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Sabrina Mockenhaupt über ihre Berlin-Marathon-Erfahrungen in den 90er Jahren, ihre Ziele und eine professionellere Einstellung

23.09.2010

Sabrina Mockenhaupt
© www.photorun.net

Sabrina Mockenhaupt startet am kommenden Sonntag zum ersten Mal beim real,- BERLIN-MARATHON. Die 29-jährige Läuferin des Kölner Vereins für Marathon stellte ihre Bestzeit über die klassische Distanz vor zwei Jahren auf, als sie in 2:26:22 Stunden den Frankfurt-Marathon gewann. Sabrina Mockenhaupt siegte im Marathon zudem zweimal in Köln (2007, 2009) und belegte Platz 17 bei der WM. Ihre Eltern sind beide Marathonläufer, der Familienrekord ihres Vaters steht bei 2:24:59 Stunden. Vor ihrem fünften Rennen über die 42,195 km gab die Läuferin aus dem Siegerland das folgende Interview.

Wann haben Sie zum ersten Mal vom real,- BERLIN-MARATHON gehört?

Sabrina Mockenhaupt: Ich habe den real,- BERLIN-MARATHON als Kind im Fernsehen gesehen. Ich kann mich gut an Uta Pippig erinnern und fand es toll, wie locker sie noch am Ende des Rennens aussah.

Sind Ihre Eltern auch in Berlin Marathon gelaufen?

Sabrina Mockenhaupt: Ja, nach der Wende sind sie nach Berlin gefahren. Ich war in dieser Zeit mit meinen Brüdern bei unserer Oma und habe mir das Rennen im Fernsehen angeschaut. Zu einem Marathon mitzufahren, dazu hatten wir damals keine Lust. Wir fanden es zu langweilig, zu warten, bis unsere Eltern im Ziel waren. Ich konnte es damals auch gar nicht verstehen, warum man bei schlechtem Wetter überhaupt laufen gehen konnte.

Kommen Ihre Eltern jetzt mit nach Berlin?

Sabrina Mockenhaupt: Ja, sie sind dabei. Mein Vater begleitet mich auf dem Rad, das gibt mir eine gewisse Sicherheit und Ruhe. Meine Mutter wird hin- und herlaufen zu verschiedenen Punkten und dabei bestimmt selber 20 Kilometer rennen.

Gibt es neben Ihren Eltern noch mehr Läufer in der Familie?

Sabrina Mockenhaupt: Mein Zwillingsbruder Markus hat mit dem Laufen angefangen und wird in Frankfurt am 31. Oktober seinen ersten Marathon rennen. Da werde ich natürlich dabei sein. Ich hoffe, dass er mir vielleicht schon bald im Training helfen kann, denn ich könnte davon profitieren, einen guten Trainingspartner zu haben.

Wenn Sie früher Marathonläufe im Fernsehen gesehen haben – haben Sie daran gedacht, eines Tages selber einen zu laufen?

Sabrina Mockenhaupt: Ich fand diese Leistung bewundernswert, aber ich habe nie daran gedacht, eines Tages selber einmal Marathon zu laufen. Ich hatte Talent zum Laufen, aber meine Eltern haben das nie forciert. Erst mit 16 Jahren begann ich ernsthaft mit dem Laufen und zu dieser Zeit habe ich zum ersten Mal daran gedacht, dass ich einmal einen Marathon laufen könnte.

Ursprünglich hatten Sie ja im vergangenen Jahr schon einen schnellen Herbstmarathon geplant und wären wahrscheinlich in Berlin gestartet. Der Bundestrainer überredete Sie dann 2009 zum Marathon-WM-Start. Haben Sie das Gefühl, im Marathon ein Jahr verloren zu haben?

Sabrina Mockenhaupt: Das stimmt, ich wollte 2009 eigentlich einen schnellen Herbstmarathon laufen. Und da das nicht klappte, ist meine Bestzeit jetzt schon zwei Jahre alt. Nach der WM bin ich noch in Köln gelaufen. Ich wollte das unbedingt, aber es war eine Fehlentscheidung. Das war nicht gut für meine Knochen. Doch es bringt nichts, sich jetzt über die Vergangenheit zu ärgern. Ich muss aus Fehlern lernen und es in der Zukunft besser machen. Ich werde mir aber nicht mehr reinreden lassen.

Sie haben sich in diesem Jahr frühzeitig entschieden in Berlin zu laufen und sich wohl noch nie so langfristig und umfangreich auf ein Rennen vorbereitet.

Sabrina Mockenhaupt: Es war klar, dass ich irgendwann den real,- BERLIN-MARATHON laufen würde. Deswegen habe ich das dieses Jahr schon im April so geplant. Jetzt wird es Zeit, dass das Rennen kommt, denn ich will endlich laufen. Mit Blick auf Berlin habe ich schon vor der EM auf einige Wettkämpfe verzichtet. Was den maximalen wöchentlichen Trainingsumfang betrifft, bin ich nicht viel mehr gelaufen als früher. Die 200 Kilometer pro Woche habe ich nicht ganz geschafft. Aber man muss das auch nicht erzwingen, denn ich habe sehr hart trainiert und habe ja auch eine gute Grundschnelligkeit. Knapp über 190 km bin ich maximal in einer Woche gelaufen. Durch die langfristige Vorbereitung bin ich in diesem Jahr aber insgesamt rund 10 Prozent mehr gelaufen als 2009.

Waren Sie nach Ihrem Rennen bei den Europameisterschaften (6. Platz über 10.000 m Ende Juli) noch im Höhentraining?

Sabrina Mockenhaupt:
Leider hatte ich nach dem 10.000-m-Rennen in Barcelona eine Erkältung und daher war es zu riskant, in die Höhe zu fahren. Eigentlich hatten wir geplant, nach St. Moritz zu fahren. Stattdessen habe ich dreieinhalb Wochen in Fleesensee (Mecklenburgische Seenplatte) trainiert. Dort haben wir jeden Tag vernünftig genutzt. In der gesamten Vorbereitung bin ich sechsmal 35 km am Stück gelaufen. Wobei wir einmal in Fleesensee den Weg verfehlten, so dass es am Ende sogar 38 waren.

Wie ist das Gefühl relativ kurz vor dem Rennen?

Sabrina Mockenhaupt:
Natürlich werde ich jetzt nervös und aufgeregt. Aber die 35-km-Läufe auf welligem Gelände in Fleesensee geben mir schon Sicherheit. Einmal war es dabei so windig, dass mein Freund mit dem Fahrrad das Tempo nicht mehr halten konnte – da sage ich mir, schlimmer kann es in Berlin auch nicht werden. Also, ich freue mich auf das Rennen und bin gespannt auf die Atmosphäre und die schnelle Strecke.

Welche Ziele haben Sie in Berlin?

Sabrina Mockenhaupt:
Ich hoffe, dass das Wetter gut ist und ich dann eine neue persönliche Bestzeit aufstellen kann. Wenn ich eine gute Zeit laufe, dann ist auch eine gute Platzierung möglich – vielleicht unter den Top drei. Aber unter 2:25 Stunden muss man erst einmal laufen, das ist nicht so einfach. Ich hoffe, dass es am Sonntag in Berlin klappen wird. Aber ich will nicht zu viel spekulieren, das bringt nichts. Wenn die Äthiopierinnen das Rennen sehr schnell beginnen, dann werde ich eher nicht in der Spitzengruppe mitlaufen. Aber wenn es geht, dann will ich in der Endphase das Tempo erhöhen

Ist Berlin der Beginn eines neuen Abschnitts, beginnt Ihre Marathonkarriere jetzt erst richtig?

Sabrina Mockenhaupt:
Diese Frage kann ich erst nach dem real,- BERLIN-MARATHON beantworten – das hängt davon ab was passiert!

Wie hat die Läuferin Sabrina Mockenhaupt sich auf dem Weg von der Bahn- zur Marathonläuferin verändert – sind Sie ernsthafter und professioneller geworden?

Sabrina Mockenhaupt:
Ja, das musste ich zwangsläufig. Denn Marathon lässt viel weniger Spielraum für andere Dinge. Ich habe mich zum Beispiel viel mit Ernährung beschäftigt und einiges umgestellt. Regeneration und Schlaf sind neben dem umfangreichen Training wichtige Faktoren. Die Kunst ist, dass am Tag X alles zusammen passt und man auf den Punkt topfit ist. Man kann an vielen Schrauben drehen und ich habe im Marathon noch längst nicht alles ausgereizt.


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