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Robert K. Cheruiyot und Berhane Adere katapultieren sich in Chicago an die Spitze der World Marathon Majors-Serie

23.10.2006

Robert K. Cheruiyots dramatischer Sieg beim LaSalle Bank Chicago-Marathon brachte ihm nicht nur 140.000 US-Dollar Preisgeld sondern auch einen eindrucksvollen Vorsprung bei der Jagd um den 500.000 US-Dollar-Jackpot, den der Gewinner der World Marathon Majors-Serie 2007 erhalten wird.

Der Chicago-Marathon war die vierte Station der insgesamt fünf WMM-Rennen. Der nächste und letzte Lauf dieses Jahres wird der ING New York City-Marathon am 5. November sein.

Cheruiyots Sieg in 2:07:35 Stunden wurde im besonderen Maße dramatisch, weil er auf der Ziellinie ausrutschte und nach hinten fiel, wobei er sich am Kopf verletzte. Er wurde ins Krankenhaus gebracht und aufgrund einer Platzwunde am Kopf behandelt. Die Ärzte haben ihn vorsorglich zur Beobachtung über Nacht im Krankenhaus gelassen. Seine Verletzung sei aber nicht schwerwiegend.

Es war der zweite World Marathon Majors-Sieg für Cheruiyot in diesem Jahr. Schon in Boston konnte er im April gewinnen. Seine zwei ersten Plätze katapultieren ihn an die alleinige Spitze in der World Marathon Majors-Wertung mit insgesamt 50 Punkten, gefolgt von Felix Limo und Haile Gebrselassie mit jeweils 25 Punkten. Limo musste als Titelverteidiger aufgrund von Rückenbeschwerden auf das Rennen in diesem Jahr verzichten.

Auch das Rennen der Frauen hatte einen erheblichen Einfluss auf die World Marathon Majors-Wertung. Mit ihrem Sieg in 2:20:42 Stunden konnte Äthiopiens Berhane Adere von einem vierten Platz auf den ersten Platz in der Wertung klettern und führt nun mit fünf Punkten Vorsprung vor Rita Jeptoo (Kenia) sowie Deena Kastor (USA).

Beide Rennen entwickelten sich auf den Straßen der „windigen Stadt“ in dramatischer, wenn auch unterschiedlicher Weise. Bei den Frauen ging die Rumänin Constantina Tomescu-Dita früh an die Spitze und überlief die Halbmarathonmarke in 1:08:07 Stunden. Damit hatte sie einen zweiminütigen Vorsprung vor Adere, der Russin Galina Bogomolova, Australiens Benita Johnson und der Mexikanerin Madia Perez Carrillo. Doch sie musste zwangsläufig dem aggressiven Tempo Tribut zollen und wurde rund vier Meilen vor dem Ziel von Bogomolova und Adere überholt. Beide lieferten sich ein Schulter-an-Schulter-Rennen fast bis zur Ziellinie.

Aderes bessere Grundschnelligkeit zahlte sich aus. Als die Äthiopierin 800 m vor dem Ziel lossprintete, gewann sie danach mit 2:20:42 zu 2:20:47. Interessanterweise hatten Adere und Bogomolova bereits beim Flora London-Marathon im April den vierten und fünften Platz mit sechs Sekunden Unterschied belegt. Außerdem stellten die ersten vier Läuferinnen in Chicago jeweils einen neuen Landesrekord auf. Adere verbesserte den erst kürzlich beim real,- BERLIN-MARATHON aufgestellten Landesrekord von Gete Wami (2:21:34). Bogomolova verbesserte mit ihrer Zeit den Rekord von Ludmila Petrova (London/2:21:29). Auf dem dritten und vierten Platz stellten Johnson und Perez Carrillo einen neuen australischen und mexikanischen Rekord mit 2:22:36 und 2:22:59 auf.

Bei den Männern gab es in Chicago ein erbittertes Ausscheidungsrennen. Die Führungsgruppe, in der alle Top-Läufer waren, erreichte die Hälfte in 1:03:14 Stunden. Bis zwei Kilometer vor dem Ziel waren nur noch drei Läufer übrig: Cheruiyot, Daniel Njenga und Jimmy Muindi, alle aus Kenia. Muindi war der erste der schwächelte als Cheruiyot das Tempo forcierte. Njenga, der Zweiter, Dritter, Zweiter und Dritter in den vergangenen vier Jahren in Chicago gewesen war, wollte nun endlich einmal gewinnen, als er den Angriff von Cheruiyot zu kontern versuchte. Doch dieser zog noch einmal an, und auch Njenga probierte noch einmal, mit der Ziellinie vor Augen, dagegenzuhalten. Aber der Boston-Sieger ließ sich nicht bezwingen. Er trat ein letztes Mal an, und das Drama war vorbei.

So schien es zumindest. Als er seine Arme vor Freude in die Luft streckte, rutschte Cheruiyot kurz vor der Ziellinie aus. Schiedsrichter bestätigten, dass er die Ziellinie überquert hatte, aber er fiel rückwärts und schlug mit seinem Kopf auf den Boden.

Auch wenn nun vier der in diesem Jahr fünf stattfindenden WMM-Rennen vorbei sind, wird das Ergebnis beim ING New York City-Marathon dennoch einen großen Einfluss auf die Gesamtwertung haben. Von den 19 Männern die zurzeit in der Gesamtwertung erfasst sind, haben vier ihre Startzusage für New York gegeben. Darunter sind Olympiasieger Stefano Baldini (ITA), der Olympia-Zweite Meb Keflezighi (USA), Hendrick Ramaala (Zweiter in New York 2005) und Alan Culpepper (USA), der in Boston in diesem Jahr den fünften Platz erlief. Eine gute Platzierung würde für all diese Läufer einen Sprung nach oben in der Gesamtwertung bedeuten, auch wenn keiner von ihnen zu Cheruiyot aufschließen kann.

Vier Frauen von 18 zurzeit in der WMM-Gesamtwertung erfassten Frauen werden in New York laufen. Zu ihnen gehören die Boston-Siegerin Rita Jeptoo (Kenia), die Olympia-Dritte und Flora London-Marathon Siegerin Deena Kastor (USA), die ING New York City-Marathon-Siegerin 2005 und Zweite von Boston 2006 Jelena Prokopcuka (Lettland) und die Drittplatzierte beim Flora London-Marathon 2006 Susan Chepkemei (Kenia). Mit gerade einmal fünf Punkten Abstand zwischen Adere und Jeptoo/Kastor, ist es so gut wie sicher, dass sich der Stand nach dem Rennen in New York noch einmal deutlich verändern wird.

Zurzeit sieht der Punktestand wie folgt aus:

Männer

1. Robert Cheruiyot, KEN, 50 Punkte; 1. Boston, 2:07:14; 1. La Salle Bank Chicago, 2:07:35

2. Felix Limo, KEN, 25 Punkte, 1. Flora London, 2:06:39

2. Haile Gebrselassie, ETH, 25 Punkte; 1. real,- Berlin, 2:05:56

4. Ben Maiyo, KEN, 15 Punkte; 2. Boston, 2:08:21

4. Martin Lel, KEN, 15 Punkte, 2. Flora London, 2:06:41

4. Gudisa Shentema, KEN, 15 Punkte, 2. real,- Berlin, 2:10:43

4. Daniel Njenga, KEN, 15 Punkte, 2. LaSalle Bank Chicago, 2:07:40

8. Meb Keflezighi, USA, 10 Punkte, 3. Boston, 2:09:56

8. Hendrick Ramaala, RSA, 10 Punkte, 3. Flora London, 2:06:55

8. Kurao Umeki, JPN, 10 Punkte, 3. real,- Berlin, 2:13:43

8. Jimmy Muindi, KEN, 10 Punkte, 3. LaSalle Bank Chicago, 2:07:51

12. Brian Sell, USA, 5 Punkte, 4. Boston, 2:10:55

12. Khalid Khannouchi, USA, 5 Punkte, 4. Flora London, 2:07:04

12. Terefe Yae, ETH, 5 Punkte, 4. real,- Berlin, 2:15:05

12. Abdi Adirahman, USA, 5 Punkte, 4. LaSalle Bank Chicago, 2:08:56

16. Alan Culpepper, USA, 1 Punkte, 5. Boston, 2:11:02,

16. Stefano Baldini, ITA, 1 Punkte, 5. Flora London, 2:07:22

16. Ahmed Ezzobayry, FRA, 1 Punkte, 5. real,- Berlin, 2:15:29

16. Robert Cheboror, KEN, 1 Punkte, 5. LaSalle Bank Chicago, 2:09:25

 

Frauen

1. Berhane Adere, ETH, 30 Punkte, 1. LaSalle Bank Chicago, 2:20:42; 4. Flora London, 2:21:52

2. Rita Jeptoo, KEN, 25 Punkte, 1. Boston, 2:23:38

2.Deena Kastor, USA, 25 Punkte, 1. Flora London, 2:19:36

2. Gete Wami, ETH, 25 Punkte, 1. real,- Berlin, 2:21:34

5. Galina Bogomolova, RUS, 16 Punkte, 2. LaSalle Bank Chicago, 2:20:47; 5. Flora London, 2:21:58

6. Jelena Prokopcuka, LAT, 15 Punkte, 2. Boston, 2:23:48

6. Ludmila Petrova, RUS, 15 Punkte, 2. Flora London, 2:12:29

6. Salina Kosgei, KEN, 15 Punkte, 2. real,- Berlin, 2:23:22

9. Reiko Tosa, JPN, 10 Punkte, 3. Boston, 2:24:11

9. Susan Chepkemei, KEN, 10 Punkte, 3. Flora London, 2:21:46

9. Monica Drybulska, POL, 10 Punkte, 3. real,- Berlin, 2:30:12

9. Benita Johnson, AUS, 10 Punkte, 3. LaSalle Bank Chicago, 2:22:36

13. Bruna Genovese, ITA, 5 Punkte, 4. Boston, 2:25:28

13. Asha Gigi, ETH, 5 Punkte, 4. real,- Berlin, 2:32:32

13. Madai Perez Carrillo, MEX, 5 Punkte, 4. LaSalle Bank Chicago, 2:22:59

16. Kiyoko Shimahara, JPN, 1 Punkt, 5. Boston, 2:26:52

16. Marcia Narlock, BRA, 1 Punkt, 5. real,- Berlin, 2:35:28

16. Constantina Tomescu-Dita, ROM, 1 Punkt, 5. LaSalle Bank Chicago, 2:24:25.


Die World Marathon Majors sind ein innovativer Zusammenschluss zwischen den fünf weltweit führenden Marathonläufen – dem BAA Boston-Marathon, dem Flora London-Marathon, dem real,- BERLIN-MARATHON, dem LaSalle Bank Chicago-Marathon und dem ING New York City-Marathon. Während einer zweijährigen Periode, in der Punkte bei jedem WMM-Marathon gesammelt werden können, muss ein Athlet mindestens einen WMM-Marathon pro Kalenderjahr gelaufen sein. Die vier besten Resultate werden gewertet. Die Zwei-Jahres-Periode wird sich überlappen, um den WMM zu erlauben, den großen Jackpot von insgesamt 1.000.000 US-Dollar auf jährlicher Basis an den besten Mann und die beste Frau jeweils hälftig auszuschütten. Das heißt, dass nach der Serie 2006-2007 die darauf folgende WMM-Serie während der Kalenderjahre 2007/2008 stattfinden wird. Danach folgt die Serie 2008/2009. Das Preisgeld für den ersten Zyklus wird Ende 2007 ausgeschüttet. In den kommenden Jahren werden auch die IAAF Marathon-Weltmeisterschaften und die olympischen Marathonläufe, die während der zweijährigen Periode stattfinden, zur WMM gewertet.

Wertungen, aktuelle News und weitere Informationen über die World Marathon Majors finden Sie im Internet unter: www.worldmarathonmajors.com


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