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Sonja Oberem: „Mein Ziel ist eine Zeit unter 2:30 Stunden“

23.09.2006

Sonja Oberem
© Victor Sailer

Sonja Oberem (Bayer Leverkusen) startet morgen beim real,- BERLIN-MARTHON ihr Comeback über die 42,195 km. Die 33-Jährige hatte vor zwei Jahren in Berlin eigentlich ihre Karriere beendet. Doch nach einer Babypause entschloss sich Sonja Oberem zu einem neuen Anlauf. Die EM-Dritte von München 2002 hat eine persönliche Bestzeit von 2:26:13 Stunden. Das Interview führte Marisa Reich.

Wie kam die Entscheidung wieder zu laufen, nachdem Sie ja vor zwei Jahren schon Ihren Rücktritt angekündigt haben?

Sonja Oberem: „Nach meinem dritten Platz beim real,- BERLIN-MARATHON vor zwei Jahren hatte ich einfach keine Lust mehr. Also bin ich einige Monate gar nicht gelaufen. Dann aber wurde ich schwanger. Im Dezember 2005 wurde mein Sohn Felix geboren und schon im März war ich dann wieder Feuer und Flamme. Mir hat das Laufen einfach gefehlt. Ich war so übermotiviert, dass ich natürlich viel zu viel gemacht habe – viel zu intensiv. Nach der Schwangerschaft musste ich einfach einsehen, dass nicht alles so ist wie es vorher war. Ich hatte unheimliche Probleme wieder rein zu kommen. Nachdem ich auch noch Probleme mit dem Rücken bekam, machte ich erst einmal vier Wochen Pause und fing dann vorsichtig wieder an. Ich habe nun meinen Fokus mehr auf lange Läufe gelegt als auf Schnelligkeit. Meinen Umfang habe ich mittlerweile auch wieder von 130 auf 170 bis 200 km die Woche gesteigert, aber das ist immer noch nicht so viel wie früher, als ich bis zu 240 km pro Woche gelaufen bin.“

Warum haben Sie sich wieder für den real,- BERLIN-MARATHON entschieden?

Sonja Oberem: „Berlin hat eine schöne Strecke, und ich habe ja auch gute Erinnerungen an Berlin. Aber vor allem geht es mir darum, zu sehen wie ich mit den anderen Konkurrentinnen mithalte. Man hat nicht so oft ein so hochkarätiges Feld beim Marathon.“

Wie klappt die Doppelrolle als Mutter und Läuferin?

Sonja Oberem: „Das funktioniert wunderbar. Ich muss aber natürlich meiner Familie ein riesiges Kompliment machen, denn ohne sie würde ich das nicht schaffen. Auch mein Sohn macht da super mit. Er ist so ein ruhiger und lieber. Ich trainiere sieben Tage die Woche, und da muss sich meine Familie ganz schön auf mich einstellen. Sie standen voll hinter meiner Entscheidung, die Chance wahrzunehmen, noch mal mit dem Laufen anzufangen. Da es auch nach Berlin weiter gehen soll, ist es für mich natürlich unheimlich wichtig, dass neben meinen Eltern auch mein Mann und mein Sohn mich voll und ganz unterstützen und ich mich auf sie verlassen kann.“

Was nehmen Sie sich für den real,- BERLIN-MARATHON vor?

Sonja Oberem: „Ich bin gut drauf und visiere eine Zeit um die 2:30 Stunden an. Aber es ist ein Wiedereinstieg für mich, und ich fange nach zwei Jahren quasi wieder bei Null an. Ich freue mich auf Berlin, besonders weil das Wetter so gut werden soll. Von mir aus könnten es auch 30 Grad sein, das macht mir nichts.“

Wie geht es weiter? Haben Sie für die nächsten Jahre schon einen Plan?

Sonja Oberem: „Es ist definitiv ein Wiedereinstieg und keine einmalige Sache. Dennoch möchte ich mich nicht festlegen, was danach passiert. Ich habe nichts geplant noch habe ich irgendwas abgeschrieben. Ich bin hoch motiviert, und ich muss jetzt halt schauen, was mein Körper mir sagt.“


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