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Bernard Kipyego und Sabrina Mockenhaupt laufen Topzeiten beim 29. Vattenfall BERLINER HALBMARATHON

05.04.2009

Bernard Kipyego, Sieger des 29. Vattenfall BERLINER HALBMARATHON
© Wolfgang Weising

Bernard Kipyego und Sabrina Mockenhaupt laufen Topzeiten beim 29. Vattenfall BERLINER HALBMARATHON

Der Vattenfall BERLINER HALBMARATHON hat seine Stellung als eines der größten und hochkarätigsten Rennen über die ,halbe Distanz’ eindrucksvoll bestätigt: Bernard Kipyego (Kenia) und Sabrina Mockenhaupt (Kölner Verein für Marathon) heißen die Sieger des Laufes, für den alles zusammen 25.193 Athleten aus 85 Nationen gemeldet hatten. Darunter waren 21.725 Läufer über die 21,0975-km-Strecke. Am Sonntag gab es beim Vattenfall BERLINER HALBMARATHON jedoch nicht nur einen Teilnehmerrekord sondern auch nie zuvor erreichte Zuschauerzahlen: 170.000 Menschen feuerten die Athleten am Streckenrand an. Bernard Kipyego gewann das Rennen in der Weltklassezeit von 59:34 Minuten und lief eines der schnellsten Halbmarathon-Debüts aller Zeiten, während Sabrina Mockenhaupt ihre Bestzeit auf 68:45 steigerte und damit eine deutsche Jahresbestzeit aufstellte.

Bei idealen Temperaturen von rund 13° Celsius und trockenem Wetter war lediglich der leichte Wind etwas störend für die Topläufer. „Die Strecke ist wirklich schnell, aber der Wind war vor allem auf den ersten 10 Kilometern hinderlich“, erklärte Sabrina Mockenhaupt, die auch deswegen in der ersten Hälfte des Rennens noch etwas vorsichtiger anlief. Nach 32:50 Minuten hatte sie den 10-km-Punkt erreicht und war etwas langsamer als ursprünglich geplant. Zu diesem Zeitpunkt hatte Sabrina Mockenhaupt jedoch noch die Konkurrenz im Nacken: Die beiden Kenianerinnen Hellen Kimutai und Lydia Njeri ließen sich nicht so schnell abschütteln. „Dass die beiden lange Zeit mit mir liefen, hat mich etwas nervös gemacht. Da fehlt mir noch ein bisschen Routine“, sagte Sabrina Mockenhaupt und fügte hinzu: „Ich wollte in Berlin natürlich gewinnen.“

Kurz vor Kilometer 15 fiel dann die Vorentscheidung: Sabrina Mockenhaupt hatte sich gelöst und vergrößerte fortan ihren Vorsprung. Mit 68:45 Minuten verbesserte sie am Ende ihre vor gut einem halben Jahr in Köln aufgestellte Bestzeit um sechs Sekunden. Die 28-Jährige gewann vor den Kenianerinnen Hellen Kimutai (69:27) und Lydia Njeri (70:08). Sabrina Mockenhaupts Zeit ist die sechstbeste in der Geschichte des Vattenfall BERLINER HALBMARATHON. In der Jahresweltbestenliste steht sie damit auf Rang zehn. „Als ich gestern im Bett lag, habe ich mir überlegt, dass das gar nicht so einfach wird, meine Bestzeit von 68:51 Minuten zu unterbieten, denn das ist doch schon eine Hausnummer.“ 

Sabrina Mockenhaupt will sich nun über 10.000 m für die Weltmeisterschaften in Berlin qualifizieren. „Bezüglich der Qualifikationszeit von 31:45 Minuten mache ich mir jetzt nach dem guten Rennen in Berlin keine Sorgen mehr – ich bin sicher auf einem guten Weg.“ In der Zukunft will sie auf jeden Fall auch beim real,- BERLIN-MARATHON starten, aber in diesem Jahr wird das eher schwierig. Nach dem 10.000-m-WM-Rennen Mitte August in Berlin käme ein Marathonstart in der Hauptstadt am 20. September aller Voraussicht nach etwas zu früh.

Im Männerrennen bestimmten die Kenianer vom Start weg das Geschehen an der Spitze. Den 10-km-Punkt passierte eine größere Spitzengruppe nach 28:18 Minuten. Nach und nach fielen auf den folgenden Kilometern Läufer zurück, doch eine Vorentscheidung fiel erst drei Kilometer vor dem Ziel. Hier hatten sich die drei Kenianer Bernard Kipyego, Sammy Kosgei und Wilson Kipsang Kiprotich von der restlichen Konkurrenz gelöst. Immer schneller wurden dann die Kilometerabschnitte gelaufen. Doch auch bei einem famosen 2:45-Minuten-Tempo über 1.000 Meter fiel keiner der drei Führenden zurück. So wurde das Rennen erst in einem dramatischen Zielsprint entschieden: Dabei setzte sich mit dem 22-jährigen Bernard Kipyego ein Debütant in der fünftschnellsten Zeit des Jahres (59:34) vor seinen Landsleuten Sammy Kosgei (59:36) und Wilson Kipsang Kiprotich (59:38) durch. Vierter wurde der Kenianer Samuel Gichochi Mwangi in 59:55. Der Vattenfall BERLINER HALBMARATHON verzeichnete erstmals in seiner Geschichte in einem Rennen vier Zeiten unter einer Stunde. Damit war der Berliner Lauf zugleich das bisher zweitschnellste Rennen dieses Jahres weltweit. Die Kenianer belegten bei ihrer eindrucksvollen Vorstellung in Berlin gleich die ersten zehn Plätze. Und zum achten Mal in Folge stellten sie beim Vattenfall BERLINER HALBMARATHON nun schon den Sieger. Bester deutscher Läufer war auf der schnellen Strecke Markus Koch (TV 1848 Coburg) auf Platz 29 mit 68:42 Minuten.

Obwohl Bernard Kipyego noch nie zuvor einen Halbmarathon gelaufen war, gehörte er in Berlin zu den großen Favoriten. Denn vor zwei Jahren hatte der Kenianer einen starken dritten Platz bei den Cross-Weltmeisterschaften belegt. Ebenfalls 2007 erzielte er mit 26:59,61 Minuten eine Weltklassezeit über 10.000 m. „Vor dem Start dachte ich, meine Chancen auf Sieg stehen bei 50 zu 50, aber während des Laufes nahm meine Zuversicht zu“, erklärte Bernard Kipyego, der hofft, sich mit seinem Berliner Erfolg für die Halbmarathon-Weltmeisterschaften in Birmingham im Oktober qualifiziert zu haben.


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