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Dubai Marathon: Aufgeschoben aber nicht aufgehoben

15.02.2006

Es wäre vielleicht eine Frage für einen Quizmaster, der gern in Sachen Leichtathletik forscht: Warum wird der Standard Chartered Dubai Marathon 2006 mit sechs Wochen Verspätung starten? Das neue Datum vom 17. Februar statt des 6. Januars erklärt sich folgenderweise: zwei Tage vor dem Rennen kam die Nachricht, dass Sheikh Maktoum bin Raschid al-Maktoum gestorben sei. Sofort fing die offizielle Trauer für den regierenden Emir an und zwar über 40 Tage. Die meisten Athleten sowie Manager und Journalisten, waren schon in Dubai oder hatten die Nachricht sogar auf dem Flug in die Vereinigten Emirate bekommen

Als der Staat im Persischen Golf trauerte, befassten sich Athleten und Trainer mit einer ungewöhnlichen Frage: Wenn der Marathon vor allem ein Höhepunkt im Trainingsjahr ist, wie könnte man diese Pläne nun ändern, um dann innerhalb von sechs Wochen wieder die bestmögliche Leistung zu bringen? Zane Bransen stammt aus Kentucky in den USA, ist Manager und Trainer und wohnt seit Jahren in Belgrad. Der ehemalige Hindernisläufer von der Universität von Eastern Tennessee berät unter anderen Jimmy Muindi aus Kenia, den mehrfachen Sieger des Honolulu-Marathons. Am Tag der traurigen Nachricht machte er schon neue Pläne: "Es wird leichter mit einer Verschiebung von sechs Wochen zu arbeiten statt nur mit zwei. Meine Läufer fliegen nach Kenia zurück, sie werden an ein paar Rennen teilnehmen, vielleicht den Militär-Crosslaufmeisterschaften. Wenn sie sich nicht ,totrennen’, werden sie die Verschiebung verkraften."

Im vorigen Jahr feierten die Äthiopier einen Doppelsieg: Dejene Guta siegte mit 2:10:49 während Diribe Hunde den Frauentitel mit 2:39:08 gewann. Der Sieg beim zweiten Marathon außerhalb von Äthiopien bedeutete eine große Steigerung für Guta. Beim ausländischen Debüt in Japan war alles schief gegangen: "Ich war krank und bin nur 2:17 gelaufen. Nach meinem Gewinn in Dubai habe ich die Chance, in New York, Boston oder London zu laufen." Starke Konkurrenz bieten die anderen Läufer aus Afrika, die sechsmal hintereinander den Männertitel gewonnen haben. Joseph Kahugu aus Kenia hält die Streckenrekord mit einem beeindruckenden 2:09:33 (2003), während die Russin Albina Ivanova mit 2:33:31 in 2002 bis jetzt die schnellste Frau gewesen ist. Zu dieser Jahreszeit ist die Tagesdurchschnittstemperatur 25 Grad Celsius, aber bei einem Rennen am frühen Morgen liegt sie weit unter 20 Grad – gute Bedingungen für schnelle Zeiten.

Dubai ist eine sportbegeisterte Stadt, wo internationale Veranstaltungen im Pferderennen, Tennis, Golf und Rugby hohes Profil haben. Seit 2000 ist der Marathon die Hauptattraktion in einer einheimischen Laufszene, die sich jetzt auf der internationalen Ebene aufbaut; nicht zuletzt weil das Preisgeld $ 25.000 für den Sieg beträgt. Dubai ist auch als Einkaufszentrum für Touristen weltweit berühmt. Bei jenem Preisgeld würde es sich lohnen.                          

ANDY EDWARDS


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