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Fußball und Laufen – frühere WM-Stars im Portrait (Teil 4): Andreas Brehme

08.07.2006

Andreas Brehme zu Gast bei adidas World of football am Berliner Reichstag.
© Marisa Reich

Der ehemalige Fußballprofi Andreas Brehme hatte einen Moment in seinem Leben, der ihn bis heute begleitet. Es war der 8. Juli 1990. Im Römer Stadio Olympico standen sich im Finale der Fußball-Weltmeisterschaft der Titelverteidiger Argentinien und Deutschland gegenüber. Argentinien spielte mit seinem Chef Diego Maradona ungewohnt passiv. Es stand bis zur 83. Minute 0:0. Doch dann fiel Rudi Völler im Strafraum der Argentinier – Strafstoß für Deutschland. Es konnte die Entscheidung werden, denn es waren nur noch sieben Minuten zu spielen. Im Tor der Argentinier stand der Elfmeter-Killer Goycochea. Andreas Brehme fackelte nicht lange, schnappte sich den Ball, legte ihn hin, lief an, schoss ins linke untere Toreck. Goycochea ahnte die Ecke, aber der Schuss war perfekt platziert. Es stand 1:0 für Deutschland – kurz danach ist Deutschland Weltmeister.

Der Hamburger Andreas Brehme hat in seiner Laufbahn viele Top-Clubs durchlaufen. Angefangen hat er seine Fußballkarriere in seinem Geburtsort beim HSV Barmbek-Uhlenhorst, bevor er 1980 zum 1. FC Saarbrücken wechselte. Als Abwehr- und Mittelfeldspieler ging er kurz darauf zum1. FC Kaiserslautern. Dann hatte er Stationen beim FC Bayern München, Inter Mailand, Real Saragossa, um dann das Ende seiner Karriere in Kaiserslautern ausklingen zu lassen. Mit den Bayern wurde er 1987 Deutscher Meister, 1991 UEFA-Pokalsieger mit Inter Mailand und mit dem 1. FC Kaiserslautern DFB-Pokalsieger 1996.

86 Länderspiele für Deutschland 

Für die Nationalmannschaft spielte Andreas Brehme zehn Jahre lang von 1984 bis zum 1994 in 86 Länderspielen. Er erzielte acht Treffer, drei davon bei WM-Halbfinal- und Finalspielen. Brehme nahm insgesamt an drei Weltmeisterschaften (1986, 1990 und 1994) teil, mit dem schon erwähnten Höhepunkt des Weltmeistertitels 1990. Mit seinem verwandelten Elfmeter ist Andreas Brehme der einzige Spieler, der ein WM-Finale durch einen Strafstoß in der regulären Spielzeit entschieden hat. Zuvor wurde er bereits Vize-Weltmeister im Jahr 1986 und zwei Jahre nach dem Weltmeister-Titel wurde er 1992 mit der deutschen Nationalmannschaft Vize-Europameister.

Nur mit Ausdauer kann man konzentriert spielen 

Fußball ist mit 200.000 professionellen- und rund 240 Millionen Amateurspielern die populärste Sportart weltweit. Besonders bei den Profis kommt einer guten Ausdauer bzw. hohen aeroben Laufleistungsfähigkeiten eine hohe Bedeutung zu. Je besser ein Spieler trainiert ist, desto besser wirkt es einer frühen Ermüdung entgegen. Ein Ausdauertraining sollte im Wesentlichen im aeroben Zustand, also mit möglichst weniger Laktatbildung, stattfinden. Stürmer zeichnen sich oft durch eine niedrigere Ausdauer aus als Mittelfeld- oder Abwehrspieler. Bei Abwehrspielern wie Andy Brehme ist es daher äußerst wichtig, die Ausdauer genügend zu trainieren, um konzentriert und ohne Ermüdungserscheinungen 90 Minuten lang spielen zu können. „Ich habe schon früher als Profi gemerkt, wie wichtig gute Fitness im Fußball ist,“ sagt der 45-Jährige heute. Ein trainierter und konditionierter Muskel absorbiert mehr Energie, was zu einem geringeren Verletzungsrisiko führt.  

Vorsorge auch bei den Ballkünstlern pflicht

1998 nahm Andi Brehme Abschied als Fußballprofi. Doch er blieb dem Fußball auch nach seiner Karriere treu und erwarb im Juni 1999 an der Sporthochschule Hennef bei einem Sonderlehrgang für besonders verdiente Nationalspieler die A-Trainerlizenz zusammen mit Jürgen Klinsmann, Andreas Köpke und Joachim Löw. Seit diesem Jahr sind auch sportmedizinische Vorsorgeuntersuchungen für die Fußballprofis der ersten und zweiten Bundesliga Pflicht. Zu dieser Vorsorgeuntersuchung gehört neben einem allgemeinmedizinischen und orthopädischen Teil auch ein kardiovaskuläres Screening (Herz und Herzgefäße), das aus einem Ruhe- sowie einem Belastungs-EKG und einer Echokardiographie besteht. Es ist aber nicht nur für die Profis wichtig, sich fit zu halten und regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen zu gehen. „Ich gehe heute mindestens zweimal die Woche eine Dreiviertelstunde laufen“, sagte Andy Brehme nach einem Allstar-Game in Berlin. Auch wenn der ehemalige Teammanager vom 1. FC Kaiserslautern heute noch viel unterwegs ist, versucht er sich „vor allem mit Laufen fit zuhalten“. Es muss ja auch nicht gleich immer ein Marathon sein. Wie man weiß, ist der Weg das Ziel. Und so läuft Andy Brehme erstmal, um auf und neben dem Spielfeld fit zu bleiben – der Marathon hat ja auch noch Zeit.  

 
Marisa Reich 

 

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