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Thema des Monats November: Wissenschaft bestätigt: Marathonlauf geht nicht in die Knie

23.11.2006

Eine Untersuchung von ehemaligen Marathonläufern der Spitzenklasse an der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg hat bestätigt, dass Marathonläufer lediglich ein gering erhöhtes Risiko für Arthrose im Hüftgelenk haben und langfristig nicht mit Knieschäden rechnen müssen. Um Beschwerden an der Lendenwirbelsäule vorzubeugen, wird ein spezielles Krafttraining empfohlen.

Leistungssport kann die Knie verschleißen, das ist schon lange bekannt. Die Zeitschrift „Der Orthopäde“ beschreibt nun, dass dies vorrangig für Spiel- und Kampfsportarten wie Fußball, Handball, Karate etc., bei denen schnelle Laufrichtungsänderungen vorgenommen werden, gilt. Unklar war bislang, ob bei geradlinigen und gleichmäßigen Belastungen diese Schädigung auch erkennbar ist.

Die Heidelberger Orthopäden um PD Dr. Holger Schmidt fanden heraus, dass diese aktuelle Studie auch ein positives Signal für den Hobby-Läufer bildet – vorausgesetzt es werden nicht mehr als 60 km/Woche zurückgelegt. Messungen von Dr. Brechtel und Jürgen Lock im Rahmen des BERLIN-MARATHON haben ergeben, dass der Durchschnitt aller Marathonläufer in Berlin 38 km/Woche im Jahresmittel zurücklegt. Erst ab einer Schwelle von 60 Wochenkilometern besteht ein erhöhtes Risiko von Verschleißerscheinungen der Hüfte, so die Heidelberger Mediziner.

Dennoch lassen sich die Ergebnisse nicht 1 zu 1 auf den Hobbysportler übertragen, da man davon ausgehen muss, dass Spitzensportler ein ideales Körpergewicht haben, muskulär gut ausgestattet sind und zudem die Laufmotorik und -technik gut ausgebildet sind. Diese These wird auch durch Untersuchungen der Technischen Universität München belegt. Hier wurden Anfänger vor, während und nach dem Marathonlauf im Hinblick auf Überlastungsreize und weitere Auffälligkeiten mittels MRT untersucht. Deutlich wurde, dass lediglich bei absoluten Anfängern sowie bei einer inadäquaten Trainingsvorbereitung vermehrte Reizreaktion auftraten. Je gezielter trainiert wird und damit eine Anpassung an die Belastung erfolgt, desto unwahrscheinlicher wird das Auftreten von degenerativen Veränderungen.

Häufigste Laufbeschwerden an der Lendenwirbelsäule

In den letzten Jahren gibt es eine deutliche duale Heraushebung von Beschwerden an der Lendenwirbelsäule und der Achillessehne gegenüber Knie und Sprunggelenkverletzungen.

Ein Klärungsversuch über diese Entwicklung stellen Studienergebnisse aus den letzten Jahren dar. Möckel et al. (2004) zeigen, dass bei Läufern die so genannte rumpfstabilisierende Muskulatur häufig nur schlecht ausgebildet ist. Das gilt für die Lebensdekaden 30-59 gleichermaßen. Ursache hierfür ist, dass ein Lauftraining keinen adäquaten Trainingsreiz auf die rumpfstabiliserende Muskulatur auslöst. Dieser ist jedoch notwendig, um die passiven Strukturen des Stütz- und Bewegungsapparates insbesondere der Wirbelsäule besser kompensieren zu können.

Läufer kommen also nicht umhin, ein zusätzliches spezielles Krafttraining im Trainingsalltag zu absolvieren. Wir empfehlen ein Workout von 3 mal 25 Minuten in der Woche – ob im Verein, im Fitness-Studio oder zu Hause. Übungsbeispiele zum Download erhalten Sie unter: http://www.scc-events.com/running/fit_to_run/uebungsprogramme.php

Eine weitere positive Wirkung der Kräftigungsübungen: Neben der Kompensation von Alltagsbelastung bewirkt ein gezieltes Kräftigungstraining zugleich der Prophylaxe von Rückenbeschwerden (Denner 1998) und die Ausschöpfung von Leistungsreserven beim Laufen (Sommer 1998).


 


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