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Otto und Milde im Interview: „Wir werden nicht stehen bleiben“

Der Geschäftsführer von SCC-RUNNING, Rüdiger Otto, und der Race-Director, Mark Milde, geben einen Rück- und Ausblick

02.01.2006

Rüdiger Otto
© Camera 4

Otto und Milde im Interview: „Wir werden nicht stehen bleiben“

Das vergangene Jahr war wieder ein Rekordjahr für SCC-RUNNING – wie fällt Ihre Bilanz aus?

Rüdiger Otto: „Wir haben in der Tat wieder ein sehr erfolgreiches Jahr hinter uns, in dem es uns gelungen ist, mit Spitzen- als auch Breitensport eine sehr breite Öffentlichkeit zu erreichen. Es ist immer unser Ziel, dass diese beiden Bereiche gleichrangig behandelt werden: Topläufer und Hobbysportler sollen sich gleichermaßen in unseren Veranstaltungen wieder finden. Herausragendes Ereignis in jeglicher Hinsicht war natürlich einmal mehr der real,- BERLIN-MARATHON.“

Auch was die Spitzenleistungen anging, war es ein gutes Jahr. Wünschenswert wäre es natürlich, wenn sich auch der deutsche Laufbereich wieder einmal auf internationalem Niveau bewegen würde.

 

Mark Milde: „Das stimmt. Wir können einerseits stolz sein über eine Reihe von Topleistungen bei unseren Läufen. Es ist uns gelungen, zum zweiten Mal eine aktuelle Olympiasiegerin beim real,- BERLIN-MARATHON am Start zu haben. Und Mizuki Noguchi wurde hier in der Asienrekordzeit von 2:19:12 Stunden zur drittschnellsten Läuferin aller Zeiten, was mit einem riesigen Medieninteresse in Japan einherging. Zudem erreichte Luminita Zaituc, die im April bereits den Bewag BERLINER HALBMARATHON gewonnen hatte, mit Rang zwei die beste Platzierung einer deutschen Läuferin seit dem Sieg von Uta Pippig 1995. Aber es stimmt leider, dass das die traurige Situation im deutschen Laufbereich nicht verdecken kann. Auch bei SCC-RUNNING werden wir versuchen, Initiativen zu entwickeln, um den deutschen Laufbereich international voranzubringen.“

Gibt es da schon konkrete Ideen?

Mark Milde: „Es gibt einige Ideen in der Pipeline. Ich kann zurzeit noch nicht viel Konkretes sagen. Im Rahmen der Vattenfall City-Nacht aber planen wir einen Meilenlauf auf dem Kurfürstendamm. Es könnte da Rennen geben für Schüler und für Topläufer. Eine andere Idee ist die Einbindung eines anspruchsvollen Crosslaufes  für Eliteathleten in unseren bestehenden SCC-Cross im Grunewald. Denn wir glauben, dass Crosslaufen ein entscheidender Schlüssel zum Erfolg ist.“

Auch die Schülerläufe haben sich ja bei SCC-RUNNING enorm entwickelt – das Interesse ist vorhanden, und auch Talente sind da.

Rüdiger Otto: „Ich denke, wir sind hier auf einem richtigen Weg. Das Problem ist ja oft, die Schüler im Jugendalter bei der Stange zu halten. Je attraktiver unsere Rennen sind, desto eher kann es gelingen, diesem Trend entgegen zu wirken und die Schüler auf Dauer für das Laufen zu begeistern. Natürlich können wir das als Veranstalter nicht alleine schaffen, wir bieten aber Anreize.“

Wie ist die Zielsetzung für das Laufjahr 2006?

Rüdiger Otto: „Wir werden nicht stehen bleiben. Unser Erfolg ist uns auch eine Verpflichtung. Wir entwickeln die Läufe weiter und wollen den Service wenn möglich noch verbessern. Uns ist klar, dass die Veranstaltungen keine Selbstläufer sind.“

Welche spitzensportlichen Höhepunkte wird es 2006 geben?

Mark Milde: „Wir erhoffen uns durch die Zugehörigkeit zu den Big Five für den real,- BERLIN-MARATHON noch weitere Impulse. Aber auch der Vattenfall BERLINER HALBMARATHON wird wieder internationale Klasse haben. In der nächsten Kategorie folgen dann die Vattenfall City-Nacht und der AVON RUNNING Berliner Frauenlauf.“

SCC-RUNNING hat in den letzten Jahren auch das Charity-Running verstärkt und gefördert.

Rüdiger Otto: „Der Charity-Gedanke liegt uns am Herzen. Und auch hier werden wir unser Engagement nicht nur fortsetzen sondern verstärken. Wir freuen uns, dass wir mit Bethel in das zweite Jahr einer schon jetzt erfolgreichen Kooperation gehen. Diese Kooperation gefällt uns auch deswegen so gut, weil es hier um die Integration von sozial benachteiligten Menschen und von Menschen mit Behinderungen und Erkrankungen geht. Das passt sehr gut zu unseren Läufen, bei denen wir ja auch Behinderte integrieren. Unsere Spendenaktion zu Gunsten von Bethel wird in diesem Jahr beim real,- BERLIN-MARATHON erstmals von der weltweiten Rotary-Gemeinschaft unterstützt, deren deutsche Clubs dabei eine besondere Rolle spielen werden. Rotary war im vergangenen Jahr beim Paris-Marathon sehr stark engagiert und plant von Jahr zu Jahr,  jeweils die größten Marathonläufe der Welt in seine sozialen Projekte einzubeziehen. Es ehrt uns, dass in diesem Jahr gleich nach Paris die Wahl auf uns fiel, also noch vor den anderen großen Stadtmarathonläufen. Es gibt zudem einzelne Aktionen mit UNICEF, der Brustkrebs-Initiative von AVON und anderen sozialen Projekten, die Laufen und Gesundheit im Focus ihrer Förderideen verfolgen.“


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