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Kondius Marathon-Staffel: Von Mathe über McDonald’s bis Japan

21.11.2005

Die Botschaft beim Fotoshooting auf dem Siegertreppchen
© Marisa Reich

Kondius Marathon-Staffel: Von Mathe über McDonald’s bis Japan

Die Kondius Berliner Marathon-Staffel animierte trotz Regen am Sonntag insgesamt 3.508 Läufer. Dabei gab es eine Reihe von bemerkenswerten Staffel-Besetzungen. Im Team ‚Schwarzbrote’ liefen fünf Mitglieder der Familie Schwarzkopf, die am Ende den 441. Platz belegten.
 
Es gab sogar eine Geburtstagstaffel. Ob sich Dagmar die Staffel zum Geburtstag wünschte oder ihre Freunde und Familie ihr die Marathon-Staffelteilnahme zum Geburtstag schenkten, bleibt ihr Geheimnis, aber das ist doch mal eine gute Idee für den nächsten Geburtstag.

Aber auch immer mehr Firmen und ihre Angestellten sehen die Marathonstaffel als ein Event an, bei dem das Betriebsklima auf Hochglanz gebracht werden kann, denn Laufen regt ja bekanntlich den Geist an und schafft Ausgleich. Also gingen Mitarbeiter verschiedenster Firmen und Abteilungen am Sonntag mit gutem Beispiel voran. So stellten nicht nur Staatsdiener, wie das Bundesfinanzministerium, sondern auch Hochschulen wie die FU Staffeln auf. Für die FU gingen nicht etwa Sportwissenschaftler, Medizinstudenten oder Biologen an den Start – nein, die FU schickte zum wiederholten Mal die Mathematiker ins Rennen. Sogar eine reine Frauenstaffel des FU-Mathe-Teams nahm teil. Das erste FU-Mathe-Team kam sogar auf einen achtbaren 13. Platz in sehr guten 2:40:51 Stunden. Ob somit bewiesen ist, dass Laufen schlau macht wissen wir nicht, aber es macht glücklich und so gingen auch Teams an den Start, die einen nicht ganz alltäglichen Beruf haben. Die Staffel des BKA sorgte am Sonntag für ,Recht und Ordnung’, und mit dem 22. Platz waren sie flott im Ziel. Gedopt wurde wohl auch nicht. Dafür war das Team des Instituts für Dopinganalytik dabei und nach 3:44:15 Stunden im Ziel.

Immer mehr Firmen, allen voran ihre Angestellten, nehmen an Events wie der Kondius Berliner Marathon-Staffel oder auch im Frühsommer bei der Berliner HypoVereinsbank TEAM-Staffel teil. Dabei macht es keinen Unterschied, aus welcher Branche eine Firma kommt. Seien es Mitarbeiter der Fastfood-Kette McDonald’s, die nach 2:50:54 Stunden das Ziel erreichten, oder von Krankenversicherungen wie der AOK (über neun Teams) oder der BKK. Auch Elektronikhersteller wie die vier Teams von Sony oder Banken wie Commerzbank oder Deutsche Bank ließen es sich nicht nehmen, mit Mitarbeitern dabei zu sein. Keine der insgesamt 564 Männer- und Frauen-Staffeln, ließ sich von dem Regen die Stimmung verderben – zudem waren auch noch Jugendteams dabei.
Aber auch Weltrekordhalter zeigten am Wochenende ihr Interesse an Breitensport-Ereignissen wie der Kondius Berliner Marathon-Staffel. Die frisch gekürte Blinden-Weltrekordhalterin im Marathon, Regina Vollbrecht, animierte Freunde und Kollegen, alle ebenfalls blind, die Marathonstaffel anzugehen. Dies ist natürlich besonders schwierig, denn trotz Begleitläufer, hat der Wald seine eigenen Tücken. Aber alles ist gut gegangen, und so kamen Regina Vollbrecht, Christian Möller, Isa Fähnrich, Regine Jäger und Klaus Assmann nach 4:10:10 Stunden ins Ziel.

Die Internationalität der Kondius Berliner Marathon-Staffel wird wohl nie so groß sein wie die beim real,- BERLIN-MARATHON. Dennoch gab sich die Japanische Botschaft bereits zum zweiten Mal einen Ruck und zeigte den anderen Botschaften, dass man auch in fremden Ländern gemeinsam Freude beim Laufen haben kann. „Trotz des Wetters haben wir großen Spaß gehabt, und wir sind alle glücklich, dass wir unsere Strecken gemeistert haben“, sagt Kiyo Ubukata, die für Kultur- und Öffentlichkeitsarbeit in der Botschaft Japans arbeitet und in der ersten Frauenstaffel der Japanischen Botschaft mitlief. Der Regen machte den Japanern nichts aus. Bewaffnet mit Schirmen und Regenjacken hatten sie auch abseits der Rennstrecke viel Spaß zusammen. „Wir werden bestimmt bei der nächsten Marathonstaffel wieder teilnehmen.“ Aber wie es sich gehört, wird jetzt erst einmal gefeiert – nicht, wie wir vielleicht denken könnten, aufgrund eines Sieges. Nein, bei den Japanern wird auch gefeiert, wenn alle gesund und munter ins Ziel gekommen sind. ,Ein bisschen Spaß muss sein’ – die Japaner waren jedenfalls vorbildlich.                

MARISA REICH


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