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SCC-RUNNING – Läufer des Monats (17): Olaf Beyer

Schon als Jugendlicher gewann Olaf Beyer sämtliche nationalen Meisterschaften, und auch seine Bestleistung konnte er Jahr für Jahr steigern

30.11.2005

Olaf Beyer bei der Kondius Berliner Marathon-Staffel
© Marisa Reich

 

Olaf Beyer, der mit 48 Jahren fast so fit ist wie seine heranwachsenden Top-Läufer, ist seit dem Kindesalter dem Laufen verbunden. Zu dem Sport kam der Familienvater einst durch seinen eigenen Vater, der ebenfalls Mittelstreckler war. Sein Vater, der mit über 70 Jahren heute noch täglich läuft, verschaffte seinem talentierten Sohn einst  das nötige Umfeld für den Leistungssport. Schon als Jugendlicher gewann Olaf Beyer  sämtliche nationalen Meisterschaften, und auch seine Bestleistung konnte er Jahr für Jahr steigern. Nach seinem Abitur nahm er in Potsdam sein Lehramtsstudium auf. Damals, im DDR-Sportsystem, konnte er einen Sonderstudienplan in Zusammenarbeit mit der Hochschule aufstellen, um das Studium neben dem hohen Trainingsumfang zu schaffen.

Größter Triumph: Europameister über 800 m

Olaf Beyer studierte Mathematik und Physik und konzentrierte sich auf die  Mittelstrecke. In Budapest feierte er 1978 seinen größten sportlichen Triumph. Mit 21 Jahren gewann er die 800-m-Europameisterschaft vor den legendären Briten Steve Ovett und Sebastian Coe in 1:43,84 Minuten.

Aber Olaf Beyer war nicht nur sportlich erfolgreich. 1990 schloss er das Studium ab, in dem er für seinen Sport sechs Urlaubssemester genommen hatte. „Heute entscheiden sich Sportler leider nicht immer für den Leistungssport, da das dann oft gegen eine Ausbildung spricht oder finanziell nicht zu realisieren wäre“, sagt Olaf Beyer mit Blick auf die schlechte Förderung talentierter Athleten in Deutschland.  

 

Nach erfolgreichen Jahren als Mittelstreckler hatte Olaf Beyer 1985 seine sportliche Karriere beendet und widmete sich mehr seiner Familie, ohne aber seine Leidenschaft, das Laufen, aus den Augen zu verlieren. Seine Frau läuft selbst nicht, unterstützt ihn und seinen Sohn, der im Nachwuchsbereich schon mehrfach Norddeutscher Meister über die 400 m wurde, aber bei diesem zeitaufwendigen Hobby.

Tägliches Training

Seit dem Ende seiner leistungssportlichen Karriere 1985 läuft Olaf Beyer noch täglich, und 2003 trat er dann auch zum ersten Mal bei einem Marathon an. Dafür suchte sich der Potsdamer gleich eines der schwersten Marathonrennen in Deutschland aus. Er startete beim Brocken-Marathon, dem Harzgebirgslauf, der über den mit 1.142 Metern höchsten Harz-Berg führt. Olaf Beyer benötigte dafür 3:45:50 Stunden.

Trainingsgruppe ‚Team 2008’

Aber auch wenn seine leistungssportliche Karriere eigentlich seit nunmehr 20 Jahren beendet ist, kommt Olaf Beyer nicht weg von den Wettkämpfen. Ob es Seniorenmeisterschaften, Straßen- oder Crossläufe sind, fast überall trifft man ihn oder einen seiner Schützlinge der Trainingsgruppe ‚Team 2008’, in der hoffnungsvolle junge Berlin-Brandenburger Talente mit dem Ziel, die Olympischen Spiele 2008 zu erreichen, trainieren.

Mit vier seiner insgesamt sieben Athleten trat Olaf Beyer bei der Kondius Berliner Marathon-Staffel an. Diese rannten dann gleich auf den ersten Platz, und das genau zehn Jahre, nachdem Olaf Beyer das letzte Mal diese Staffel, damals noch mit dem SCC, gewinnen konnte. „Ich wollte einfach mal wieder in der Siegerstaffel laufen. Als im September meine Trainingsgruppe mit Steffen Berger und Juliane Becker verstärkt wurde, ergab sich die Möglichkeit“, sagt Olaf Beyer, der dafür aber erstmal sein eigenes Training etwas kontinuierlicher gestalten musste, um topfit zu sein. Seinem Lebensmotto ‚Was uns nicht umbringt, macht uns hart’ scheint Olaf Beyer stets zu folgen.

 

Olaf Beyers Lieblingslaufstrecke: Die frühere SCC-Cross-Country-Strecke über den Teufelsberg, weil sie hart ist. „Ich mag profilierte Strecken und habe noch gute Erinnerungen an harte Wettkämpfe beim SCC-Cross-Country-Lauf oder beim Silvesterlauf. Wenn ich bei Wettkämpfen meiner Trainingsgruppe im Mommsenstadion oder der Harbig-Halle bin, nutze ich oft die Gelegenheit und laufe auf der alten Strecke.“    
                                                     
Marisa Reich

 

 


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