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TRAINING - In der Gruppe laufen viele zu schnell

19.08.2006

Beim Laufen in der Gruppe ist vor allem bei den leistungsstärkeren Läufern Zurückhaltung gefragt.
© Saucony

In Kooperation mit RUNNER’S WORLD erscheint hier jeden Monat ein Thema aus dem aktuellen Heft.

Viele Lauftreff- und andere Laufgruppen laufen zu schnell, der Trainingseffekt ist dabei für viele Läuferinnen und Läufer nicht gegeben, im Gegenteil: der Schuss kann nach hinten losgehen

Nicht nur allein trainierende Läufer sind oft zu schnell unterwegs, auch beim Laufen in der Gruppe ist das Tempo oft unangepasst, d. h. was für einige ein bequemes Dauerlauftempo ist, macht den Lauf für andere zum wettkampfähnlichen Stresslauf.

Wer schon einmal bei einem der vielen Lauftreffs teilgenommen hat, die zumeist wöchentlich als lockere Laufgemeinschaft ohne notwendige Vereinszugehörigkeit durch Wald und Feld laufen, kennt vermutlich die Dynamik, die einer solchen Art des Laufens innewohnt. Wo Menschen zusammen etwas unternehmen, gerät ein Konzept, so überhaupt vorhanden, schnell einmal aus den Fugen.

Natürlich gibt es sehr unterschiedliche Qualitäten bei Lauftreffs. Die guten Lauftreffs zeichnen sich dadurch aus, dass sie von einem kompetenten Läufer geleitet werden und mehrere Leistungsgruppen anbieten, von der Anfängergruppe bis zu einer Gruppe, die flotter laufen kann, und wo auch Wettkampfläufer mitmachen. Diese Lauftreffs sind allerdings eher in der Minderheit. Daneben gibt es eine überwiegende Zahl von Lauftreffs, die nach dem Prinzip funktionieren: wer mithält, ist dabei, wer abfällt, ist weg. Wir treffen uns am Parkplatz.

Der Sinn eines Lauftreffs war in seiner Gründerzeit in den siebziger Jahren einmal so definiert, dass sich hier Menschen zum Laufen treffen, die unter fachkundiger Anleitung dem Ziel zugeführt werden, eine Stunde problemlos am Stück zu laufen. In den Anfängergruppen wechselten Gehabschnitte mit Laufpassagen ab, in der schnellsten Gruppe wurde im Idealfall ein Tempo eingeschlagen, das der langsamste Läufer der Gruppe bzw. der jeweilige Gruppenleiter bestimmte.

Allzu oft kristallisiert sich, vor allem in der schnellsten Gruppe, eine Art Wettkampfgehabe heraus. Im besten Fall wird bis auf die letzten zehn bis 15 Minuten zusammengeblieben, doch dann gibt eine Art unhörbarer Startschuss das Signal zum Schluss-Spurt.

Der Begriff „Lauftreff“ ist nicht geschützt, und so kann sich jede Zusammenkunft von Läufern als solcher bezeichnen. Somit ist „Lauftreff“ auch kein Qualitätsmerkmal, und was in der Gründerzeit einmal als lockerer Zusammenschluss von Freizeitläufern gedacht war, die sich keinem Verein anzuschließen brauchten (bzw. wollten), haben heute viele so genannte Lauftreffs Vereinscharakter. Man trifft sich zu regelmäßigen Feiern, fährt zu Wettkämpfen; es gibt einen Vorsitzenden und einen Kassenwart.

Der Trainings-Effekt bleibt aus. Wer im Training überzieht, sei es im Tempo oder im Umfang, wird sich nicht verbessern, im Gegenteil: Er läuft Gefahr, Leistungseinbußen zu erleben, und langsam, aber sicher in den Zustand des Übertrainings zu kommen. Vor allem wer an Wettkämpfen teilnimmt, sollte sich darüber im Klaren sein, dass es beim gezielten Training auf die Dosierung ankommt, und hier gilt eindeutig das Prinzip: lieber langsamer als zu schnell.

Wenn in einer Gruppe zu schnell gelaufen wird, liegt es zumeist an der Person, welche die Gruppe leitet bzw. an den leistungsstärksten Mitläufern. Sind diese nicht souverän genug und zudem latent profilsüchtig, ist es um den Lauffrieden in der Gruppe geschehen. Wenn Sie nun dieses Gruppenlaufen nicht missen wollen bzw. unbedingt brauchen, dann machen Sie wenigstens aus der Not eine Tugend und bereiten Sie sich darauf vor: am Tag vor dem Gruppenlauf ist Laufpause, und aus dem Gruppenlauf machen Sie einen Tempodauerlauf, dessen Länge Sie bestimmen. Nach einer bestimmten Zeit, die Sie sich vornehmen oder spontan bestimmen, klinken Sie sich aus und traben Ihr Training zu Ende. Dann haben Sie ein echtes Qualitätstraining absolviert.

Thomas Steffens

So funktioniert Laufen in der Gruppe am besten
Je größer die Zahl der teilnehmenden Läuferinnen und Läufer, desto besser funktioniert die Aufteilung in kleinere Gruppen, am besten nach Leistungsstärke bzw. Streckenlänge und Tempo.
Strecke und Tempo: Es sollte von vornherein klar sein, welche Strecke zusammen gelaufen wird und wie die Strecke verläuft; auch das Lauftempo sollte vor dem Start angesagt werden.
Das Tempo richtet sich nach dem schwächsten Läufer der Gruppe. Gegebenenfalls ist ein Kompromiss ratsam: wir laufen soundso lange zusammen, dann laufen die schnelleren Läufer getrennt.
Nicht am Limit: Auch in der schnellsten Gruppe sollte eine Art Autoritätsperson dafür sorgen, dass nicht am Limit gelaufen wird. Für derartige Läufe sind Wettkämpfe da. Ansonsten verlieren die leistungsschwächeren Teilnehmer die Lust und bleiben weg.   


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