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Bekele macht in Moskau den nächsten Schritt

Wiederum hat Kenenisa Bekele sein früheres Vorbild Haile Gebrselassie übertrumpft

14.03.2006

Kenenisa Bekele bei seinem Sieg bei den Hallen Weltmeisterschaften in Moskau
© Jiro Mochizuki/Photo Run

Bekele macht in Moskau den nächsten Schritt

Auf dem Weg zum vielleicht größten Langstreckenläufer aller Zeiten hat Kenenisa Bekele am Sonntag in Moskau einen weiteren Schritt gemacht. Bei den Hallen-Weltmeisterschaften der Leichtathleten gewann der Äthiopier das 3.000-m-Rennen in 7:39,32 Minuten. Damit ist er der erste Läufer in der Leichtathletik-Geschichte, der sowohl im Crosslauf als auch bei den Weltmeisterschaften über die Bahn-Langstrecken im Sommer und in der Halle Gold gewonnen hat.
Wiederum hat er damit sein früheres Vorbild Haile Gebrselassie übertrumpft. Denn sein Landsmann, dem er inzwischen unter anderem die Weltrekorde über 5.000 und 10.000 m abgenommen hat, hat nur zwei dieser Kategorien gewonnen. Ein Cross-WM-Titel fehlt ihm.

Es war ein Spaß für mich

„Im Vergleich zu den Siegen im Sommer und im Cross war diese Hallen-WM wie ein Spaß für mich“, erklärte Kenenisa Bekele, der zum ersten Mal an den Hallen-Titelkämpfen teilnahm. Dabei war die Konkurrenz alles andere als schwach. Im Gegenteil, die 3.000 m waren sogar der am hochklassigsten besetzte Wettbewerb der gesamten Titelkämpfe. Am Start war neben dem 10.000-m-Olympiasieger Bekele auch der 5.000-m-Weltmeister von 2003, Eliud Kipchoge (Kenia), und der Weltrekordler über 3.000 m Hindernis, Said Saaeef Shaheen (Katar). Der ,fahnenflüchtige’ Kenianer Shaheen hatte 2003 kurzfristig die Nation gewechselt, nachdem er mit entsprechenden Geldern gelockt worden war

Seltener Fehlstart 

In einem großen Finale waren diese drei nie zuvor zusammengetroffen. So groß war die Spannung, dass die Stars zunächst sogar einen seltenen Fehlstart verursachten. Als das Rennen dann in die entscheidende Phase ging, war einer nicht zu stoppen: Kenenisa Bekele. „Ich kannte meine Gegner und wusste, wie sie laufen würden“, sagte der Äthiopier, während sich Shaheen ärgerte: „Ich habe mich nicht sehr clever verhalten. Ich hätte an Kenenisa dran sein müssen, als er seinen Spurt startete. Das war ein Fehler. Aber ich bin trotzdem zufrieden, denn ich bin ein solches Rennen in der Halle noch nie zuvor gelaufen.“

Gebrselassie konzentriert sich auf die Straße 

Das letzte Mal, dass der inzwischen 23-jährige Bekele und der neun Jahre ältere Gebrselassie in einem großen Finale aufeinander trafen, war bei den Olympischen Spielen 2004 über 10.000 m. Bekele gewann in Athen die Goldmedaille. Der Manager der beiden, der Holländer Jos Hermens, war danach froh, dass sich Haile Gebrselassie fortan auf die Straßenrennen konzentrierte. „Was sollten diese Duelle auf Dauer bringen“, fragt Jos Hermens. „Am Ende gäbe es immer einen Verlierer, und es würde entweder heißen, Kenenisa ist ja doch nicht so gut oder Hailes Zeit ist vorbei.“

Weltrekord über 25 Kilometer in 1:11:37 

Während Kenenisa Bekele über die Langstrecken bis 10.000 Meter Titel und Rekorde sammelt, versucht Haile Gebrselassie seine Karriere zu krönen und damit Bekele einmal mehr voraus zu sein. Sein großes Ziel ist der Marathon-Weltrekord, den der Kenianer Paul Tergat 2003 in Berlin aufstellte (2:04:55 Stunden). Dazu fehlen ihm zurzeit noch 85 Sekunden. 

Während Bekele am Sonntag in Moskau gewann, stellte Gebrselassie in Alphen (Holland) mit 1:11:37 Stunden einen neuen Weltrekord über 25 km auf. Zuvor hatte er in diesem Jahr bereits den Halbmarathon-Weltrekord auf 58:55 Minuten geschraubt. Je erfolgreicher Gebrselassie auf der Straße wird, desto mehr wird Bekele angespornt sein, ihm auch diese Rekorde abzunehmen.

Doch dem Straßenlauf dürfte er sich wohl erst widmen, wenn Haile Gebrselassie seine Karriere beendet hat. Dafür wird Jos Hermens sorgen.

 

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