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Kenianischer Doppelsieg beim Amsterdam-Marathon

15.10.2006

Läufer erreichen das Ziel im Olympiastadion von Amsterdam.
© runnn.com

Artikel des Running News Network - runnn.com

Erst auf den letzten Metern wurde im Olympiastadion von Amsterdam das Rennen entschieden. Und dabei hatte schließlich ein Debütant die Nase vorne: Solomon Bushendich gewann den 31. Amsterdam-Marathon in 2:08:52 Stunden. Der Kenianer hatte zwei Sekunden Vorsprung vor seinem Landsmann Bernard Barmasai. Dritter wurde der Tansanier Getuli Bayo in 2:10:47. Schnellste Frau war bei teilweise windigen Wetterbedingungen Rose Cheruiyot (Kenia) in 2:28:26. Zweite wurde ihre
Landsfrau Helena Loshanyang mit 2:28:51, Rang drei belegte Leila Aman (Äthiopien/2:29:32). Für den Amsterdam-Marathon hatten 6.793 Läufer aus 59 Nationen gemeldet. Rahmenwettbewerbe hinzugerechnet, beteiligten sich 18.870 Teilnehmer an der Veranstaltung.

„Ich hatte gut für mein Debüt trainiert und war eigentlich auf eine schnellere Zeit vorbereitet. Leider war es etwas windig“, erklärte der Sieger Solomon Bushendich. Der 22-jährige Kenianer war bisher als guter Halbmarathonläufer in Erscheinung getreten und hatte erst im vergangenen Monat seine Bestzeit über diese Distanz auf 60:14 Minuten gesteigert. Damit wurde er Dritter in Rotterdam. „Bei meinem nächsten Marathon ist es mein Ziel, eine Zeit zwischen 2:06 und 2:07 Stunden zu erreichen“, sagte Solomon Bushendich, der sich bis auf die Zielgerade im Olympiastadion einen spannenden Zweikampf mit Bernard Barmasai geliefert hatte.

Der frühere 3000-m-Hindernis-Weltrekordler Barmasai (7:55,72 Minuten), der 1997 in Athen auch Weltmeister über diese Distanz war, war der einzig verbliebene Konkurrent gewesen, nachdem mit Emmanuel Mutai (Kenia) der letzte Tempomacher kurz nach Kilometer 35 ausgestiegen war.

Es war eigentlich ein anderer Debütant, der in Amsterdam vor dem Start im Mittelpunkt gestanden hatte: Der Halbmarathon-Weltmeister des vergangenen Jahres, Fabiano Joseph (Tansania), lief auf der flachen Strecke sein erstes Rennen über die 42,195 km. Lange Zeit lief er locker in der Spitzengruppe mit, die die 30-km-Marke in 1:31:45 Stunden passierte. Doch dann brach der erst 20-jährige Fabiano Joseph ein und kam schließlich abgeschlagen auf Rang zehn in 2:13:24 ins Ziel.

Ein anderer hatte sich die Kräfte besser eingeteilt und war nicht das Tempo der Spitzengruppe mitgegangen: Vanderlei Lima (Brasilien), der legendäre Bronzemedaillen-Gewinner des olympischen Marathons 2004, wurde Fünfter in 2:11:36, nachdem er in der Schlussphase eine Reihe von Konkurrenten überholt hatte. Lima hatte in Athen bei Olympia in Führung gelegen, als ihn ein Zuschauer kurzzeitig stoppte. Dennoch gewann er am Ende noch Bronze. Damals stand er im Mittelpunkt, in Amsterdam spielte Lima jedoch keine Rolle.

Im Rennen der Frauen formierten in Amsterdam zunächst vier Läuferinnen die Spitzengruppe: Neben Rose Cheruiyot und Helena Loshanyang waren dies die spätere viertplatzierte Emily Kimuria (Kenia/2:29:56) sowie Gishu Mindaye (Äthiopien), die später aber noch auf Rang sieben zurückfallen sollte. Dieses Quartett passierte die 20-km-Marke in 1:08:32 Stunden. Schon an der Halbmarathonmarke (1:12:34) löste sich Rose Cheruiyot. „Ich hätte gerne meine persönliche Bestzeit unterboten, aber der Wind hat dies wohl verhindert“, erklärte die 30-jährige Kenianerin, die im April in Hamburg als Zweite bei ihrem Debüt 2:27:09 gelaufen war.


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