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Kollektiver Jubel bei deutschen Langstrecklern

Jan Fitschen verteidigt mit starken 28:19,57 den 10.000 m-Titel erfolgreich –Auch Alexander Lubina und Andre Pollmächer laufen EM-Norm nach begeisterndem Rennen

08.05.2006

Jan Fitschen siegte bei den Deutschen Hallenmeisterschaften in Karlsruhe über 3.000 m - und jetzt auch über 10.000 m bei den "Deutschen" in Tübingen
© hme

Jubel kann so schön sein, zumal wenn es gleich im Dreierpack ist. Nach so mancher Häme und harscher Kritik ob der anhaltend wenig überzeugenden Leistungen der Langstrecken laufenden deutschen Männer herrschte nun endlich einmal eitel Sonnenschein. Erfrischend, mit welchem Elan die Fitschen, Pollmächer, Lubina und Co. im Schlepp des Kenianers Jacob Losian im idyllisch gelegenen Tübinger Universitätsstadion die Aufgabe EM-Norm angingen – und mit Jan Fitschen, Alexander Lubina und Andre Pollmächer gleich drei Langstreckler unter der verschärften DLV-Norm von 28:45 Minuten für die Europameisterschaften in Göteborg blieben.

Strahlemann 

„Endlich haben wir bewiesen, dass wir auch Leistung bringen können!“ freut sich Jan Fitschen mit strahlendem Gesicht im Ziel. Schließlich wusste sich der Wattenscheider Titelverteidiger im zweiten 10.000 m-Rennen seiner Karriere um eineinhalb Minuten auf 28:19,57 zu steigern, eine Zeit, die letztmals Dieter Baumann im Meisterschaftsrennen 1998 in Lindau vorlegen konnte. „Unsere Leistungen werden immer wieder mit denen von Dieter Baumann verglichen. Wir trainieren auch alle zwölf-, dreizehn Mal, waren nie Olympiasieger und dennoch werden wir immer wieder mit ihm verglichen!“ 

Die Gunst der Stunde

Der 29jährige Physikstudent nutzte vor den Augen eines begeisternd mitgehenden Publikums die Gunst der Stunde zum Befreiungsschlag – und zog nicht zuletzt dank des begeisternd mitgehenden Publikums mit Alexander Lubina und Andre Pollmächer gleich zwei Deutsche in bestem Teamspirit mit in die Erfolgsspur. “Ein tolles Ding“ zeigte sich Langstreckencoach Detlef Uhlemann bass erstaunt über den überaus gelungenen Auftritt. „Ich habe schon geträumt, dass diese drei die Norm laufen würden!“
Für Jan Fitschen ist damit schon zu Beginn der Saison ein gewaltiger Druck gewichen, schließlich hatte er sich nach überzeugenden Hallenauftritten gegen einen Start bei der Hallen-WM in Moskau ausgesprochen – und war stattdessen mit Trainingskollege Lubina ins US-Höhencamp Flagstaff geflogen.
Wird er der neue 10.000 m-Mann in Deutschland? „Vorerst nicht. Diese Endzeit muss man aber auch angesichts der 5.000 m-Bestzeit schon bringen können. Ich denke, es geht aber auch noch einiges schneller!“ wehrt Fitschen schnelle Erwartungen ab. „Mein Ziel ist das EM-Finale in Göteborg über 5.000 m. Da will ich so lange dranbleiben, wie es irgendwie geht!“ Wiederholungen über 10.000 m schließt er allerdings nicht aus.

"Scheiß hart"

„Ich fand’s scheiß hart, als Jan und Andre weggelaufen sind“, gestand ein nicht minder glücklicher Alexander Lubina im Ziel. Er musste nach 6.000 m abreißen lassen, fand aber in dem holländischen Gastläufer Patrick Stitzinger einen idealen Partner, der den immer wieder durch Verletzungen zurück geworfenen Wattenscheider zurück „auf Kurs“ bringen konnte.
Mit einer wie entfesselnd durchgestarteten 61er Schlussrunde holte er praktisch noch auf der Ziellinie den entkräfteten Andre Pollmächer („Ich habe alles riskiert, Rang drei ist nur ein kleiner Schönheitsfehler!“) ein. „Ich habe immer wieder nachgerechnet, ob es nicht doch noch klappen könnte“, gestand Alex und nippte einmal mehr mit sichtlicher Genugtuung am gereichten Bier....

DM in Kurzform

Männer 10 000 m: Uhlemanns realistische Träume „Ich habe schon geträumt“, gestand Detlef Uhlemann im Ziel, „dass drei die Norm laufen würden!“ Im Ziel musste sich der Bundestrainer schon kneifen, denn genau dieses schafften Jan Fitschen, Alexander Lubina und André Pollmächer in einem begeisternden Rennen, nachdem der kenianische Hase Jacob Losian nach 4.000 m ausgestiegen war. „Die Norm war im Prinzip wichtiger als der Titel. Heute haben wir Teamspirit gezeigt“, legte Fitschen im Nachhinein die Marschroute offen. Die 28:19,58 Minuten-Zeit weist dem 29jährigen Physikstudenten die Richtung, auch wenn er für Göteborg noch auf die 5.000 m setzt. Dass gleich ein Trio die EM-Norm von 28:45 Minuten packte, ist durchaus ein Fingerzeig, dass es um den deutschen Langstreckenlauf nicht so schlecht bestellt ist. Für Uhlemann eine Genugtuung: „Das war jedenfalls heute eine klasse Vorstellung!“

Männer 3 x 1.000 m:

Starke Berliner Teams: Knielange Strümpfe konnte die LG Nord Berlin zwar nicht aufbieten, doch dafür mit rotschwarzem Dress überraschend zwei Staffeln auf den Medaillenplätzen. Mit Jonas Stifel, Carsten Schlangen und Franek Haschke lief Team I einen souveränen Vorsprung heraus, dass selbst ein Stefan Eberhardt auf der mittleren Position keine Chance für den Titelverteidiger LC Erfurt sah, dem erfolgreichen Clubcoach Dieter Herrmann ein goldenes Geburtstagsgeschenk zum Sechzigsten zu machen.

Der 1.500 m-Hallenmeister nährte zwar nach 600 m leise Hoffnungen, baute jedoch gegen Ende seiner Teilstrecke doch merklich ab. Vielmehr mussten die Thüringer mit Schlussläufer Andreas Freimann gegen ein glänzend aufgelegtes zweites Team bis ins Ziel hinein um Silber bangen. 16 Staffeln hatten für ein dichtes Gedränge im Stadionrund gesorgt, darunter auch Gastgeber LAV ASICS Tübingen mit Gabius und Ghirmai.

Frauen 10.000 m: Irina Mikitenko feiert starkes Bahn-Comeback, ist aber im Alleingang fünf Sekunden zu langsam

Die Belgierin Mieke Geens blieb alleine einen Kilometer hinter Irina Mikitenko, dann war es um die einzige Begleitung passiert, denn die Konkurrenz war schließlich knapp zwei Minuten und mehr abgehängt. Was folgte, war eine begeisternde Solovorstellung, die allerdings bei zeitweise kräftigem Wind nicht von Erfolg gekrönt war. Dank einer furiosen 69er Schlussrunde trennten dann Irina gerade einmal knapp sechs Sekunden von der DLV-internen Norm für Göteborg.
„Schade, dass ich alles alleine laufen musste. Ich hatte am Schluss noch so viel Kraft, so dass ich noch eine 32:30 laufen konnte“, zeigte sich die Neu-Wattenscheiderin verständlicher Weise nur bedingt zufrieden. Dennoch zeigte sie sich in ihrem ersten Rennen nach den Olympischen Spielen in Athen nach Babypause wieder prächtig in Form. „Ich werde kein 10.000 m-Rennen auf der Bahn laufen. Wenn das dem DLV nicht reicht, dann ist es eben so. Wenn ich für Göteborg keine 31:30 laufen kann, werde ich ehedem nicht hinfahren!“ Jürgen Mallow, der leitende Bundestrainer, wollte zu diesem frühen Zeitpunkt keine Zugeständnisse in Sachen Normzuschlag geben: „Ich habe schon registriert, dass hier ein starker Wind herrschte...!“.

Frauen 3 x 800 m: Reizvolles Duell zwischen Antje Möldner und Monika Gradzki

Das erwartete Duell zwischen TV Wattenscheid und SC Potsdam entschied erst der Zweikampf der beiden Schlussläuferinnen Monika Gradzki gegen Antje Möldner – mit einem Zwei-Sekunden-Vorsprung zugunsten des Wattenscheider Trios. Aus der günstigeren Verfolgerposition trat Monika entschlossen nach 550 m an und hatte im Nu den entscheidenden Vorteil herausgelaufen. „Aber leicht war es dennoch nicht“, zollte sie Respekt gegenüber der 1.500 m-Spezialistin.
„Über Achthundert bin ich einfach nicht so stark“, bekannte Antje letztlich doch etwas enttäuscht, „ich kann dann einfach nicht recht umschalten!“ Das TVW-Trio mit Janina Goldfuß, der ein Jahr in Tübingen trainierenden Kerstin Werner und Monika Gradzki fiel sicherlich einmal dank dem überzeugenden Schlußpart auf, aber noch mehr durch die türkisfarbigen Kniestrümpfen, die für fast größeres Aufsehen sorgten.

Weibliche Jugend 5.000 m: Im Abi-Stress läuft Julia Hiller zum Titel

Erst ein 1.000 m-Abschnitt in 3:06 Minuten zerriss das kompakte Septett, das zehn Runden lang das Rennen spannend machte. Selbst als Julia Hiller resolut ihre Titelchance suchte und nach der Crossmeisterschaft den zweiten Sieg der noch jungen Saison heimlaufen konnte, blieb die Spannung bestehen.
Dafür sorgten Katharina Heinig und Susi Lutz als Titelverteidigerin, die um Silber und Bronze spurteten. „Klasse, wie lange noch sieben zusammen laufen konnten!“ entfuhr es Langstreckencoach Detlef Uhlemann. Leidtragende der finalen Tempojagd die eher zur Langstrecke tendierenden Daniela Oemus als Fünfte. Für Julia und Susi jedenfalls hatte das Meisterschaftsrennen unmittelbar vor dem anstehenden Abitur eine eher untergeordnete Bedeutung, schließlich muss die Form auch erst im August stimmen, wenn die Junioren-WM in Peking ansteht.

Wilfried Raatz


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