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Haile Gebrselassie: "Ich weiß, dass ich 2:03 laufen kann"

26.09.2008

Haile Gebrselassie und Manfred Mandel
© www.photorun.net

Zwei Tage vor seinem Start beim 35. real,- BERLIN-MARATHON zeigt sich Marathon-Weltrekordler Haile Gebrselassie zuversichtlich. Der 35 Jahre alte äthiopische Weltklasseläufer will am Sonntag seinen einen Jahre alten in Berlin aufgestellten Marathon-Weltrekord von 2:04:26 Stunden angreifen und ihn unter die Marke von 2:04 Stunden drücken. „Wenn es mir gelingt, die erste Streckenhälfte in der Zeit wie letztes Jahr zu passieren, traue ich es mir zu. Bei meinem Versuch in Dubai war die erste Hälfte zu schnell.“ Gebrselassie hatte im Januar den Dubai-Marathon in 2:04:53 gewonnen.

Den Start beim Olympia-Marathon in Peking hatte er vorzeitig abgesagt, weil er als Allergiker die negativen gesundheitlichen Auswirkungen des Klimas fürchtete. Stattdessen trat er über 10.000 Meter an und belegte dort den sechsten Platz, gerade fünf Sekunden hinter dem Sieger, und demonstrierte dabei seine hervorragende Form, die er jetzt auf der Marathondistanz umzusetzen hofft.

Sein Training in der Höhenlage der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba verlief sehr gut, betonte er. „Nach den Olympischen Spielen habe ich zu Hause trainiert, dabei stand die Ausdauer im Vordergrund. Und ich bin dabei sehr gut in Form gekommen. Ich hatte dann ein kleines muskuläres Problem vor zwei Wochen, aber das ist normal, wenn man auf einem so hohen Level trainiert. Da gibt es immer wieder mal kleine Wehwehchen. Ich fühle mich jetzt fit und gehe mit viel Selbstvertrauen ins Rennen“, erklärte Haile Gebrselassie und fügte hinzu: „Aber wenn man einen Weltrekord im Marathon aufstellen will, dann muss an diesem Tag alles perfekt stimmen. Wenn es am Sonntag klappt, prima. Wenn es nicht reicht, dann schauen wir auf das nächste Jahr. Aber Berlin bietet den schnellsten Kurs, da ist immer etwas möglich.“

„Ich weiß, dass ich 2:03 Stunden laufen kann. Aber ich weiß nicht, wann ich das erreichen werde. Für Sonntag will ich mir keine bestimmte Zeit als Ziel setzen. Ich möchte keine Zeiten mehr prognostizieren. Es kann durchaus sein “, erklärte der 35-Jährige, der sich am Sonntag in Berlin auch für den WM-Marathon im nächsten Jahr in der deutschen Hauptstadt qualifizieren möchte. „2009 möchte ich bei den Weltmeisterschaften starten und Marathon laufen. Aber eine große Meisterschaft ist natürlich etwas anderes als ein Rennen wie am Sonntag. Im nächsten Jahr geht es mir in Berlin um den Sieg, die Zeit spielt dann keine Rolle“, erklärte Haile Gebrselassie, der es nicht bereut, bei Olympia über 10.000 m anstelle im Marathon an den Start gegangen zu sein. „Ich habe das Rennen im Fernsehen gesehen. Sammy Wanjiru hat eine tolle Leistung gezeigt und für Kenia war es natürlich etwas ganz besonderes, denn es war das erste Marathon-Gold für die Kenianer bei Olympia. Ich war sehr überrascht über die schnelle Siegzeit von Sammy Wanjiru.“

Berlin sei für ihn eine ,Glücksstadt’ erklärte Haile Gebrselassie. „Manchmal ist das so, dass man in einer bestimmten Stadt immer besonders erfolgreich ist. Das ist für mich Berlin. Hier war ich schon als Junior in der Marathon-Staffel sehr stark, die wir als äthiopisches Team gewonnen haben. Dann hatte ich auf der Bahn beim ISTAF Erfolg und nun beim real,- BERLIN-MARATHON. Die letzten beiden Marathonrennen hier waren einfach phantastisch für mich. Berlin ist für mich wie ein Heimspiel. Deswegen will ich auch nächstes Jahr bei den Weltmeisterschaften hier laufen.“

Die enorme Unterstützung, die Haile Gebrselassie bei seinen vergangenen beiden real,- BERLIN-MARATHON-Rennen erhalten hat, begann am Freitagmorgen schon etwas früher: Auf dem Frankfurter Flughafen wünschten die beiden Polizisten bei der Passkontrolle dem Superstar viel Glück und erklärten: „Wir laufen am Sonntag auch in Berlin.“ „Ich habe mich gewundert, dass sie dann noch im Dienst waren, aber sie sagte, das sei kein Problem.“

Charles Kamathi: Hailes schärfster Rivale

„Ich bin in guter Form und möchte meine Bestzeit weiter steigern“, erklärte Charles Kamathi in einem Telefoninterview am Freitag. Der Kenianer, der sich in Rotterdam im April als Dritter auf 2:07:33 Stunden verbessert hatte, lebt zeitweilig in Japan. „Bis Juli habe ich in Japan trainiert, ab August dann in Kenia“, sagte der 30-Jährige, der 2001 bei der WM 10.000-m-Weltmeister wurde und dabei unter anderen Haile Gebrselassie besiegte. „Das ist sicherlich eine Motivation, Haile geschlagen zu haben, aber man kann Bahnrennen nicht mit dem Marathon vergleichen.“ Kamathi will am Sonntag das Weltrekord-Tempo von Haile Gebrselassie nicht mitgehen. „Ich werde in der zweiten Gruppe laufen und hoffe auf ein Tempo zwischen 2:06 und 2:07 Stunden. Aber wenn ich mitbekomme, dass Haile in Schwierigkeiten geraten sollte, dann werde ich sicherlich angreifen.“

 


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