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Claudia Dreher hofft auf Team-Medaille im EM-Marathon

11.08.2006

© mr

Claudia Dreher (Gänsefurther SB) ist zum zweiten Mal bei Europameisterschaften dabei. 1998 wurde sie mit 2:31:10 Zehnte im Marathon. Die 35-jährige Magdeburgerin WM-Neunte von 1999 (2:29:22) wird am Sonnabend, eine Woche nach ihrem Sieg bei der Vattenfall City-Nacht, beim EM-Marathon in Göteborg an den Start gehen. Um 12.10 Uhr werden die Frauen auf Schwedens Straßen auf die 42,195 km lange Strecke gehen.

 
Wie liefen in diesem Jahr Ihre Vorbereitungen auf die Europameisterschaften?

Claudia Dreher: „Ich habe mich in den letzten Wochen in Kienbaum vorbereitet. Es war unglaublich hart, denn das Wetter war einfach zu warm. Wir hatten in Berlin Temperaturen an die 40 Grad. Gerade die Regeneration war schwer. Man konnte nachts nicht schlafen und war die ganze Zeit nur am trinken und musste dementsprechend oft austreten. Besonders kompliziert waren die langen Läufe, denn bei weit über 30 Grad braucht man viele Getränke, Schwämme und Eis. Da hat mich mein Mann Bodo bestmöglich unterstützt. Manchmal musste er sogar tragbare Eistruhen mit zum Training nehmen. Aber unterm Strich habe ich die Vorbereitungen ganz gut durchziehen können.“

 
Die Vattenfall City-Nacht in Berlin war am 5. August Ihr letzter Test vor Göteborg. War es mehr als nur ein gutes Rennen, bei dem Sie als Siegerin hervorgegangen sind?

Claudia Dreher: „Jedes Mal wenn ich die Vattenfall City-Nacht in Berlin gelaufen bin, dann habe ich danach auch immer einen guten Marathon laufen können. Ein bisschen Aberglaube ist also schon dabei. Ich mag die City-Nacht aber auch von der Atmosphäre her sehr gerne, und da der Termin diesmal genau auf meine letzte schnelle Trainingseinheit gefallen ist und ich mich in Kienbaum befand, hatte ich die Wahl – entweder morgens 10 km flott alleine laufen oder abends mit 8.000 Läufern zusammen. Die Entscheidung ist mir natürlich nicht schwer gefallen. Und nach dem tollen Ergebnis bei der City-Nacht freue ich mich schon auf den Marathon in Göteborg.“  

 
Was nehmen Sie sich bei den Europameisterschaften vor?

Claudia Dreher: „Was in der Einzelplatzierung drin ist, ist schwer zu sagen. Das Marathonniveau ist in Europa sehr hoch und viele, wie Bruna Genovese aus Italien, sind schon sehr schnell in diesem Jahr gelaufen, aber Meisterschaftsrennen haben ja bekanntlich ihre eigenen Gesetze. Zu der Einzelplatzierung kommt aber auch die Mannschaftswertung. Im Hinterkopf haben wir eine Mannschaftsmedaille. Es wird nicht leicht, aber ich glaube schon, dass wir es packen können. Aber jede von uns läuft zunächst ihr eigenes Rennen, denn wir möchten ja alle mit unserem guten Einzelergebnis zu einer guten Mannschaftsleistung beitragen. Sollte sich im Rennverlauf eine gute Konstellation ergeben, so dass man sich gegenseitig unterstützen und etwas pushen kann, dann werden wir das sicherlich tun - keine Frage. Sport ist für mich mehr als nur Sieg und Niederlage. Fairness, Respekt, Anerkennung und Teamspirit gehören für mich genauso dazu.“    

 
Wen sehen Sie als Favoritin bei den Europameisterschaften im Marathon?

Claudia Dreher:  „Favorisiert sind für mich die russischen Läuferinnen – allen voran die Siegerin des letzten Frankfurt Marathon, Alevtina Biktimirova. Und ein Blick in die europäische Jahresbestenliste zeigt allein zehn Russinnen in den Top 20. Aber auch die Italienerinnen um Bruna Genovese, die beim Boston-Marathon den fünften Platz belegte, kann und wird sicherlich ein Wörtchen mitreden.“

 
Haben Sie eine bestimmte Taktik oder wollen Sie am Samstag mal schauen wie das Rennen sich entwickelt?

Claudia Dreher:  „Ich werde erst einmal schauen, wie sich das Rennen entwickelt und dann auf meine Stärken vertrauen, um zum richtigen Zeitpunkt gut und richtig agieren zu können.“  

 

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