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Katrin Dörre-Heinig, die Marathonfrau

In unserer Serie »Von den Stars lernen« stellen wir jeden Monat eine Weltklasse-Läuferin oder Läufer vor und ihre bzw. seine Trainingsphilosophie.

22.04.2006

Katrin Dörre-Heinig
© RUNNER'S WORLD

In Kooperation mit RUNNER’S WORLD erscheint hier jeden Monat ein Thema aus dem aktuellen Heft.

Katrin Dörre-Heinig ist die erfolgreichste deutsche Marathonläuferin aller Zeiten: Sie gewann 24 ihrer 44 Marathonläufe. Die gebürtige Leipzigerin, die gemeinsam mit ihrem Ehemann und Trainer Wolfgang Heinig Anfang der neunziger Jahre in den Odenwald zog, lief in ihrer langen Karriere 21 Marathons unter 2:30 Stunden! Die Liste großer internationaler Erfolge ist lang: Bronze bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul und bei den Weltmeisterschaften in Tokio 1991,  Weltcupsieg 1985 in Hiroshima, zwei Europacupsiege 1985 (Rom) und 1988 (Huy). Dazu Siege bei den Marathonläufen in London (1992, 1993, 1994), Berlin (1994), Tokio (1984, 1985, 1987), Osaka (1984, 1991, 1996, 1997), Hamburg (1998, 1999), Frankfurt (1995, 1996, 1997). Ihre Bestzeit lief die heute 44-jährige erstaunlicherweise gegen Ende ihrer Karriere: Mit 38 Jahren gewann sie 1999 mit 2:24:35 Stunden den Hamburg-Marathon, anschließend absolvierte sie noch zwei weitere Marathonstarts, bevor sie ihre Karriere beendete. 14 Tage vor den Olympischen Spielen 2000 musste sie ihre Teilnahme wegen einer hartnäckigen Fersenverletzung absagen. Es wären ihre vierten Olympischen Spiele gewesen. In den letzten Jahren versuchte sie immer wieder ein Comeback, doch diverse gesundheitliche Rückschläge vereitelten dies.


Katrin Dörre-Heinig trainierte immer viel und hart, das Motto hieß: Wo ein Wille ist,
ist auch ein Weg. Und ihr Wille war vielleicht einmalig in der nationalen Laufszene.
Die Marathon-Vorbereitung 1993/1994 auf den dritten Sieg beim London-Marathon war bezeichnend für ihre totale Hingabe: 340 bis 350 Trainingskilometer in der Woche, Trainingslager in 3400 Meter Höhe (Mexiko), zwanzig 1000-m-Wiederholungsläufe oder 3-Stunden-Läufe auf dem Laufband. »Die Japanerinnen und Chinesinnen trainieren noch härter als wir«, wusste Wolfgang Heinig jenen zu berichten, die bei vier Trainingseinheiten pro Tag den Kopf schüttelten. Aber das Duo wusste, wovon es sprach, und der Erfolg gab ihnen über nahezu zwei Jahrzehnte Recht. Ende der neunziger Jahre reduzierte sie die Umfänge zwar etwas, aber neben drei Lauftrainings wurde noch eine Athletik-Stunde eingebaut – es galt neue Trainingsreize zu setzen. Täglich bis zu viereinhalb Stunden Training plus eine Stunde Gymnastik waren normal. Aber diese Zeiten sind jetzt passé:
Heute läuft die 16-jährige Tochter Katharina als Dritte der Deutschen Jugendmeisterschaften der Mutter Katrin schon fast davon, aber den Spaß am Laufen hat diese noch immer nicht verloren und dreht weiterhin fast täglich ihre Runden.

Martin Grüning


Katrin Dörre-Heinig, geb. 6. 10. 1961 in Leipzig
Größte Erfolge (alle im Marathon): Olympische Spiele 3. 1988, 4. 1996, 5. 1992; Weltmeisterschaften 3. 1991, 6. 1993; Weltcup 1. 1985, 3. 1987, 4. 1991; Europacup 1. 1985, 1. 1988
Bestzeiten: 800 m 2:05,4 (1980), 1500 m 4:18,7 (1979), 3000 m 9:04,01 (1984), 10 km Straße 31:54 (1999), 21,1 km 1:09:15 (1998), Marathon 2:24:35 (1999)

Ihre Vorbereitung auf den Hamburg-Marathon 1998 (Resultat: Bestzeit)

Montag

    mo:    35 km (Tempo: 4:00 min/km), letzten 5 km in 17:25 min
Dienstag
    mo:    20 km (4:05–10 min/km)
    mi:      15 km (4:20 min/km)
    ab:      45 min Athletik
Mittwoch
    mo:    35 km (3:40–50 min/km)

Donnerstag
    mo:    15 km (4:20 min/km)

Freitag
    mo:    6 km Ein- und Auslaufen, 15 x 300 m (in ca. 52 sek) mit 100 m Trabpause,
    mi:    15 km  (3:58 min/km)
    ab:    15 km (4:15–20 min/km), 45 min Athletik

Samstag
    mo:    30 km (4:00 min/km)

Sonntag
    mo:    15 km (4:20 min/km)

mo = morgens; mi = mittags; ab = abends


Bisher wurden in RUNNER’S WORLD vorgestellt: Frank Shorter (12/04), Henry Rono (1/05), Stefano Baldini (2/05), Steve Prefontaine (4/05), Paul Tergat (6/05), Haile Gebrselassie (7/05); Lasse Viren (8/05), Alberto Cova (9/05), Joan Benoit-Samuelson (10/05), Harald Norpoth (11/05), Grete Waitz (12/05), Emil Zatopek (1/06), Ron Clarke (2/06), Charlotte Teske (3/06), Bill Rodgers (4/06)


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