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Läufer-Geschichten (2): Vom Reich der Mitte

Ich bin zum Laufen gekommen, wie

wahrscheinlich 90% aller Freizeitläufer. Man guckt sich die neuesten

Familiefotos an und stellt nüchtern fest: Ich sehe aus wie unsere Oma. Klar,

die Oma sah immer aus wie Oma. Die war ganz lieb und hatte kein Alter. War auch

nicht notwendig. Ich wollte mit 47 Jahren trotzdem nicht aussehen wie unsere

Oma. Also: Weniger essen!

Das konnte ich eigentlich nicht

verstehen, denn im Gegensatz zu den 90% aller oben genannten Laufanfänger lebe ich in

einem Land, wo man vom Essen gar nicht dick werden kann!! Dachte ich. Irrtum. Man kann. Und zwar heftig,

wie wiederum 90% aller hier lebenden Deutschen beweisen. Doch, was nun? Siehe oben:

Laufen! Einfach so, ohne Anleitung, ohne Pulsuhr, ohne schicke Schuhe -

überzeugt und erhobenen Hauptes. 20 Minuten, 30, 40 und so weiter. Früh um 6

Uhr im Park gemeinsam und glücklich mit einer Millionen Schwertschwingender

Chinesen (Das ist das Land wo sogar Deutsche dick werden können). Im

Heimaturlaub die Buchhandlungen durchforstet und Strunz gefunden. Es werde

alles gut! Und alles wurde gut.

Die Kilos waren weg. Ich sah aus wie

meine Tochter, Nadja.

Na, das war doch was. Nun musste ein

neues Ziel her.

Der erste organisierte Lauf in

Peking. 10 Km Gedenkmarsch - für wen auch immer.

Nicht viel, der „Lange Marsch“ der

Chinesen unter Mao in den 30er Jahren ging schließlich über 12.500 km.

Aber immerhin. Ankommen war wichtig

und das Hochgefühl, etwas Tolles nur für sich gemacht zu haben. „Couch“

Gottfried war stolz und das Bier hat geschmeckt.

Nun was Richtiges: Beijing Marathon

2003. Das klang gut. Irgendwie historisch.

Halbe Strecke erst mal. Aber

immerhin. Training im Dunst und Abgas. Egal. Atmen muss man so oder so. Vielleicht

härtet das ja auch ab und man wird resistent, gegen was auch immer. Es gibt so Theorien,

an die muss man glauben, dann klappt das auch. Ziel erreicht. Zeit lausig. Darf

man gar nicht laut sagen. Will ja auch keiner wissen. Aber dafür deutsche

übergewichtige Kunden überzeugt, 5 Kilometer mitzulaufen. Vielleicht ist das ja

eine neue Geschäftsidee?

„Geschäftsleute-Laufbegleit-Service-in-China“.

Sollte ich mir schützen lassen.

Immerhin hat mich „Die Sicherheit“ schon mal gefragt, wo ich so laufe, weil

Herr Fischer zu Besuch war. Nur hat ihm meine Strecke wahrscheinlich nicht so

gefallen. Jedenfalls ist er nicht gelaufen. Na ja ... egal. Hat er halt was

Nettes verpasst.

Ja und nun

also der Höhepunkt:

Berlin!

Meine Heimat!

Meine Lieblingsstadt!

Die schönste Stadt in der ganzen

großen weiten Welt!

Das schöne Wagnis und die Freude

eines ganzen Jahres Vorbereitung in der Ferne auf diesen einen Tag: Der

25.September 2005 in Berlin.

 

Antje Passarge

 

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