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Alternative Konzepte zum Höhentraining (Teil 2)

HINTERGRUNDINFO

22.05.2006

In Kooperation mit RUNNER’S WORLD erscheint hier jeden Monat ein Thema aus dem aktuellen Heft.

 Oben schlafen und unten trainieren
In den vergangenen Jahren wurden auch alternative Konzepte zum Höhentraining entwickelt. Beim so genannten »Sleep high, train low«-Prinzip wird das Training im Flachland durchgeführt, während sich der Sportler während der Ruhezeit bzw. zum Schlafen in der Höhe aufhält. Damit soll eine leistungsrelevante Stimulation der Neubildung roter Blutkörperchen erreicht werden, während das eigentliche Training  unter Normalbedingungen absolviert werden kann. Durch die Erfindung von Hypoxiezelten bzw. -aggregaten fand diese Methode eine zunehmende Verbreitung. Erste Studien mit Skilangläufern in Finnland berichteten in der 90-iger-Jahren über günstige Effekte des Sleep high train low Prinzips auf die Neubildung roter Blutzellen und die maximale Sauerstoffaufnahme. »Diese Ergebnisse konnten allerdings in mehreren neuen Studien nicht bestätigt werden.«, sagt dazu Prof. Andreas Nieß (Uni Tübingen) und führt weiter aus: »Zusammengefasst kann aus diesen Arbeiten gefolgert werden, dass man täglich zumindest 14 bis 16 Stunden auf einer Höhe oberhalb 2.400 Meter oder einem vergleichbaren Ausmaß an Hypoxie über einen Zeitraum von drei bis vier Wochen verbracht werden muss, um eine messbare Zunahme der Neubildung roter Blutzellen und damit der Hämoglobinmasse erwarten zu können.
Dies wird auch durch die kürzlich erhobenen Daten einer Tübinger Sleep high train low Studie bestätigt. In dieser Untersuchung verbrachten acht Laufausdauersportler 20 Nächte über jeweils 10 Stunden in einer Hypoxiekammer, in der der Sauerstoffanteil von 20.9% auf 13.8%, entsprechend einer Höhe von 3.300 m über NN reduziert wurde. Ihre Trainingsbelastungen führten sie wie immer unter Normalbedingungen durch. Dabei zeigte sich zwar ein im Vergleich zu den als Kontrollgruppe dienenden und unter Normalbedingung schlafenden acht weiteren Probanden ein Anstieg der Epo-Werte um im Mittel 72 Prozent. Doch blieb trotz dieses Anstiegs von Epo eine Zunahme von Gesamthämoglobinmasse , der maximalen Sauerstoffaufnahme oder aber auch der Laufgeschwindigkeit an der individuell anaeroben Schwelle (IAS) aus.


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