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Einmal Sport, immer Sport: Doppelinterview mit Heinz Frei und Ronny Ziesmer

24.09.2010

Der Schweizer Heinz Frei ist der König der Rennrollifahrer.

Einmal Sport, immer Sport: Doppelinterview mit Heinz Frei und Ronny Ziesmer

Bereits zum 24. Mal nimmt der Schweizer Heinz Frei am Rollstuhlrennen des real,-BERLIN-MARATHON teil. 2009 siegte der inzwischen 52-jährige zum19. Mal. Ronny Ziesmer, ehemaliger Turner der Nationalmannschaft, möchte nach seiner Premiere im vergangenen Jahr, bei dem er „nur durchgerollt“ ist, dieses Mal mit klarer Zielstellung seine Zeit verbessern. Beide vereint das Schicksal, dass sie durch einen Unfall querschnittsgelähmt den Leistungssport aufgeben mussten und sich eine sportliche Alternative gesucht haben. Im Interview berichten beide Athleten, wie sie sich auf das Rennen vorbereitet haben und wie sie sich ihre sportliche Zukunft vorstellen.

Sie beide gehen am Sonntag mit unterschiedlichen Sportgeräten in das Rennen, der eine bei den Handbikern, der andere bei den Rollstuhlfahrern. Worin liegen die Anforderungen an diese Sportart und wie trainieren Sie?

Heinz Frei:
Ich beherrsche sowohl das Handbike als auch den Rollstuhl. Ich zähle zu den Paraplegikern, das bedeutet, ich habe noch Kraft in den Armen, um auch den Rollstuhl zu lenken. Mit dem Handbike ist nur die Teilnahme an Marathonrennen möglich, als Rennrollfahrer kann ich an allen Bahnwettbewerben der Leichtathletik,  zum Beispiel auch bei Paralympischen Spielen teilnehmen. In alter Tradition nehme ich beim real,- BERLIN-MARATHON am Rollstuhlwettbewerb teil. Als ehemaliger Läufer kenne ich das Ausdauertraining. Wenn es sich ergibt, trainiere ich auch mit alten Läuferkollegen. Ich im Rolli und meine Freunde auf dem Rad.

Ronny Ziesmer:
Nach 18 Jahren Hochleistungssport verspüre ich noch immer den Drang nach sportlicher Betätigung, nach dem Motto „Einmal Sport, immer Sport“. Ich habe wieder Feuer gefangen und trainiere mit dem Handbike. Als Tetraplegiker sind meine vier Gliedmaßen gelähmt und mir fehlt die Rumpfkraft. Daher habe ich angefangen, mit dem Handbike zu trainieren, bei dem ich nur kurbeln muss. Ich habe bei Null anfangen. Ausdauertraining ist für mich eine neue Herausforderung. Als Turner habe ich höchstens halbstündige Trainingsläufe über 6 km absolviert. Mich reizt es in der Zukunft auch mit dem Rennrollstuhl zu trainieren. Da kann ich auch greifen und antreiben - mehr als nur kurbeln. Als ehemaliger Profisportler habe ich noch ein Muskelgedächtnis, so dass ich schnell Muskeln aufbauen kann. Auf meine Maximal- und Schnellkraft kann ich noch immer zurückgreifen. Besonderen Spaß bereitet es mir, wenn ich leicht abschüssige Strecken mit Rückenwind und Geschwindigkeiten von bis zu 22 Km/h fahren kann.

Inwieweit macht sich die körperliche Anstrengung bei Ihnen bemerkbar? Verspüren Sie Muskelkater?

HF: Nach meinem Unfall vor 32 Jahren habe ich ca. 2 Jahre später mit dem Training im Rollstuhl begonnen. Damals musste ich mir mein Sportgerät noch selbst basteln. Ich habe ein Ventil gebraucht und es genossen, wieder richtig ins Schwitzen zu kommen. Muskelkater, wie ich ihn als Läufer hatte, verspüre ich nicht mehr, dafür eine sehr große Müdigkeit der Muskulatur.“

RZ: Das Muskelkatergefühl bekomme ich ebenfalls nicht mehr, dafür werden meine Arme nach anstrengenden Trainingsbelastungen sehr schwer. Ich gerate auch nicht mehr aus der Puste, da es physiologisch nicht möglich ist. Mein Puls liegt im Wettkampf bei 120, also weitaus geringer als bei meinen Teilnahmen an Turnwettkämpfen.

Wie haben Sie sich für den 37. real,- BERLIN-MARATHON vorbereitet?

RZ: Nach meinem Debüt im letzten Jahr möchte ich meine Zeit von 2:09:29 h unterbieten.
Der Trainingsaufwand ist nicht mit meinem täglichen Training als Hochleistungsturner vergleichbar. Ich befinde mich in dem Stadium, dass sich aus der Rehabilitation ein Hobby entwickelt hat und ich mich auf der Stufe in Richtung Leistungssport befinde. Mein Studium der Biotechnologie möchte ich im nächsten Jahr beenden und mich bis dahin 100%ig darauf konzentrieren. Meine Devise ist, dass man sich nur auf eine Sache voll konzentrieren kann. Bisher ist das Handbiking für mich ein sehr guter Ausgleich und ich bin viel belastungsfähiger im Alltag.

HF: Vor vier Wochen habe ich bei den Weltmeisterschaften im kanadischen Quebec  im Handbiking zwei Silbermedaillen im Zeitfahren und Straßenrennen gewonnen. Ich bin in guter Verfassung und ein geheimer Traum von mir ist es natürlich zu gewinnen. Allerdings ist die Konkurrenz sehr stark und ich habe nur eine Chance wenn ich mich in der Spitzengruppe auf der Zielgeraden befinde und ich auf meine Erfahrung zurückgreifen kann.

Wie sehen Sie Ihre Zukunft im Rollstuhl-bzw Handbikingrennen?

HF: Da ich mich in guter körperlicher Verfassung befinde und die nächsten Paralympics in nur zwei Jahren anstehen, möchte ich eine Teilnahme nicht ausschließen.

RZ: Ich könnte mir vorstellen, das Training nach meinem Studium professioneller anzugehen. Dafür benötige ich wahrscheinlich einen Radrenntrainer und müsste mich einer gründlichen sportmedizinischen Diagnostik unterziehen. Die Paralympics 2012 sind für mich noch kein Ziel, aber 2016 ist möglich und dann vielleicht auch in mehreren Disziplinen bei den Rollstuhlfahrern auf der Leichtathletikbahn.


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