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Marokkaner Mrikik bricht Kursrekord in Wien, Morimoto sorgt für ersten japanischen Triumph

Bei guten Wetterbedingungen gingen bei den verschiedensten Wettbewerben insgesamt 23,961 Läufer an den Start

07.05.2006

Lahoucine Mrikik siegt beim Vienna City-Marathon.
© Victah Sailer

Marokkaner Mrikik bricht Kursrekord in Wien, Morimoto sorgt für ersten japanischen Triumph

Die 23. Auflage des Vienna City-Marathons produzierte eines der besten Rennen in der Historie der Veranstaltung. Während es bei den Männern einen neuen Kursrekord gab, gewann zum ersten Mal eine Japanerin die größte österreichische Sportveranstaltung eines einzelnen Tages. Überraschend gewann der Marokkaner Lahoucine Mrikik in der neuen Streckenrekordzeit von 2:08:20 Stunden. Peter Chebet (Kenia) wurde mit 2:08:56 Zweiter während Dmytrov Baranovsky (Ukraine) in 2:10:56 auf Rang drei lief. Währenddessen ging für Japan möglicherweise ein weiterer Marathon-Stern in Wien auf: Die 22-jährige Tomo Morimoto lief 2:24:33 und gewann damit deutlich vor ihrer Landsfrau Chieko Yamasaki (2:29:09). Mary Ptikany (Kenia) wurde Dritte in 2:31:29. 
 
23.961 Läufer 

Bei guten Wetterbedingungen gingen über die verschiedenen Wettbewerbe des Vienna City-Marathons insgesamt 23.961 Läufer an den Start. Zunächst betrug die Temperatur 12 Grad Celsius. Während es kaum windig war, war es später zeitweilig sonnig und dann deutlich wärmer.  

Das Männer-Rennen begann schnell. 5 km wurden in 15:05 Minuten gelaufen, die 10-km-Marke war nach 30:16 erreicht. Aber etwas von der Geschwindigkeit ging im Mittelteil des Rennens verloren. Acht Läufer rannten in der Führungsgruppe, die die Halbmarathonmarke nach 64:22 Minuten erreicht hatte.
Der Kursrekord von Samson Kandie (Kenia), der vor zwei Jahren 2:08:35 Stunden gelaufen war, schien außer Reichweite zu rücken. Denn zeitweise wurden die Kilometerabschnitte in 3:05 Minuten und langsamer gelaufen. Der 30-km-Punkt war nach 1:31:48 Stunden erreicht. Kurz zuvor war die Führungsgruppe auseinandergefallen. Mrikik und Chebet hatten die Initiative ergriffen, das Tempo wieder verschärft. Bei 38 km fiel dann die Vorentscheidung zugunsten des Marokkaners. Er rannte den Kilometerabschnitt in 2:55 Minuten und lag nun wieder auf Kursrekord. Peter Chebet, dessen Bruder Joseph das Rennen vor drei Jahren gewonnen hatte, war geschlagen.

Wollte unter 2:10 laufen

 "Ich hatte mir den Wien-Marathon ausgesucht, weil ich wusste, dass das Tempo mir liegen würde. Ich wollte unter 2:10 laufen, hatte aber nicht mit 2:08 gerechnet. Aber heute passte alles perfekt zusammen: meine Form und das Wetter", sagte der 34-Jährige Sieger. Lahoucine Mrikik, der zeitweise mit dem früheren Flora London-Marathon-Sieger Abdelkader El Mouaziz trainiert hat, hatte vor dem Wien-Marathon eine Bestzeit von 2:13:31 Stunden. Er hat sich im Höhentraining im Atlas-Gebirge auf das Rennen vorbereitet. Dabei lief er achtmal Zwei-Stunden-Trainingsläufe, die er vor seinen früheren Marathonrennen nicht im Vorbereitungsprogramm hatte.  

Zweitschnellste Zeit beim Wien-Marathon 

Bei den Frauen kam die erst 22-jährige Siegerin Tomo Morimoto in der zwölftschnellsten Zeit des Jahres weltweit ins Ziel. Und ihre 2:24:33 waren die zweitschnellste Zeit, die je beim Wien-Marathon von einer Frau gelaufen wurde. Der Kursrekord der Italienerin Maura Viceconte steht seit 2000 bei 2:23:47. Chieko Yamasaki und Mary Ptikany hatten mit Morimoto die 10 km nach 34:24 Minuten erreicht. Schon vor der 20-km-Marke setzte sich dann Tomo Morimoto ab. Sie war erst im Januar in Osaka ihr Marathon-Debüt gelaufen und hatte dabei 2:27:46 Stunden und Platz fünf erreicht. "Ich habe mich sehr gut gefühlt und sah die Chance, eine schnelle Zeit zu erreichen", erklärte sie später. Bereits an der Halbmarathonmarke, die sie in 1:12:31 Stunden erreicht hatte, hatte sie einen Vorsprung von 25 Sekunden auf Chieko Yamasaki. “Mein nächstes Ziel ist jetzt die Qualifikation für die Weltmeisterschaften im nächsten Jahr in Osaka", erklärte Tomo Morimoto.

Umjubelt wurde in Wien die viertplatzierte Susanne Pumper, die bei ihrem Debüt mit 2:32:21 Stunden einen österreichischen Marathonrekord aufstellte.

 

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