alevtina Biktimirova nicht schlecht über ihren Aufstieg in die erweiterte Weltklasse.  

Marleen Renders: Trotz Platz zwei nicht unzufrieden

Nach zwei Operationen war Marleen Renders trotz enttäuschendem Rennausgang keineswegs unzufrieden mit ihrem Comeback. Mit ihren beiden Pacemakern Dick van den Broeck und Filip Vanhaecke war die resolute Tempoläuferin nach Frankfurt angereist, doch für den belgischen Routiniers keineswegs ein gescheitertes Unternehmen. „Ich bin mit der Leistung zufrieden, auch wenn ich nicht gewonnen habe. Auch wenn dies andere denken, ich bin nicht zu schnell angelaufen! Kommentierte Marleen Renders ihr vierzehntes Marathonresultat unter der 2:30-Stunden-Marke. Unter dieser Marke blieben übrigens in Frankfurt mit Tola Roba und Mary Ptikany zwei weitere Läuferinnen. Ohne die kurzfristig wegen einer Erkältung absagenden Ulrike Maisch war dem Frauenrennen sicherlich ein spannendes Element genommen, denn als beste deutsche Läufern lief auf Rang zehn die nahe Frankfurt lebende Veronika Ullrich in 2:51:02 ins Ziel.

Wilfried RaatzMen:

Männer:

1 Wilfred KIGEN KEN 2:08:29
2 Jason MBOTE KEN 2:08:30  
3 Wilson KIGEN KEN 2:08:34  
4 Charles KIBIWOT KEN 2:08:36  
5 Leonid SHVETSOV RUS 2:10:05  
6 Tesfaye DEREJE ETH 2:11:47  
7 Philip TARUS KEN 2:12:33  
8 Matthew BIRIR KEN 2:12:41  
9 Abraham TANDOI KEN 2:13:04
10 Peter KORIR KEN 2:14:22

Frauen:
 
1 Alevtina BIKTIMIROVA  RUS    2:25:12
2 Marleen RENDERS BEL    2:26:26  
3 Tola ROBA   ETH    2:29:30
4 Mary PITKANY  KEN    2:29:45  
5 Svetlana PONOMARENKO RUS 2:31:26  
6 Mindaye GESHU  ETH    2:33:05  
7 Tatyana ZHIRKOVA RUS    2:37:06
8 Olga GLOK  RUS    2:38:06
9 Tanith MAXWELL  RSA    2:41:03
10 Veronika ULRICH GER    2:51:07


 


 

 


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