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Save the Date 29. September 2019

Newsarchiv

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Olympia-Laufserie (I): 800 Meter der Frauen mit Maria Mutola

In zehn Wochen beginnen die Olympischen Spiele in Athen. Bis dahin wird hier

wöchentlich eine der elf Laufdisziplinen vorgestellt sowie dazu ein

Favorit für olympisches Gold. Es geht heute los mit den 800 Metern der

Frauen und endet zu Beginn der Olympischen Spiele mit dem Marathon der

Männer.

DIE SITUATION ÜBER 800 METER DER FRAUEN

Als 1896 die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit in Athen stattfanden,

waren Frauen noch gar nicht zugelassen. In der Leichtathletik starteten sie

erstmals 1928 – und schon damals gehörten die 800 Meter zum

Programm. In Amsterdam wurde die Deutsche Läuferin Lina Radke in 2:16,8

Minuten die erste 800-m-Olympiasiegerin.

Heute dominiert eine Frau seit vielen Jahren das Geschehen über die

zwei Runden: Maria Mutola. Die 31-Jährige aus Mozambique wird in Athen als

ganz große Favoritin an den Start gehen. Sie ist zugleich die

Titelverteidigerin und amtierende Weltmeisterin. Alles andere als ein Sieg von

Maria Mutola, die zurzeit bereits wieder mit 1:58,49 Minuten die

Jahresweltbestenliste anführt, wäre fast schon eine Sensation.

"5" />Die einzige Läuferin, die Maria Mutola über mehrere Jahre

hinweg immer wieder in ihrer Führungsposition angreifen konnte, war

Stephanie Graf. Doch die Österreicherin hat im vergangenen Jahr ihre

Karriere beendet. Und die Hallen-Weltrekordlerin Jolanda Ceplak

(Slowenien/1:55,82 Minuten) konnte nach einer beeindruckenden Saison 2002, in

der sie sich auf 1:55,19 steigerte – damit hat sie exakt die Bestzeit von

Maria Mutola erreicht –, nicht mehr an derartige Leistungen

anknüpfen.

MARIA MUTOLA – FÜNFTER OLYMPIASTART ALS

TITELVERTEIDIGERIN

Ohne Zweifel ist Maria Mutola eine der herausragenden Persönlichkeiten

der internationalen Leichtathletik. Schon 1988 startete die Läuferin aus

Mozambique, die als Jugendliche Fußball spielte, bei Olympia in Seoul

über 800 Meter. Als 15-Jährige schied sie bei den Olympischen Spielen

im Vorlauf aus, nachdem sie einen Monat vor ihrem 16. Geburtstag 2:04,36

Minuten gerannt war. Doch sie bekam ein Stipendium in Eugene (USA). Dort traf

sie ihren Trainer Margot Jennings, der sie in die Weltspitze führte.

Zwei Jahre später gewann sie die erste ihrer zahlreichen Goldmedaillen

bei den Afrika-Meisterschaften. Bei Olympia in Barcelona 1992 reichte es zwar

nur zu Rang fünf, doch danach blieb Maria Mutola, abgesehen von einer

Disqualifikation im WM-Halbfinale 1995, ungeschlagen bis zum nächsten

Olympiafinale. Nach 50 Finalsiegen in Serie reichte es in Atlanta 1996

überraschend nur zu Bronze. Doch in Sydney vor vier Jahren schlug endlich

ihre große Stunde bei Olympia. Bei Weltmeisterschaften hat Maria Mutola,

die Hallen-Titelkämpfe hinzugerechnet, bereits neun Goldmedaillen

über 800 Meter gewonnen.

Unter großem Druck gewann sie im vergangenen Jahr den IAAF Golden

League-Jackpot und sorgte dabei für ein Novum. Zum ersten Mal ging der

gesamte Jackpot an eine einzige Athletin. Eine Million Dollar sicherte sich

Maria Mutola mit ihrem Sieg am Ende der Serie in Brüssel. Eine Serie von

22 Siegen in Folge riss in diesem Jahr – allerdings wird es wohl ein

echter Ausrutscher bleiben. Maria Mutola stolperte im 1000-m-Hallenrennen von

Birmingham über den Hacken ihrer britischen Trainingspartnerin Kelly

Holmes. Beide trainieren hauptsächlich in Südafrika.

Über 160 Mal blieb Maria Mutola über 800 Meter bereits unter zwei

Minuten. Sie hat in ihrer Karriere alles gewonnen, von den

Afrikameisterschaften bis zu den Olympischen Spielen. Nur ein Weltrekord fehlt

ihr noch – doch der steht seit 1983 unantastbar bei jenen 1:53,28

Minuten, die Jarmila Kratochvilova (Tschechoslowakei) in München gelaufen

ist.

 

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