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Kenias Wilfred Kigen wiederholt Vorjahressieg in Frankfurt

29.10.2006

Wilfred Kigen läuft als Sieger ins Ziel in der Frankfurter Festhalle.
© Victah Sailer

Artikel des Running News Network - runnn.com

Kenias Männer haben den 25. Messe Frankfurt-Marathon geprägt, während bei den Frauen zwei Europäerinnen überraschten. Der Kenianer Wilfred Kigen wiederholte seinen Vorjahressieg und lief mit 2:09:06 Stunden die zweitschnellste Siegzeit in der Geschichte des ältesten deutschen Stadtmarathons. Zweiter wurde Moses Arusei in 2:10:30, Rang drei belegte Francis Bowen (beide Kenia) mit 2:10:49. Die Kenianer belegten die ersten sechs Plätze und neun der Top-Ten-Ränge.

Die Russin Svetlana Ponomarenko gewann nach 2:30:05 Stunden und stellte eine persönliche Bestzeit auf. Zweite wurde überraschend die Norwegerin Kirsten Melkevik Otterbu in 2:31:20 vor Hafida Izem (Marokko/2:31:30).

Als Vierte sorgte Claudia Dreher für das deutsche Highlight beim Frankfurt-Marathon. Die Athletin der Gänsefurther Sportbewegung rannte 2:32:22 Stunden, hatte dabei jedoch auch Pech: Denn sie verpasste damit die Norm des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) für die WM 2007 in Osaka um 22 Sekunden. Bester deutscher Mann war Ulrich Steidl (SSC Hanau-Rodenbach), der als 34. in 2:24:37 im Ziel war.

Beim Jubiläumsrennen in Frankfurt gingen bei phasenweise windigen und am Ende warmen Wetterbedingungen 11.227 Marathonläufer aus rund 50 Nationen an den Start. Bereits zur Startzeit um 11 Uhr wurden 19 Grad Celsius gemessen. Rahmenwettbewerbe hinzugerechnet, beteiligten sich am 25. Messe Frankfurt-Marathon 17.444 Athleten – so viele wie nie zuvor in der Bankenmetropole. Rund 200.000 Zuschauer säumten die Strecke beim Jubiläumsrennen.

Das Tempo der Pacemaker war schon in der Anfangsphase nicht gleichmäßig, was teilweise auch am Wind gelegen haben könnte. 15:17 Minuten, 30:20 und 46:06 waren die Zwischenzeiten bei 5, 10 und 15 km. Die Hälfte war dann nach 1:04:54 Stunden erreicht. 18 Läufer rannten zu diesem Zeitpunkt in der großen Spitzengruppe. Zwölf waren noch übrig bei 30 km (1:32:11). In der Folge schrumpfte die Gruppe auf sieben Läufer: Angeführt vom letzten verbliebenen Tempomacher Peter Korir (Kenia), der nach 35 km nicht ausstieg und als Sechster in 2:12:08 ins Ziel kam, rannten Peter Chebet, Moses Arusei, Wilfred Kigen, Peter Kiprotich, Francis Bowen (alle Kenia) sowie Kasime Adilo (Äthiopien).

Kurz nach der 35-km-Marke startete Wilfred Kigen seine entscheidende Initiative. Der 31-Jährige lief dann den 37. Kilometer in 2:54 Minuten und hatte sich damit entscheidend vom späteren zweitplatzierten Moses Arusei abgesetzt. „Ich war mir lange Zeit nicht sicher, ob ich erneut gewinnen könnte – aber fünf Kilometer vor dem Ziel wusste ich, dass ich es schaffe“, erklärte Wilfred Kigen, der im vergangenen Jahr den Streckenrekord von 2:08:29 Stunden aufgestellt hatte. Nun lief er mit 2:09:06 Stunden die zweitbeste Zeit seiner Karriere.

Anders entwickelte sich das Rennen der Frauen. Drei Läuferinnen aus Äthiopien passierten die Halbmarathonmarke in 1:13:36 Stunden mit gut einer Minute Vorsprung vor der späteren Siegerin Svetlana Ponomarkeno (1:14:39): Kutre Dulecha, Deriba Hunde und Robe Tola. Doch keine der drei bei der Hälfte führenden Frauen schaffte schließlich den Sprung auf das Podium. Während auch die zeitweilig alleine führende Kutre Dulecha – die Hallen-Weltmeisterin über 1.500 m von 2004 – deutlich langsamer wurde, kam Svetlana Ponomarenko immer dichter heran. Bei Kilometer 26 hatte sie Hunde und Tola erreicht, zwischen 30 und 35 km dann die Führung von Dulecha übernommen, die am Ende Sechste wurde (2:33:54). Sogar eine Toilettenpause von rund 40 Sekunden bei Kilometer 37 kostete sie nicht die Führung, wohl aber ein Ergebnis unter 2:30 Stunden.

„Ich musste heute ziemlich kämpfen“, erklärte Claudia Dreher, die beim EM-Marathon im August auf Rang elf gelaufen war. Nach der ersten Hälfte lag sie, in einer auf sie abgestimmten Gruppe rennend, auf dem fünften Rang (1:14:45). „Danach wurde es zeitweilig schwer, auch aufgrund des Windes. Doch bei 33 km fühlte ich mich plötzlich sehr stark“, erklärte Claudia Dreher, die plötzlich sogar Chancen auf den zweiten Rang zu haben schien. „Aber bei 37 km kam dann der Mann mit dem Hammer.“ Hinzu kam überraschende Konkurrenz von hinten: Die Marokkanerin Hafida Izem lief zunächst vorbei, dann kam die am Ende sogar noch zweitplatzierte Kirsten Melkevik Otterbu. Die Norwegerin war bis vor einigen Jahren noch nicht einmal eine Leistungssportlerin. Eher zufällig entdeckte die inzwischen 35-Jährige ihr Lauftalent und verbesserte sich nun in Frankfurt auf 2:31:20.


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