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Kenianer dominieren Paderborn, Stefan Koch überzeugt

08.04.2007

Stefan Koch war über 10 km in Paderborn der beste nicht-afrikanische Läufer.
© Matthias Thiel/Vattenfall Berliner Halbmarathon

Artikel des Running News Network - runnn.com

Es bleibt dabei, afrikanische Athleten bestimmen beim traditionsreichsten deutschen Osterlauf das Geschehen. An der Spitze einer kenianischen Phalanx setzte sich Moses Kigen eine Woche nach seinem fünften Rang beim Vattenfall Berliner Halbmarathon im Spurt gegen seinen Landsmann Stanley Salil in 28:02 Minuten durch, um den Hauch von zwei Sekunden verpasste Abel Kirui den Streckenrekord von Salil über die Halbmarathondistanz bei seinem starken Auftritt in 1:01:32 Stunden. Bei den Frauen wiederholten die Vorjahressieger ihre Erfolge: Über 10 km hatte Peninah Arusei mit 31:46 Minuten gar mehr als eine Minute Vorsprung auf die aus Eritrea stammende Frankfurterin Simret Restle (33:04), während Beatrice Omwanza in 1:11:15 Stunden über die Halbmarathondistanz gleich vor fünf Landsfrauen gewinnen konnte.

„Wir haben eine weitere Wahnsinnsmarke geknackt“, freute sich Race-Director Horst Wiczynski zum Abschluss des mit 61 Auflagen traditionsreichsten aller deutschen Straßenläufe, denn beim Osterlauf im westfälischen Paderborn schrieben sich 8.016 Läuferinnen und Läufer ein. „Damit haben wir innerhalb von zehn Jahren unsere Beteiligung verdoppelt.“ Dass dabei die Sporthalle am Maspernplatz, übrigens auch Heimstatt des Basketball-Bundesligisten Paderborn Baskets, aus allen Nähten platzte, ist angesichts des enormen Andrangs auf die Startnummern durchaus verständlich, so dass die Organisation um den zugleich als Vereinspräsidenten fungierenden Horst Wiczynski ihr Veranstaltungskonzept einmal mehr überdenken müssen. Schließlich haben sich die Paderborner bereits in der Vergangenheit in vielfältiger Weise als Trendsetter erwiesen.

Rein sportlich geht es an der Pader kaum besser, es sei denn, es ließen sich einige Athleten aus der ersten Liga verpflichten. Aber auch mit dem „kleineren Geld“ haben es die Paderborner immer wieder verstanden, hochkarätige Ergebnisse durch kompakte Spitzenfelder zu produzieren. Bei Temperaturen um 10 Grad und nach leichtem Nieselregen verpasste Moses Kigen den anvisierten 10 km-Streckenrekord des Deutschen Carsten Eich, der vor vierzehn Jahren 27:47 Minuten auf dem Paderborner Asphalt erzielt hatte, nur knapp. Mit 28:02 Minuten sorgte der 24-Jährige zwar für ein Spitzenergebnis, haderte jedoch etwas mit den äußeren Bedingungen. Bereits in der Vorwoche hatte Kigen beim Vattenfall Berliner Halbmarathon mit 1:00:39 Stunden persönliche Bestzeit erzielen können. In wenigen Tagen wird sich Moses Kigen allerdings wieder aus Europa verabschieden, um sich im Höhencamp beim legendären irischen Pater Colm O’Connel auf die Bahnsaison vorzubereiten, denn der pfeilschnelle Kenianer möchte sich über die 5000-m-Distanz für die Weltmeisterschaften in Osaka qualifizieren.

Hinter acht kenianischen Gazellen stürmte mit dem Wattenscheider Stefan Koch der erste weiße Läufer ins Ziel – und durfte zu Recht die Faust in den Wolken verhangenen Himmel recken. Mit 28:54 Minuten blieb der 23-Jährige, übrigens vor Wochenfrist Dreizehnter in Berlin mit Hausrekord von 1:04:11 Stunden, erstmals unter der 29 Minuten-Marke. „Ich hatte eigentlich etwas Angst davor, dass ich nach dem Halbmarathon noch schwere Beine haben würde, aber es war nicht der Fall“, freute sich der Schützling von Tono Kirschbaum, der übrigens auch 10.000-m-Europameister Jan Fitschen betreut. Er war aber zugleich „stinkesauer“, wie er unmissverständlich zum Ausdruck brachte. „So einen chaotischen Start habe ich noch nie erlebt. Ich musste aus der großen Masse der Volksläufer loslaufen und habe deshalb nie meinen Rhythmus gefunden. Wenn ich eine richtige Gruppe gehabt hätte, wäre ich vielleicht zwanzig, dreißig Sekunden schneller gelaufen“, zeigt der junge Mann aus Rheine auf, wo es bei ihm vielleicht hin geht: Auf jeden Fall in diesem Jahr bereits an den Start eines Marathonlaufes, Mitte Oktober am Baldeneysee in Essen.

Mit der 23-jährigen Simret Restle stürmt eine neue Generation in Deutschland an die Spitze. Die gebürtige Eriträerin ist seit fünf Jahren in Deutschland und mit dem Wiesbadener Jugendtrainer Tim Restle verheiratet. Im Trikot der Frankfurter Eintracht gewann sie vor vier Wochen die Silbermedaille bei den Deutschen Crossmeisterschaften hinter Sabrina Mockenhaupt, nun steigerte sie sich in Paderborn über die 10-km-Distanz um eine Minute auf 33:04 Minuten. „Das ist mir eigentlich leicht gefallen“, freute sich Simret in gutem Deutsch über ihren Quantensprung. Zwei Monate hatte sie sich im Trainingscamp von Cross-Weltmeisterin Lornah Kiplagat im 2400 m hoch gelegenen Iten auf die Saison vorbereitet, das erste greifbare Ergebnis durfte sie nun in Paderborn registrieren. Um Längen voraus allerdings hier die Vorjahressiegerin Peninah Arusei, mit der sie übrigens in Kenia die eine oder andere Trainingseinheit gelaufen war. Die Kenianerin ließ mit 31:46 Minuten keinen Zweifel daran, dass sie erstklassige Ambitionen hat.

Einen ersten Leistungstest vor ihrem Start beim Conergy Hamburg-Marathon absolvierte Claudia Dreher, die nach zwei Trainingslagern in Südafrika und Kenia wieder in Deutschland eingetroffen ist. Der Magdeburgerin blieb mit 34:01 Minuten allerdings nur Rang acht im starken Frauenfeld. Überhaupt nicht in die Gänge gekommen war hingegen Luminita Zaituc, die anfangs an der Seite von Simret Restle und der späteren Dritten Mika Jerotich (Kenia) gesehen wurde, später aber das Rennen vorzeitig beendet hatte.

Ein nettes Ostergeschenk durften auf der Halbmarathondistanz Timo Zeiler und Petra Maak einstreichen, als beste deutsche Starter erhielten sie eine Zusatzprämie von jeweils 1.000 Euro, die ein ortsansässiges Computerunternehmen ausgelobt hatte. Für den deutschen Berglauf-Vizemeister hatte sich damit die 600 Kilometer lange Anreise aus dem schwäbischen Trochtelfingen nicht nur deshalb gelohnt, der eigentliche Spezialist für Läufe mit Höhendifferenzen bis zu 1.000 Metern steigerte sich um mehr als eineinhalb Minuten auf 1:09:10 Stunden und belegte Rang sechs. Petra Maak zählte viele Jahre zur erweiterten nationalen Spitze und ist mit inzwischen 43 Jahren immer noch für erstaunliche Leistungen gut: Als Zehnte wurde sie im Ziel am Maspernplatz mit 1:17:04 Stunden notiert.

„Es wollte keiner Tempo machen, deshalb haben wir die ersten fünf Kilometer gebummelt“, entschuldigte sich praktisch Abel Kirui für ein „Missgeschick“, denn der 24-jährige Kenianer lief die zweite Runde derart schnell, dass bei Kilometerabschnitten um 2:50 Minuten fast noch der Streckenrekord von Stanley Salil aus dem Vorjahr gebrochen worden wäre. So gab es „nur“ eine Endzeit von 1:01:32 Stunden, zwei Sekunden über der Rekordmarke.

Wilfried Raatz


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