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Laufen ist gesund – aber nicht jeder Läufer an der Startlinie!

Berliner Konsensus-Konferenz verabschiedet Empfehlungen an Lauf-Veranstalter und Läufer

11.09.2007

Vor dem Hintergrund mehrerer Todesfälle bei Lauf-Wettbewerben im ersten Halbjahr 2007 hatte das Medical Team von SCC RUNNING – u.a. Veranstalter des real,- BERLIN-MARATHONS -  führende Sportmediziner sowie Vertreter des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) eingeladen, ein Konsenspapier zu erarbeiten, um Läuferinnen und Läufer bei Laufveranstaltungen besser über versteckte bzw. nicht beachtete Gesundheitsrisiken zu informieren. Nach Sichtung internationaler Daten und Studien zum Thema entschieden sich die Teilnehmer der Konferenz dafür, eine Empfehlung zu verabschieden, mit der Lauf-Veranstaltern ein Instrument an die Hand gegeben wird, um die Teilnehmer ihrer Lauf-Wettbewerbe vor gesundheitlichen Schäden möglichst zu bewahren.

Folgende Maßnahmen werden empfohlen:

Ab 1. Januar 2008 soll bei Online-Anmeldungen mittels eines international validierten Fragebogens eine qualifizierte Abschätzung von Gesundheitsrisiken durchgeführt werden. Dieser Fragebogen soll verbindlicher integraler Bestandteil des allgemeinen Anmeldeverfahrens werden. Je nach Ergebnis wird eine (nochmalige) ärztliche Konsultation empfohlen.

Dieser Fragebogen steht in Übereinstimmung mit den „Leitlinien zur Vorsorgeuntersuchung im Sport“ der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (Deutscher Sportärztebund) e.V. und wird im jährlichen Laufkalender des Deutschen Leichtathletik-Verbands sowie auf der Internetseite des Verbandes veröffentlicht. Außerdem wird angestrebt, dass auf den jeweiligen Internetseiten der Laufveranstaltung auf diese Maßnahme hingewiesen wird.

Zudem soll auf schon bestehende Maßnahmen zum Schutz der Teilnehmer hingewiesen werden:

Der Veranstalter bzw. sein medizinischer Dienst kann einen Teilnehmer aus dem Rennen nehmen, wenn dessen Gesundheit gefährdet ist (IWR 240-Regel der IAAF).

Bei extremer Witterung (z.B. warm und schwül) werden seitens des Veranstalters zusätzliche Maßnahmen ergriffen (z.B. zusätzliche Erfrischungsstellen). Auch eine Absage der Veranstaltung kann bei extremen Bedingungen erwogen werden.

Besonderen Wert legen die Sportmediziner auf folgende Fakten:

- Der Laufsport besitzt bei richtiger Ausführung einen insgesamt gesundheitsfördernden Effekt und trägt zur Minderung kardiovaskulärer Risikofaktoren bei. Eine erhöhte Sterblichkeit durch Laufen ist keinesfalls gegeben.

- Für die Teilnahme an Laufwettbewerben stellt eine gute und sorgfältige Trainingsvorbereitung eine wichtige Voraussetzung dar.

- Nicht jeder, der an einer Laufveranstaltung teilnehmen möchte, ist gesund. Gute Leistungsfähigkeit und Beschwerdefreiheit bedeuten nicht immer Gesundheit. Deshalb wird Teilnehmern an Laufveranstaltungen eine ärztliche Untersuchung im Vorfeld empfohlen. Im Einzelfall sollte abgewogen werden, ob eine Wettkampfteilnahme vertretbar ist.

- Naturgemäß verbleibt ein gewisses Restrisiko, wie bei anderen Aktivitäten auch. Die Laufveranstalter können den Teilnehmern ihre Eigenverantwortung nicht völlig abnehmen.


An der Konferenz nahmen neben anderen teil:

Prof. Dr. Herbert Löllgen, Klinikum Remscheid, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin
Prof. Dr. Wilfried Kindermann, Universität Saarbrücken
Prof. Dr. Hans-Hermann Dickhuth, Universität Freiburg
Prof. Dr. Andreas Nieß, Universität Tübingen
Prof. Dr. Michael Böhnke, Deutscher Leichtathletik-Verband
Harald Rösch, Deutscher Leichtathletik-Verband
Dr. Lars Brechtel, Humboldt-Universität zu Berlin und Medical Director des real,- BERLIN-MARATHON mit Fachärzten seines Teams
Jürgen Lock, Direktor Strategie, Planung und Sportmedizin des real,- BERLIN-MARATHON
Rüdiger Otto, Geschäftsführer von SCC RUNNING / real,- BERLIN-MARATHON

 

 


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