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Die Zähne laufen mit

Neueste wissenschaftliche Studien belegen, dass die gleichen Bakterien, die Karies (Zahnfäule) und Parodontitis (Entzündung des Zahnhalteapparates) auslösen, auch andere Organe schädigen können

06.12.2005

Der Zahn von innen
© Tomas Hammer

Die Zähne laufen mit Die Zähne laufen mit

Mit freundlicher Genehmigung von "LEX - Das Magazin" - Ausgabe 2005.

Der Fußballtrainer und Exnationalspieler Bernd Schuster schickte vor dem Trainingsauftakt des spanischen Erstligisten UD Levante alle 25 Profis zum Zahnarzt, um so etwaigen Verletzungen vorzubeugen. – Kurios? Mitnichten!
Die Zähne und der Zahnhalteapparat sind Bestandteil unseres Körpers. Es bestehen über Blutkreislauf und Stoffwechsel enge Beziehungen zwischen dem, was in der Mundhöhle und in anderen Bereichen des Körpers passiert.
Neueste wissenschaftliche Studien belegen, dass die gleichen Bakterien, die Karies (Zahnfäule) und Parodontitis (Entzündung des Zahnhalteapparates) auslösen, auch andere Organe schädigen können.

Sofortige Behandlung

So fand man heraus, dass die in fast jeder Mundhöhle vorkommenden Karies auslösenden Bakterien (Streptokokken) nicht nur die Zahnhartsubstanz schädigen, sondern bei Entzündungen der Herzinnenhaut (Endokarditis) eine auslösende Rolle spielen. Dieser Streueffekt wird bei körperlicher Belastung wie laufender sportlicher Betätigung noch erheblich verstärkt. Selbst kleinste Zahnschäden sollten einer sofortigen Behandlung unterzogen werden.
90 % der Bevölkerung weisen an einem oder mehreren Zähnen eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis) auf. Das Zahnfleisch ist gerötet,  leicht geschwollen und kann beim Zähneputzen bluten. Ursache hierfür sind die bis zu 500 verschiedenen Bakterienarten, die sich im Zahnbelag befinden. Wenn dieser nicht regelmäßig und gründlich entfernt wird, finden die Bakterien ideale Wachstumsbedingungen vor und lösen Entzündungsreaktionen aus. Wenn sie rechtzeitig erkannt wird, kann eine Gingivitis durch optimale häusliche Pflege und professionelle Reinigung in der Zahnarztpraxis vollständig ausheilen.

Von harmloser Gingivitis zur ausgeprägten Parodontitis 

Über viele Monate unbemerkt, kann sich aber aus einer eher harmlosen Gingivitis eine ausgeprägte Parodontitis entwickeln. Neben der Rötung, Schwellung und Blutung des Zahnfleisches sind so genannte Zahnfleischtaschen – Vertiefungen des Saumes zwischen Zahn und Zahnfleisch über 3 Millimeter Tiefe – ein sicheres Anzeichen. Wird die Erkrankung nicht rechtzeitig diagnostiziert, kann ein Abbau der Kieferknochensubstanz in Gang gesetzt werden. Zahnlockerungen und Zahnverlust sind die Folge.
Verlorene Zähne lassen sich vielleicht noch mit hohem Aufwand ersetzten, die Wirkung auf den Organismus ist jedoch alarmierend: Gerade bei körperlicher Belastung, egal ob Freizeit- oder Leistungssport, werden Bakterien aus den entzündeten Zahnfleischtaschen in die Blut- und Lymphbahnen geschwemmt. So können überall im Körper Entzündungsherde entstehen. Des Weiteren können die Keime Blutplättchen zum Verklumpen anregen und somit zum Verschluss von wichtigen Blutgefäßen führen.

Wirkung auf die Atmung wird diskutiert

Obgleich unterschiedliche Faktoren krankheitsauslösend sein können, scheint bei ausgeprägter Parodontitis - die haben mindestens 30 % der Bevölkerung und somit auch ein Drittel der Läufer – das Risiko für einen Herzinfarkt doppelt, für einen Schlaganfall dreifach, eine Mangel- oder Frühgeburt gar achtfach erhöht. Auch eine Wirkung auf die Atmung wird diskutiert.
Bis ins Detail noch nicht geklärt, könnte hierin sogar eine mögliche  Ursache für plötzliche Todesfälle nach körperlicher Belastung bei Spitzen- und Freizeitsportlern liegen.
Auch wenn Rötung, Schwellung oder Zahnfleischbluten nicht bemerkt werden, sollte im Rahmen halbjährlicher Vorsorgeuntersuchungen beim Zahnarzt der aktuelle Zustand ermittelt werden.

Professionelle Reinigung

Taschenmessungen, Röntgenbilder und der Test auf auslösende Bakterien helfen bei der genauen Diagnostik. Je nach Zustand sollten Füllungen und eventuell vorhandener Zahnersatz in einen Zustand versetzt werden, der eine Pflege und Reinigung effektiv ermöglicht.
Neben der häuslichen Pflege ist in Absprache mit dem Zahnarzt eine regelmäßige professionelle Reinigung in der Praxis zu empfehlen.
Je nach Krankheitsbild muss nach einer ersten Reinigungs- und Hygienephase entschieden werden, ob weiterführende Maßnahmen  wie die Gabe von Antibiotika, Taschenbehandlungen oder Zahnfleischoperationen notwendig sind. Ziel ist in jedem Fall die vollständige Beseitigung aller Krankheitsfaktoren.
Gesetzliche und private Krankenversicherungen übernehmen teilweise die Kosten. Umfassende Diagnostik, effektive Parodontaltherapie und individuelle Prophylaxe sind nicht teuer. Ihre Gesundheit sollte es Ihnen wert sein.

Fragen Sie Ihren Zahnarzt.
Bei den Laufschuhen wenden Sie doch auch an den Fachmann!

Dr. Christof Meyer, Erfurt


(entnommen LEX - Das Magazin - Ausgabe 2005)
www.lex-laufexperten.de

 


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