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Falk Cierpinski überrascht beim München-Marathon

15.10.2007

Falk Cierpinski
© bytepark/FB

Artikel des Running News Network - runnn.com

Nach seinem beeindruckenden Sieg beim München-Triathlon gewann Falk Cierpinski nicht minder souverän auch den München-Marathon und darf sich nun „München-Hero“ nennen. Dem Sohn des zweifachen Marathon-Olympiasiegers Waldemar Cierpinksi gelang dabei das Kunststück, zwei Wochen nach seinem Start beim Berlin-Marathon, bei dem er als 23. mit 2:19:04 Stunden persönliche Bestzeit erreichte und bester Deutscher war, den München-Marathon zu gewinnen. Bei Kaiserwetter wurden für den Hallenser 2:25:26 Stunden gestoppt, der zweitplatzierte Münchener Sebastian Jost lag mit 2:28:40 mehr als drei Minuten zurück. Dritter wurde Thomas Bartholome (Polizei Niedersachsen) in 2:29:11.

Bei herrlicher Spätsommersonne trat Falk Cierpinski vor allem in der bayerischen Metropole an, um bei einer addierten Gesamtzeit unter 4:30 Stunden das Erstzugriffsrecht bei der Kombination Triathlon und Marathon aus dem Jackpot von insgesamt 20.000 Euro zu erhalten. Der 28-jährige BWL-Student kassierte allerdings aus der lukrativen Prämie nur 50 Prozent, weil mit einer Punktlandung der Däne Rasmus Ahlfors, im Sommer Triathlon-Zweiter hinter Cierpinski, exakt nach den erforderlichen 2:30:19 Stunden ins Ziel im Olympiastadion einlief, um mit 4:29:59 Stunden gerade noch im Limit für den Jackpot zu bleiben.

„Natürlich stellt sich die Frage“, so Falks Vater und Trainer Waldemar Cierpinski mit keineswegs enttäuschtem Unterton, „ob Falk 10.000 Euro gewonnen oder 10.000 Euro verloren hat.“ Und der Sieger des München-Hero-Wettbewerbs zeigte sich als fairer Sportsmann: „Ich gönne ihm die Prämie. Es freut mich, dass er um eine Sekunde diese Prämie geschafft hat, besser als wenn ich diese um eine Sekunde verpasst hätte.“ Für das Erfolgsgespann soll damit das Trainingslager im kenianischen Hochland Mitte November finanziert werden, um dem Traum, die Olympiateilnahme in Peking im kommenden Jahr zu schaffen, ein kräftiges Stück näher zu kommen. „Die Olympianorm von 2:13 Stunden ist ein hohes Ziel. Das bedeutet viel, viel Arbeit. Und in diese werde ich mich in vier Wochen hineinstürzen“, sagte Falk Cierpinski.

Um den achten München-Marathon zu gewinnen, musste der Sohn des Doppel-Olympiasiegers keineswegs an die Reserven gehen. „Natürlich war es ein schweres Rennen. Ein Marathon eben. Aber mein Vorteil war, dass ich auf Abwarten laufen konnte, denn meine Lage war durch den Vorsprung aus dem Triathlon recht komfortabel.“ Bis 30 km ließ er den seinen ersten Marathon bestreitenden Christian Weimer alleine an der Spitze agieren, zusammen mit dem Münchener Sebastian Jost kontrollierte er auf Sichtweite zum Spitzenreiter das Renngeschehen. „Es ist alles im Lot“, urteilte Waldemar Cierpinski, der im Begleitross das Geschehen an der Spitze mitverfolgte, „Weimi kommt nicht durch.“ Und er sollte Recht behalten. Nach 33 km war der aus dem fränkischen Wertheim stammende Christian Weimer eingeholt, wenig später setzte Falk Cierpinski zur entscheidenden Attacke an. „Das Rennen hat genau gepasst. Ich hatte die besseren Beine.“ Und dies, obgleich er gerade zwei Wochen Regeneration zwischen dem Berlin-Marathon und nun dem Start in München hatte. Dazwischen haben Vater und Sohn Cierpinski zwei Wochen zur Regeneration im bulgarischen Belmeken verbracht, ein Terrain, das der erfolgreiche Vater in seiner Karriere in zahlreichen Trainingsmaßnahmen aus der Westentasche kennen gelernt hatte. „Es war eine Rückkehr nach 25 Jahren“, blickte der zweifache Olympiasieger in Nostalgie zurück.

Mit schnellen 16:25 Minuten für den Kilometerabschnitt zwischen 33 und 38 km machte Falk Cierpinski den Konkurrenten jegliche Chance auf den Tagessieg zunichte. Der Einlauf ins Olympiastadion wurde für ihn zum Triumphzug. Mit geballter Faust war die Rechnung, die nicht wenige im Umfeld der Cierpinskis mit Skepsis aufgenommen hatten, aufgegangen. „Berlin war das Rennen, München nun das Laufen“, beurteilte Vater Cierpinski den Auftritt seines Sohnes. Es war zwar die schwächste Siegerzeit in der jüngeren Zeit des München-Marathons, aber das spielt keineswegs eine Rolle angesichts der herausragenden Leistung mit den Siegen im Triathlon auf der olympischen Distanz und nun dem Marathonlauf.

Falk Cierpinski hat sich nun die Olympiateilnahme 2008 und die Weltmeisterschaften 2009 in Berlin vorgenommen und möchte dabei auch die Bestzeit seines Vaters packen. Und diese ist fürwahr nicht von Pappe, sie steht nämlich bei 2:09:55 Stunden.

Weniger spektakulär war der Auftritt von Cornelia Firsching, der 35-jährigen Münchnerin im Trikot der LG Domspitzmilch Regensburg. Sie holte sich nach 2005 den zweiten Sieg auf heimischem Terrain in 2:56:33 Stunden. Mit der Bruttozeit von 3:00:01 und 3:00:02 Stunden belegten die beiden folgenden Läuferinnen Sandra Wolgschaft (MBB SG Augsburg) und Nadine Fromm (Polizei Baden-Württemberg) die Plätze zwei und drei.

„Uns ist mit dem München-Hero der große Wurf gelungen“, freute sich Veranstaltungsleiter Gernot Weigl, „denn wir haben damit einen regen Zulauf aus dem Triathlonbereich zu verzeichnen.“ Aber nicht nur der stimmte die Macher in München zufrieden: Die Rekordmeldezahl von 10.767 Läufern sowie die bestens in Läuferkreisen angenommene Umkehrung der Marathonstrecke mit der stimmungsvollen zweiten Streckenhälfte in der Innenstadt sowie der gute Zuspruch beim 10-km-Lauf sorgten für einen großen Erfolg.

Wilfried Raatz


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