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Haile Gebrselassie nach der WMM-Nullnummer in London: "Das schlechteste Rennen meiner Karriere"

25.04.2006

Haile Gebrselassie konnte beim Flora London-Marathon nicht mithalten.
© Jiro Mochizuki/Photo Run

Auf der Jagd nach seinem Traumziel, hat Haile Gebrselassie am Sonntag beim London-Marathon einen weiteren Rückschlag hinnehmen müssen. 20 Weltrekorde hat der Äthiopier in seiner einmaligen Karriere aufgestellt, doch die Bestzeit über die klassischen 42,195 km hat der 33-Jährige nun schon zum dritten Mal deutlich verpasst. „Das war das schlechteste Rennen meiner gesamten internationalen Karriere, die 1991 begann“, erklärte Haile Gebrselassie nach seinem neunten Platz in enttäuschenden 2:09:05 Stunden und flüchtete sich in Ironie: „Eigentlich war es ein gutes Rennen – aber für die anderen.“

Nicht aufgeben

Nie zuvor war Haile Gebrselassie dabei weiter vom Weltrekord entfernt als am Sonntag beim London-Marathon, den der Kenianer Felix Limo in 2:06:39 Stunden und die US-Amerikanerin Deena Kastor in 2:19:36 gewannen. 4:10 Minuten fehlten zu Paul Tergats Weltrekord von 2:04:55, den der Kenianer 2003 in Berlin gelaufen war – das wären in einem hypothetischen Duell fast 1,5 Kilometer Rückstand auf den Erzrivalen. Doch trotz dieser Enttäuschung wird Haile Gebrselassie nicht aufgeben. „Ich bin immer noch eher ein Marathon-Anfänger, denn es war ja erst mein drittes Rennen über diese Distanz“, erklärte Haile Gebrselassie, der 2002 in London Dritter war in 2:06:35, dann in Amsterdam im vergangenen Oktober in 2:06:20 gewann und nun auf Rang neun landete. Als Jugendlicher war er in Äthiopien schon einmal 2:48 Stunden gelaufen.

"Ich hatte ein schlechtes Gefühl" 

„Ich war gut vorbereitet und war im Training Zeiten gelaufen, die auch einen Weltrekord möglich erschienen ließen. Aber so ist das im Sport – das kann passieren“, sagte Haile Gebrselassie. „Das Problem war der Regen. Schon als ich morgens aus dem Fenster schaute hatte ich ein schlechtes Gefühl. Die Straßen waren glitschig, ich dachte, ich verliere die Balance. Schon nach fünf Kilometern wurde es schwierig. Es ist erstaunlich, dass ich überhaupt ins Ziel gekommen bin“, sagte Haile Gebrselassie und fügte bezüglich der Situation in der Schlussphase des Rennens, als ihn die Konkurrenten abhängten, hinzu: „Das war nicht Haile Gebrselassie, der die letzten fünf Kilometer lief!“ Als reiner Vorfußläufer, der den Schritt nicht über den Fußballen abrollt, hat Haile Gebrselassie möglicherweise aber auch grundsätzlich schlechtere Karten im Marathon.  

"Im September, Oktober oder November werde ich einen Marathon laufen"

Trotz des Flops von London will Haile Gebrselasie im Herbst einen neuen Anlauf im Marathon nehmen. „Ich werde entweder im September, im Oktober oder November einen Marathon laufen“, erklärte der Äthiopier. Gut denkbar ist ein Start auf der schnellen Strecke von Berlin oder auch in Chicago. Beide Rennen gehören zudem neben Boston, London und New York zu der neuen World Marathon Majors Serie (WMM). Jener Mann und jene Frau, die in einem Zwei-Jahres-Zyklus die meisten Punkte sammeln, teilen sich den Jackpot von einer Million Dollar. In der Pole-Position vor den Herbst-Marathons sind nach Boston und London die Sieger Robert Cheruiyot und Felix Limo sowie Rita Jeptoo und Deena Kastor. Für Haile Gebrselassie war London dagegen eine Nullnummer, denn Punkte gibt es nur für die ersten fünf.

 

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