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Kenia mit geballter Kraft am Sonntag beim Chicago-Marathon

20.10.2006

Robert Cheruiyot, der im April bereits den Boston-Marathon gewann, startet am Sonntag in Chicago.
© Victah Sailer

Artikel des Running News Network - runnn.com

Mit einem hochkarätigen Starterfeld wird am Sonntag der 29. LaSalle Bank Chicago-Marathon stattfinden. Unter den 40.000 Teilnehmern werden vier Männer sein mit Bestzeiten von unter 2:07 Stunden sowie drei weitere, die bereits unter 2:08 gelaufen sind. Nicht viel nach steht dem die Qualität des Frauenfeldes. Vier Läuferinnen kommen mit Bestzeiten von unter 2:22 nach Chicago, zwei weitere blieben bisher unter 2:24 Stunden. Der Chicago-Marathon ist nach Berlin und zwei Wochen vor New York der vierte Marathon dieses Jahres, der zu den World Marathon Majors (WMM) gehört. Neben den genannten gehören auch Boston und London zu der Serie, bei der die Topläufer über zwei Jahre hinweg Punkte sammeln. Der beste Mann und die beste Frau teilen sich dann einen Jackpot von einer Million US-Dollar.

Im Rennen um ein Preisgeld von insgesamt 650.000 US-Dollar sowie Zeitprämien und WMM-Punkte gibt es bei den Männern keinen klaren Favoriten, nachdem Vorjahressieger Felix Limo verletzungsbedingt angesagt hat. Der Kenianer, der in diesem Frühjahr auch den London-Marathon gewonnen hatte, laboriert an Rückenproblemen.

Einer, der in den letzten vier Jahren schon jeweils zweimal Zweiter und Vierter war aber in Chicago noch nie gewinnen konnte, ist der Kenianer Daniel Njenga. Seine Bestzeit lief er vor vier Jahren in Chicago mit 2:06:16 Stunden. In einem traditionell stark von Kenianern geprägten Topfeld kommen auch die anderen drei Athleten mit Bestzeiten von unter 2:07 Stunden aus diesem Land: Robert Cheboror (2:06:23), Wilson Onsare (2:06:47) und Charles Kibiwott (2:06:52). Kibiwott, der vom deutschen Trainer Dieter Hogen betreut wird, rannte seine Bestzeit im April in Rotterdam trotz Rückenproblemen in der Endphase des Marathons. Er wurde dort Dritter.

Zwei weitere Kenianer haben gute Chancen im kalten Chicago – die Wetterprognosen deuten auf Temperaturen von knapp über dem Gefrierpunkt – am Sonntag: Robert Cheruiyot hat in diesem Jahr bereits den Boston-Marathon in 2:07:14 Stunden gewonnen. Mit einem weiteren Sieg würde er die alleinige Führung in der WMM-Wertung übernehmen. Zweiter in Boston und Zweiter in Chicago vor einem Jahr war Benjamin Maiyo (Bestzeit: 2:07:09), der ebenso wie der Tansanier John Yuda (2:10:13) von Dieter Hogen ins Rennen geschickt wird.

Ganz anders ist die Situation bei den Frauen: Ein kenianischer Sieg ist praktisch ausgeschlossen, denn keine Topläuferin dieses Landes steht auf der Startliste. Wie bei den Männern fehlt auch bei den Frauen die Vorjahressiegerin: Deena Kastor (USA) wird in New York an den Start gehen.

Eine andere, die das Rennen 2004 gewonnen hatte und im vergangenen Jahr wie bereits 2003 Zweite war, gehört wiederum zu den Topfavoritinnen: Constantina Tomescu hatte 2005 in Chicago hinter Deena Kastor mit 2:21:30 Stunden einen rumänischen Rekord aufgestellt. Mit lediglich zwei Sekunden Rückstand hinter Lornah Kiplagat hatte die 36-Jährige vor kurzem bei den Straßenlauf-Weltmeisterschaften über 20 km Silber gewonnen.

In aktuell starker Form ist auch Berhane Adere. Die Äthiopierin, die sich in London im April auf 2:21:52 Stunden verbessert hatte, diesen nationalen Rekord aber zwischenzeitlich an die Berlin-Siegerin Gete Wami verlor (2:21:34), gewann vor kurzem den Great North Run. Bei dem Halbmarathon in Newcastle lief sie gegen hochklassige Konkurrenz 70:01 Minuten. Ebenfalls aussichtsreich ins Rennen um den Sieg und die damit verbundene Prämie von 125.000 Dollar gehen die Russinnen Ludmila Petrova – die 38-Jährige hat erst in diesem Jahr ihre Bestzeit auf 2:21:29 gesteigert – und Galina Bogomolova (2:21:58). Und vielleicht gelingt auch Benita Johnson (Australien/2:26:32) ein Durchbruch im Marathon auf der schnellen Chicagoer Strecke.


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