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Save the Date 29. September 2019
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Newsarchiv

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Sabrina Mockenhaupt überragend

“Heute wollte ich einmal zeigen, was ich eigentlich drauf habe“,

freute sich Sabrina Mockenhaupt nach einem klasse 5000 m-Rennen im Koblenzer

Oberwerth. Mit 15:14,85 Minuten lief die kleine Siegerländerin sogar

Hausrekord, denn sie steigerte ihre im vergangenen Jahr bei den

Militär-Weltmeisterschaften in Tivoli gelaufenen Bestmarke um knappe zwei

Sekunden. Vorbei der Ärger über den missratenen Saisoneinstieg ins

WM-Jahr, als sie Mitte April bei der European 10 000 m-Challenge in Athen in

aussichtsreicher Position und im Marschplan auf die WM-Norm etwas voreilig aus

dem Rennen gegangen war. “Klar, die 10 000 m sind meine Hauptstrecke,

für die 5000 m plane ich eigentlich nichts. Deshalb ist so ein Ergebnis

eine Woche vor den Titelkämpfen in München besonders wichtig. Damit

lässt es sich in Ruhe nach München gehen!“ Auch wenn Sabrina

Mockenhaupt die WM-Norm über diese Distanz um sechs Sekunden verpasst

hatte, sie sorgte beim Mini-Internationalen im traditionsreichen Oberwerth

für den Lichtblick einer Veranstaltung, die leider nicht mehr den

Stellenwert früherer Jahre hat. Vorbei sind die Zeiten, als gleich

reihenweise ansprechende Leistungen auf den verschiedenen Distanzen erzielt

wurden. Mithin aber auch ein Spiegelbild der aktuellen Leistungsstärke

hierzulande.

Im Frauenrennen übernahm Sabrina Mockenhaupt schon nach 2000 m

couragiert das Renngeschehen von Susan Kurui (“Das war mir schon zu

langsam“) – und legte einen blitzsauberen 3000 m-Abschnitt noch in

9:06 Minuten hin. “Mit Konkurrenz wäre vielleicht sogar die WM-Norm

möglich gewesen“, dachte sie einen Moment sogar noch über eine

verpasste Chance nach. “Aber das kann ich in einem internationalen Rennen

nachholen. Das werde ich nach den 10 000 m-Meisterschaften mit meinem Trainer

besprechen!“ Und bei diesen gilt es für “Mocki“, die in

Athen noch verpasste WM-Norm nachzureichen. Doch wer könnte Sabrina

Mockenhaupt auf dem Weg zur Weltmeisterschaftsteilnahme eine Hilfestellung

sein? Melanie Schulz, die Titelverteidigerin, stellte sich direkt aus dem

kenianischen Höhencamp kommend, nicht der Verfassung vor, um eine

ernsthafte Konkurrentin im Dante-Stadion abzugeben. “Melanie hat zwar in

Kenia vornehmlich Ausdauer und selten höhere Geschwindigkeiten trainiert.

Wir haben die Rückkehr extra drei Tage vor Koblenz geplant, aber nach

dieser Vorstellung heute bin ich ratlos!“ bekannte Trainer Dieter

Hermann. Es hätte nämlich nicht viel gefehlt – und Sabrina

Mockenhaupt hätte ihre Konkurrentin auf der Ziellinie noch

überrundet. Doch Melanie Schulz hatte gerade noch einmal einen Gang

zugelegt, um zumindest die Schlussrunde in einem schnelleren Tempo zu

laufen.

Hinter der von Stefan Plätzer trainierten Norwegerin Siri Merete

Alfheim und der Schweizerin Mirjah Jenni, die beide noch unter der

16:00-Minuten-Marke blieben, überraschte Stephanie Maier mit einer

Steigerung auf 16:13,77 und Rang vier vor einer müde wirkenden Susanne

Ritter sowie der gerade noch als Sechste einlaufenden Melanie Schulz. Achte

wurde die 18jährige Eva Maria Stöwer, die trotz ihrer Verbesserung

auf 16:52,27 an der WM-Norm deutlich vorbei lief. Bei den Titelkämpfen in

München wird Eva-Maria aber einer Studienfahrt nach Italien fehlen.

Auch wenn ein entfesselt sprintender Moses Kigen, vor zwei Wochen Sieger

beim Würzburger Residenzlauf, dem Leverkusener Mario Kröckert den

Sieg knapp vor der Nase weg schnappte, zeigte sich der Bayer-Athlet nicht

zuletzt wegen seines Einstiegs mit 13:42,90 Minuten sehr zufrieden. “Das

Rennen sollte lediglich ein Test für München sein“,

erklärte der 25jährige im Ziel mit Blick voraus auf das kommende

Wochenende. Hinter Dieter Baumann gilt Kröckert als erster

Medaillenanwärter, wohl wissend, dass die WM-(Norm-)Trauben reichlich hoch

hängen. “Die Norm ist ein Hammer! So bleibt für mich nur die

Orientierung auf eine Bestzeit!“ Während Arne Gabius als Dritter mit

13:57,44 noch unter der 14:00-Minutenmarke, verpassten diese Dominik Burkhard,

Carsten Schütz und Lars Haferkamp knapp. Die Hoffnung von

Nachwuchs-Bundestrainer Henning von Papen auf schnelle 5000 m-Zeiten

erfüllten sich nicht: Der mutig startende Patrick Schulz brach in der

zweiten Streckenhälfte stark ein, dafür rückten Christoph Lohse

und Ricardo Giehl mit 14:33,06 bzw. 14:33,50 stärker ins Blickfeld.

Mini-Internationales in Koblenz (9.5.): Männer: 5000 m (vier

Zeitläufe): 1. Zeitlauf: 1. Moses Kigen (Ken) 13:42,34, 2. Mario

Kröckert (TSV Bayer Leverkusen) 13:42,90, 3. Arne Gabius (LAV

hamburg-Nord) 13:57,44, 4. Dominik Burkhardt (LG Eintracht Frankfurt) 14:01,02,

5. Carsten Schütz (TV Wattenscheid) 14:02,18, 6. Lars Haferkamp

(Gerolsteiner LGV) 14:03,22, 7. Harald Steindorfer (Aut) 14:03,58, 8. Philippe

Bandi (Sui) 14:04,26, 9. Ahmed Sansar (LG Lemgo) 14:11,26, 10. Ingo Müller

(LG Göttingen) 14:11,38, 11. Guido Streit (TSV Bayer Leverkusen) 14:11,56,

12. Jan Krauspe (LG Domspitzmilch Regensburg) 14:11,68.

Frauen: 5000 m: 1. Sabrina Mockenhaupt (LG Sieg) 15:14,85, 2. Siri Merete

Alfheim (Nor) 15:51,89, 3. Mirja Jenni (Sui) 15:55,16, 4. Stephanie Maier (LG

Leinfelden-Echterdingen) 16:13,77, 5. Susanne Ritter (LG Braunschweig)

16:21,80, 6. Melanie Schulz (LC Creaton Erfurt) 16:31,61, 7. Judith Heinze (TSV

Bayer Leverkusen) 16:35,92, 8. Eva Maria Stöwer (LAC Veltins

Hochsauerland) 16:52,27, 9. Katrin Engelen (LG Badenova Nordschwarzwald)

17:04,74, 10. Anja Reinhardt (LG Weinstadt) 17:08,32.

Wilfried Raatz

 

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