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Save the Date 29. September 2019
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Newsarchiv

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Laufende Highlights

Es bleibt bei einem Quartett, das am kommenden Freitag beim Berliner ISTAF im

Jahn-Stadion um Gold kämpfen wird: 100-m-Sprinterin Marion Jones

(USA/10,88), 400-m-Läuferin Ana Guevara (Mexiko/49,69),

400-m-Hürdenläufer Felix Sanchez (Dominikanische Republik/47,99) und

1500-m-Läufer Hicham El Guerrouj (Marokko/3:29,95) siegten auch bei der

sechsten Station der IAAF Golden League in Brüssel. Wer von ihnen nun beim

Finale der Serie in Berlin gewinnt, partizipiert am mit 50 Kilogramm Gold

dotierten Jackpot. Doch es waren nicht unbedingt die Golden-League-Disziplinen,

die bei einem einmal mehr insgesamt hochklassigen Memorial van Damme vor rund

45.000 Zuschauern die Highlights bildeten.

Fünf Jahresweltbestzeiten wurden in Brüssel notiert, vier davon

bei Läufen. Noch vor dem Hauptprogramm hatten die Brüsseler

Veranstalter um Wilfried Meert einen 10.000-m-Lauf ins Programm genommen, der

es in sich hatte. Zum ersten Mal überhaupt blieben dabei gleich fünf

Läufer unter 27 Minuten. Drei Läufer hatten dies in einem Rennen

bisher geschafft. Auch das war in Brüssel, 1996. Damals war der Marokkaner

Salah Hissou mit 26:38,08 Minuten Weltrekord gelaufen. In einem sehr

gleichmäßigen Rennen siegte nun Sammy Kipketer. Der Kenianer lief

26:49,38 Minuten und stellte damit die erste Jahresweltbestleistung des Abends

auf. Damit wurde der erst knapp 21-jährige Sammy Kipketer zum

fünftschnellsten 10.000-m-Läufer aller Zeiten. Und es war die

neuntschnellste Zeit aller Zeiten.

„Dies war mein erstes ernsthaftes 10.000-m-Rennen, deswegen bin ich

überrascht über diese Zeit“, sagte Sammy Kipketer, der in

diesem Jahr nur zweimal in seiner Heimat die 25-Runden-Distanz gelaufen war.

Brüssel war also fast eine Premiere, allerdings hatte Kipketer in diesem

Jahr bereits einen 10-km-Straßenweltrekord in New Orleans (27:11 Minuten)

aufgestellt. Der Brüsseler 10.000-m-Lauf machte aber auch deutlich, dass

diese Distanz bei den großen Meetings zu Unrecht unterrepräsentiert

ist. Durch das Golden-League-Programm mit den 3000 beziehungsweise 5000 Metern

ist die längere Strecke fast nicht mehr gefragt.

„Ich hatte mir eine Zeit zwischen 27:10 und 27:20 Minuten

ausgerechnet, aber auf dem letzten Kilometer merkte ich, das geht sogar unter

27 Minuten. Da ich ein guter Sprinter bin, wusste ich, dass ich gewinnen

kann“, sagte Sammy Kipketer, der in Führung liegend mit seinen vier

Konkurrenten in die letzte Runde ging. In einem starken Spurt von der Spitze

ließ er dann dem Äthiopier Assefa Mezegebu (26:49,90) keine Chance.

Die ersten zwölf Läufer dieses Rennens erzielten persönliche

Bestzeiten.

Hochklassig war auch, was Wilson Kipketer zeigte. Der für Dänemark

startende Kenianer lief über 800 m mit 1:42,74 Minuten die schnellste Zeit

des Jahres. In 50,15 Sekunden hatte Tempomacher David Kiptoo (Kenia) das Feld

durch die 400-m-Marke geführt. „Eigentlich ist das, verglichen zu

den Zeiten, wo wir schon einmal waren, nicht so schnell“, sagte

Weltrekordler Wilson Kipketer (1:41,11 Minuten/1997), „aber für mich

war dieses Tempo heute ideal. Ich habe eine für mich zurzeit perfekte Zeit

erzielt.“ Für Wilson Kipketer ist damit die Saison beendet. Nach

seiner Fußverletzung im vergangenen Jahr merkt er, „dass ich jetzt

eine Pause brauche. Denn ich habe zu hart arbeiten müssen, um in diesen

Leistungsbereich zurückzukommen.“ Im starken Brüsseler Feld

reichten 1:44,38 Minuten übrigens nur zu Platz zehn. Achter wurde Nils

Schumann (Creaton Großengottern). Der Olympiasieger verbesserte in

1:44,20 Minuten seine Bestzeit aus 2000 um zwei Hundertstelsekunden und meldete

sich damit nach einer Grippe zurück. Mit dem Ergebnis konnte er angesichts

der gesundheitlichen Probleme („nach der EM lag ich zwei Tage flach, und

ich merke heute noch leichte Halssschmerzen“) zufrieden sein.

„Allerdings wäre vielleicht auch eine 43er Zeit drin gewesen“,

sagte Nils Schumann, der sich nach 600 Metern noch recht gut fühlte.

„Doch dann musste ich in der Kurve etwas nach außen gehen. Da habe

ich vielleicht etwas verloren. Aber man sieht auch, dass mir die

Tempohärte fehlt“, erklärte der 24-Jährige, der nun nur

noch zweimal in dieser Saison startet: beim ISAF am Freitag und in Madrid beim

Weltcup.

Während Maria Mutola (Mozambique) den avisierten 1000-m-Weltrekord von

Swetlana Masterkowa (2:28,98 Minuten), den die Russin vor sechs Jahren in

Brüssel aufgestellt hatte, am Ende in 2:30,12 deutlich verpasste, gab es

eine weitere Jahresweltbestzeit über die Mittelstrecke der Frauen. Die

türkische Überraschungs-Europameisterin Süreyya Ayhan steigerte

ihren nationalen Rekord von München um gut eine Sekunde auf 3:57,75

Minuten. Zwischen der Tempomacherin und dem Feld laufend, rannte die

Türkin die schnellste Zeit weltweit seit vier Jahren.

Für die fünfte Saisonbestzeit sorgte Marion Jones, die nach ihrem

100-m-Sieg auch über 200 m gegen Schanna Pintusewitsch-Block gewann. 22,11

Sekunden lief die Weltmeisterin und meinte später: „Es motiviert

mich, wenn gute Konkurrenz da ist. Deswegen habe ich mich zu diesem Doppelstart

entschlossen.“

Noch drei weitere Laufentscheidungen gab es in Brüssel: Die 3000 m

gewann der Marokkaner Abderrahim Goumri (7:35,77 Minuten), über

3000-m-Hindernis gab es nach dem Startverzicht des in der A-Dopingprobe positiv

getesteten Weltrekordlers Brahim Boulami (Marokko) wieder einen kenianischen

Sieg: Ezekiel Kemboi gewann in 8:06,65 Minuten. Und im 3000-m-Lauf der Frauen

hatte Berhane Adere in 8:26,14 Minuten in einem Fotofinish mit einer

Hundertstelsekunde die Nase vorne vor Gabriela Szabo (Rumänien), die nach

der Ehrenrunde erfuhr, dass sie nur Zweite war. Für die äthiopische

Siegerin Berhane Adere war es ein gelungener Test für das ISTAF, wo sie

einen Weltrekordversuch über 5000 m anstrebt.

 

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